Von der „Schwäche“ loszulassen

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Ich habe sehr lange gebraucht bis ich mir die Krankheit wirklich eingestanden habe. Ich wusste das ich krank bin, das habe ich jeden Tag aufs Neue körperlich wie geistig gespürt. Trotzdem wollte ich es mir noch nicht wirklich eingestehen. Ich konnte…. nein ich wollte es einfach für mich nicht akzeptieren. Etwas in mir sagte immer wieder „Du hast schon so viel erlebt, so viel überstanden, da haut dich doch DAS jetzt nicht um!“ Im Grunde genommen weiß ich heute, dass die Antwort schon zu einem großen Teil in dem Satz selber lag. Im Januar 2020 sah ich das aber (noch) nicht.

Am 28.01.2020 hatte ich meine bis dahin schlimmste Panikattacke. Eigentlich war es nur ein normaler Kontrolltermin bei meinem Frauenarzt. Jede Frau kann mir sicherlich nachempfinden, dass der jährliche Termin zur Krebsvorsorge nicht unbedingt zu den angenehmsten Terminen im Leben einer Frau gehört. Doch an diesem Tag hatte ich mitten in der Brustultraschalluntersuchung eine Panikattacke. Eine meiner absoluten Ängste ist es Krebs zu bekommen. Ich muss dazu sagen, dass ich 2012 bereits Hautkrebs hatte, der aber vollständig entfernt werden konnte und ich, nach mehr als fünf Jahren ohne Befund, mittlerweile als geheilt gelte. Trotzdem war seit diesem Erlebnis die Angst immer wieder da. Die größte Angst hatte ich jedoch davor Brustkrebs zu bekommen. An diesem Tag lag ich auf der Liege im Untersuchungszimmer, der Raum war abgedunkelt, ich hatte überall auf dem Oberkörper dieses glitschige Gel und ich starte auf einen großen Bildschirm der extra für die Patientinnen an der gegenüberliegenden Decke angebracht war. Rechte Brust, linke Brust, linke Achselhöhle, rechte Achselhöhle, Rippenbogen, und wieder rechte Brust, linke Brust, noch mal rechte Brust…. Es dauerte gefühlt schon eine halbe Ewigkeit und immer wieder ging er auf die rechte Brust, machte irgendwelche Messungen und sagte aber nichts. Ich schaute abwechselnd zu ihm hoch und wieder auf den großen Bildschirm. Ich fand das er irgendwie besorgt aussah. „War da was? Sieht er was auf den Bildern? Oh mein Gott!“ Und dann kam der Punkt an dem ich merkte wie mir plötzlich ganz heiß wurde. Also nicht warm, sondern richtig beinahe brennend heiß und ich merkte wie, von den Füßen ausgehend, sich wie so eine Art „Welle“ nach oben schob. Mein Herz schlug wie verrückt. Mir war so heiß. Ich konnte nicht mehr still liegen, wollte am liebsten aufstehen und weglaufen. Ich fing an mich mit den den Armen zu bewegen. Plötzlich schaute er mich erschrocken an und sagte: „Ach du jeh was ist denn mit ihnen los? Sie sind ja schweißnass!“ Ich sah ihn nur an und fragte „Alles in Ordnung?“ und er antworte „Ja, alles soweit in Ordnung!“ Ich erzählte ihm daraufhin was gerade mit mir passiert war. Er versuchte mich zu beruhigen, aber ich war durch. Ich war plötzlich sowas von erschöpft…. Ich kam heim und habe den restlichen Tag nur noch gelegen.

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Den ganzen Januar und Februar konnte ich die Krankheit einfach nicht für mich akzeptieren. Jedem anderen Menschen hätte ich diese Krankheit zugestanden. Nicht gewünscht, aber ich hätte mit Verständnis und Hilfestellung reagiert. Nicht aber mir selbst gegenüber. Ich habe im Januar und auch im Februar immer regelmäßig meine Arbeits-Emails gelesen und wenn der Sachverhalt einer Email, sagen wir mal „technisch kompliziert“ klang, dann habe ich kontrolliert ob deren Umsetzung korrekt erledigt wurde und war dies nicht der Fall, dann habe ich es korrigiert. Ich konnte nicht loslassen.

Krankgeschrieben war ich zunächst bis zum 31.01.2020. Das war ein Freitag. Ich hatte ernsthaft schon überlegt am darauf folgenden Montag wieder arbeiten zu gehen, aber letztendlich ging ich doch zu meiner Psychologin und wurde weiterhin krankgeschrieben. Zum Glück! Ein Telefonat mit einer lieben Kollegin meiner Abteilung machte mir in der darauffolgenden Woche dann auch klar, dass es die richtige Entscheidung war. Denn während ich mir daheim schlimme Selbstvorwürfe machte mit Gedanken wie „du kannst doch nicht alle hängen lassen“ oder „es gibt so vieles was nur ich weiß wie man es macht“, haben sich andere Menschen, die sich eigentlich hätten Gedanken machen müssen, überhaupt keine Gedanken gemacht.

Tagebucheintrag Dienstag 18.02.2020

Depression ist so ein Arschloch!!!! Heute bzw. gerade kotzt mich diese Krankheit wieder total an. Das sich immer alles anstrengend anfühlt, man sich immer wieder aufraffen muss. Diese Momente wo man nur dasitzt und ins Nichts starrt. Wenn man überlegt was man eigentlich gerade tun wollte. Einfach so vieles vergisst. Sich nicht mehr an das gelesene bzw. die letzten Seiten eines Buches erinnert. Wenn man nach den richtigen Worten sucht. Es ist einfach furchtbar wenn man so vieles – auch Dinge die man gern hat – tun möchte und es einfach nicht schafft. Immer müde. Immer kaputt. ich bin jetzt schon so lange zu Hause und ich bin immer nur kaputt. Ich möchte mich am liebsten nur noch ein mein Bett verkrümeln, Decke über den Kopf und schlafen!

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Ich hatte weiterhin alle 14 Tage, manchmal waren es auch drei Wochen, meine Gesprächstherapie und ich las sehr viel über das was mit mir los war. Beides verhalf mir zu der Erkenntnis, dass ich erst ein Burnout und im Anschluss daran dann eine Depression bekam. Diese Konstellation ist auch gar nicht so unüblich. Wenn man bedenkt, dass jemand der ein Burnout hatte weil er sich aus den unterschiedlichsten Gründen oder Umständen heraus einfach viel zu lange viel zu viel zugemutet hat, plötzlich „Schachmatt“ gesetzt wird, der stürzt ganz unweigerlich in ein Loch. Plötzlich wird einem der Boden unter den Füßen weggezogen und man steht vor dem (gedachten) Nichts. Und es machen sich Gefühle wie Hilflosigkeit, Angst, Wut und Gedanken wie „Du bist nutzlos!“ in einem breit.

Meine erste Hausaufgabe

Ja Hausaufgabe! 🙂

Meine erste Hausaufgabe von meinem Therapeuten bestand darin alleine in ein Café zu gehen und ganz in Ruhe einen Kaffee zu trinken. Klingt einfach? Für die meisten Menschen ist es das mit Sicherheit auch. Für mich war schon allein der Gedanke daran ganz furchtbar. Unter Menschen zu sein(!) und dann ganz allein (!) da sitzen. Was denken sich dann die anderen Menschen? „Schau mal die ist ganz allein, die hat niemanden und muss jetzt ganz allein hier sitzen!“ Ziel dieser Hausaufgabe sollte es sein mein Selbstwertgefühl und mein Selbstbewusstsein zu stärken. Ich sollte den Mut aufbringen, sozusagen über meinen Schatten springen, ich sollte die Stille und die gefühlten Blicke der anderen Menschen aushalten.

Am 21.02.2020 war es dann soweit. Ich habe mich getraut. Ich ging morgens in das Café eines Bäckers. Ich holte mir einen großen Cappuccino und dazu ein Käsebrötchen und später sogar noch einen Pfefferminztee. Ich war unglaublich stolz auf mich in diesem Moment. Ich saß zwar ganz hinten in einer Ecke, aber das war mir egal. Ich habe mich getraut! Es war auch richtig viel los. Einige Menschen frühstückten zu zweit, aber andere waren auch ganz allein dort. Eine Frau telefonierte die ganze Zeit. Ein älterer Mann las in seiner Zeitung und ein anderer Mann mittleren Alters tippte irgendetwas in seinen Laptop und trank immer wieder zwischendurch von seinem Kaffee. Und obwohl ich es vorher nicht dachte, fühlte es sich gar nicht so schlimm an, und ich fühlte mich auch gar nicht allein. Und was noch viel besser war: keiner schien auch nur Notiz von mir zu nehmen. Alle waren so mit sich selber beschäftigt und plötzlich war ICH diejenige die die Leute beobachtete. Ich war innerlich total ruhig und als ich ging wusste ich, dass ich das nicht zum ersten und letzten Mal gemacht habe.

Auch die nächsten Hausaufgaben gingen primär weiterhin darum mein Selbstbewusstsein und somit mein Selbstwertgefühl zu stärken. Das war nämlich ganz ganz klein! Auf die Frage hin, was mir denn so Spaß machen würde, konnte ich meinem Therapeuten in einer der nächsten Therapiestunden keine Antwort geben. Verrückt oder? Ich konnte nichts benennen, so rein aus dem Bauch heraus, was mir Spaß bringt. Also haben wir zusammen eine kleine Liste erarbeitet, die ich in den nächsten Wochen „abarbeiten“ sollte.

Folgende Dinge standen auf meiner Hausaufgabenliste:

  • in die Sauna fahren
  • spazieren gehen an einem Ort wo ich noch nicht war
  • am besten gleich morgens spazieren gehen
  • noch mal einen Kaffee trinken gehen
  • mich mit Freunden verabreden

Nach meinem ersten Erfolgserlebnis war ich sogar auch richtig davon überzeugt, dass ich diese Aufgaben alle schaffen würde. Ich freute mich sogar darauf! Am 12.03.2020 bin ich in eine Therme gefahren zum saunieren UND ich war vorher noch nie dort, kannte mich also überhaupt nicht aus. Es war ein großartiger Tag. Ich war fast den ganzen Tag dort, konnte mich sogar richtig entspannen und fühlte mich total wohl.

Am Tag darauf fuhr ich eine Arbeitskollegin besuchen, die zu diesem Zeitpunkt in Elternzeit war. Mit ihr hatte ich mich schon immer gut in der Arbeit verstanden und wir waren früher auch schon mal gemeinsam auf Konzerten. Auch dieser Tag war richtig schön. Wir konnten gut miteinander reden. In mein Tagebuch schrieb ich an diesem Abend:

Ich würde mir wünschen das wir richtig gute Freundinnen werden. Es ist schön sich mit ihr zu unterhalten und ich glaube es tat uns beiden gut. Sie ist wirklich eine ganz Liebe!

Insgesamt kann ich sagen, das es bis Mitte März 2020 gedauert hat, bis ich diese Krankheit wirklich für mich annehmen konnte. Es gab dafür keinen Tag X. Vielmehr war es so, dass ich irgendwann in dieser Zeit angefangen habe diese Krankheit auch als Chance wahrzunehmen. Ich merkte, dass es nichts nutzte wenn ich gegen sie und somit gegen mich ankämpfte. Irgendetwas wollte mein Körper und meine Seele mir mitteilen, und anstatt mir weiterhin „die Ohren zuzuhalten“, wollte ich jetzt hinhören. Die ganzen vielen letzten Wochen wollte ich mir diese „Schwäche“ nicht eingestehen. Ich wollte wie immer stark sein. Mein eigener Fels in der Brandung. So war es immer. Aber manchmal oder vielleicht auch öfters, ist loslassen keine „Schwäche“, sondern die eigentliche Stärke!

Als ich gerade anfing Hoffnung für mich zu gewinnen. Als ich gerade anfing ganz offen mit dieser Erkrankung umzugehen, mich ihr zu stellen, da passierte das, mit dem wohl nie jemand von uns gerechnet hatte! CORONA!

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Am 16.03.2020 wurde für Bayern der Notstand ausgerufen und ab dem 17.03.2020 stand hier das ganze öffentliche Leben plötzlich still. Konzerte und Veranstaltungen wurden in den vergangen Wochen schon alle abgesagt. Doch jetzt wurden auch zum Beispiel Kinos, Hotels und Fitnessstudios geschlossen. Restaurants durften nur noch bis 15 Uhr öffnen und es mussten Sicherheitsabstände eingehalten werden. Lebensmittelmärkte, Drogeriemärkte und Tankstellen hatten weiterhin ganz normal geöffnet, aber auch hier musste man Sicherheitsabstände von 1,5 m einhalten und durfte Geschäfte nur noch mit einer Mund- und Nasenmaske betreten. Die Menschen machten plötzlich einen großen Bogen um einen, man sah wie alle versuchten sich gegenseitig aus dem Weg zu gehen. Die Straßen waren plötzlich ganz leer. Ein paar Tage später, ab dem 21.03. galt für Bayern eine Ausgangssperre. Man durfte noch einkaufen gehen aber ansonsten lediglich zum spazieren gehen und für Sport im Freien durfte man das Haus verlassen. Baumärkte, Friseurgeschäfte, Tattoo Studios und auch die Gastronomie wurden komplett geschlossen.

Was zuvor für mich persönlich eine Notbremse war, war plötzlich für die ganze Gesellschaft eingetreten. Stillstand. Ich bin mir sicher, dass es sich für alle Menschen total befremdlich angefühlt hat. Für mich war es teilweise kaum auszuhalten. Aber darüber ein anderes Mal dann mehr!

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Die Suche nach dem eigenen ICH

Wow, das klingt schon ganz schön tiefgründig 😉

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Nach meinem letzten Beitrag haben mich ein paar private Nachrichten erreicht. Ich muss sagen, dass ich teilweise sehr gerührt war und auch das eine oder andere Tränchen bei mir gekullert ist. Am meisten war die Rede von großem Mut meinerseits. Ich muss gestehen, dass ich es auch mutig finde so einen Blog zu schreiben. Das soll nicht eingebildet klingen, auf gar keinen Fall. Aber mir ist klar, dass ich hier sehr persönliche Dinge von mir preisgebe und das es Menschen gibt, die mich auch im realen Leben kennen und die so einen großen Einblick in mein Leben bekommen. Für mich stellt genau das eine Herausforderung dar.

Ich möchte überhaupt nicht, dass mich jeder mag. Ich hatte noch nie den Anspruch das mich jeder mag. Und ich war in vielerlei Hinsicht auch nicht überrascht, wie mich meine Mitmenschen bisher wahrgenommen haben. „Diese Seite kenne ich gar nicht von dir!“ hieß es jetzt oft. Ja das weiß ich! Ich war auch immer sehr darauf bedacht nur das Nötigste (das was ich dafür hielt) von mir zu zeigen. „Gefühle zeigen, ist ein Zeichen von Schwäche“ war seit meiner Kindheit ein großes „Motto“ von mir. Und so bleibe ich lieber in gewisser Hinsicht als eine Art von hart, unnahbar, laut und taff im Kopf der Menschen. Ich bin das schon auch, aber eben „nur“ „auch“. Ich lache gerne, rede gerne und Menschen die ich mag habe ich gerne um mich. Ich glaube das ich loyal bin und das man sich auf mich verlassen kann. Tatsächlich ist es aber auch so, dass ich viele Menschen überhaupt nicht mag und dies dann auch nicht immer unbedingt verbergen kann. Und ich möchte das auch gar nicht. Ich lege überhaupt keinen Wert darauf das mich jeder mag! Und ich finde das auch absolut legitim.

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Ich konnte mich bisher nur ganz wenigen Menschen gegenüber öffnen, und ich finde dann oft auch nicht die richtigen Worte (denke ich jedenfalls). Mir fällt es unglaublich schwer Menschen zu vertrauen, denn das eine oder andere Mal wurde ich in dieser Hinsicht auch schon sehr enttäuscht (normal – ich weiß).

Jetzt darüber zu schreiben ist daher relativ neu für mich. Relativ, weil ich schon in meiner Kindheit angefangen hatte Tagebuch zu schreiben. Irgendwo mussten all diese Gedanken schon immer hin. Und wenn ich hier darüber schreibe, kann ich meine Worte mit Bedacht wählen. Im realen Leben neige ich dazu aufkommende Gedanken direkt auszusprechen 🙂 Das ist nicht immer von Vorteil. Den Vorsatz „Sage immer was du denkst“ – finde ich prinzipiell nicht schlecht, aber ist nicht immer so gut. Man tut dadurch auch mal schnell jemanden weh, obwohl man das (vielleicht) gar nicht wollte. Oder man sagt Dinge, die einem später leid tun und oftmals plappert man (ich) auch etwas aus, was man (ich) besser nur gedacht hätte. Auch ein Punkt an dem ich noch arbeiten möchte und definit für mich „Verbesserungspotential“ sehe 🙂

Das heißt jetzt aber nicht, dass ich hier jeden Satz tausendmal gegenlese und „korrekt“ rüberkommen möchte. Wenn jemand das was ich hier schreibe nicht mag, wäre es mir ehrlich gesagt auch ziemlich egal. Es kann jeder entscheiden was er mit seiner freien Zeit macht 🙂

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Mir ist auch klar, dass das was ich hier schreibe an manch einer Stelle auch mal – wie heißt es so schön – „nach hinten losgehen“ kann. Ich möchte ganz gewiss niemanden hiermit verletzen. Absolut nicht! Wenn ich das tue, dann tut es mir leid und war nicht von mir beabsichtigt.

Mir geht es hier auch nicht darum irgendjemanden an den Pranger zu stellen oder „dreckige Wäsche zu waschen“. Im Gegenteil, das wäre überhaupt nicht meine Art. Aber dennoch kann es vorkommen, dass ich bei dem einen oder anderen Beitrag Einblicke in meine Kindheit geben werde. Eine Kindheit wie ICH sie wahrgenommen habe und wie ICH sie empfunden habe. Das ist nur meine Perspektive! Ich habe aktuell nicht vor detailliert über meine Kindheit zu schreiben. Aber ich glaube, dass es gerade die Dinge in der Kindheit sind, die jeden Menschen prägen. Und daher wird es den einen oder anderen „Rückblick“ geben.

Wer bin ich denn nun eigentlich?

Ich weiß gar nicht, ob überhaupt ein Mensch das für sich so wirklich beantworten kann. Wenn Du während du das hier liest, dir diese Frage stellst: Was antwortest Du dir dann? Sagst du dann wie du heißt, was du beruflich machst, wo du wohnst oder herkommst. Das meine ich aber nicht. Wer bist DU? Was macht dich aus? Was bist du für ein Mensch? Ich glaube da müssen viele von uns dann erst einmal überlegen.

Antworten auf diese und andere „Lebensfragen“ erhoffte ich mir in der Psychotherapie zu finden. Anfang Januar 2020 beschrieb ich das mit den Worten „Ich möchte mit mir ins Reine kommen“ So steht es in meinem Tagebuch. Und: „Ich will verstehen, warum ich immer wieder in alte Verhaltensmuster verfalle und ich in bestimmten Situationen so reagiere wie ich reagiere. Und dann hoffe ich, dass ich das ändern kann.“ Auch stand (und steht auch jetzt noch) der Punkt „Männer“ ganz oben auf meiner „Baustellenliste“. Man musste kein Psychologe sein um zu erkennen, dass da bei mir in der Vergangenheit irgendetwas nicht in Ordnung war. Aber jetzt war ich fest dazu entschlossen all das mal anzugehen.

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Generell kann man sagen, dass der ganze Januar 2020 von zwei Gefühlsschwankungen geprägt war. Es war ein auf und ab von „ja das schaff ich“ und „was soll die ganze Scheiße“ (sorry). Ich setzte mich innerlich ganz oft, beinahe täglich, unter Druck. Ich wollte alles und das am besten gestern. Und wenn nicht gestern, dann wenigsten jetzt – sofort. Furchtbar. Das das nicht funktionieren konnte war mir aber zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht klar. Ich hatte an mich selber auch jetzt noch einen ungeheuren Anspruch und wollte das alles (ich) perfekt ist. Anderen Menschen konnte ich schon immer viel durchgehen lassen, aber an mich selber stellte ich unsagbar hohe Ansprüche. Ich war immer in Aktion, gönnte mir kaum Ruhe. Im beruflichen wie im privaten.

Auf Anraten meiner Psychologin nahm ich seit Anfang Januar Antidrepressiva. Vielleicht waren einige der Dinge die mir zu schaffen machten auch Nebenwirkungen dieser Tabletten, ich weiß es nicht. Ich war noch mehr müde als sonst, schlief aber in der Nacht sehr schlecht und hatte sehr oft Albträume. Tagsüber war ich sehr unruhig und körperlich sehr angespannt. Mein Kiefer tat extrem weh. Ich hatte sehr oft das Gefühl irgendwie „zu kurz zu atmen“ und ich hatte viel zu viele Gedanken in meinem Kopf die irgendwie total durcheinander waren und ich konnte sie nicht „ordnen“. Ich hatte das Gefühl nichts auf die Rehe zu bekommen. Ich schrieb mir „To-do-Listen“ für jede Woche und hoffte sie würden mich motivieren, aber größtenteils demotivierten sie mich, weil ich sie nicht schaffte „abzuarbeiten“.

Ende Januar 2020 – Meine erste Therapiestunde….

Puuhh was soll ich sagen. Ich war körperlich in diesem Momenten mega angespannt. Ich glaube beinahe jeder Muskel in meinem Körper war angespannt. Ich war nicht direkt nervös, aber irgendwie ängstlich. Ich wusste da ist jetzt gleich jemand (und dann auch noch ein Mann) dem du ja zumindest mal erzählen musst warum du jetzt hier bist. Gedankenlesen wäre toll, aber da das bisher noch niemand erfunden hat, müsste ich wohl einfach reden. „Einfach reden“…. ja das kann ich … nicht. Und so fing ich eigentlich gleich beim ersten Satz schon wieder an zu weinen.

In diesem ersten Gespräch kamen, auch durch viele Rückfragen seinerseits, eigentlich gleich alle Themen auf den Tisch. Ich fing mit den Problemen in der Arbeit an. Aber letztendlich redeten wir auch über Beziehungsprobleme, insbesondere über die letzte lange Beziehung die ich hatte und die mehr als schwierige Trennung, Und es kamen auch ein paar Kindheitsgeschichten zu Tage. Mir war klar, dass er sich in diesem ersten Termin sicherlich ein Bild vom „Großen/Ganzen“ machen wollte. Ich frage mich bis heute ob er bei den vielen Zeitsprüngen während meiner Erzählungen überhaupt durchgeblickt hat. Aber wahrscheinlich bringt das sein Job so mit sich. Während ich da saß in dem grünen Samtsessel und zumeist unter Tränen erzählte, war er total ruhig, machte sich viele Notizen und immer wieder schaute er mich an und sagte „Oh Gott. Das ist ja furchtbar!“. Ich weiß noch, dass ich mich wahnsinnig oft für das was ich ihm erzählte entschuldigte. So als ob mir das was ich ihm erzählte leid tun müsste und ich eine Art von Schuld in mir trage für all das was passiert ist. Heute weiß ich das das Quatsch war, aber damals… „Tut mir leid“ ich sagte ganz oft „Tut mir leid!“ in diesem ersten Gespräch.

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Er war wirklich toll! Er reagierte entgegen meiner damaligen Vermutung fast sanftmütig und total verständnisvoll. Damit hatte ich gar nicht gerechnet. Ich weiß nicht warum ich nicht damit rechnete. Ich glaube einfach, dass ich ein unglaublich schlechtes Bild von mir zu dieser Zeit hatte. Mein Selbstwertgefühl war gleich null!

Um einen Vergleich zu haben, hatte ich in den darauffolgenden zwei Wochen noch zwei weitere Termine bei anderen Therapeuten. Aber im Endeffekt habe ich mich dann für ihn entschieden, weil ich mir entgegen meiner Vermutung , bei ihm (als Mann) am wohlsten gefühlt habe. Diese Entscheidung kam rein aus dem Bauch heraus. Fachlich waren die anderen bestimmt auch toll, aber menschlich fühlte ich mich bei ihm am besten aufgehoben. Und das wollte ich – Ich wollte jemanden bei dem ich mich gut fühlen kann und der Verständnis für mich hat. Und ich glaube das ist in einer Psychotherapie das worauf es ankommt. Man braucht jemanden bei dem man sich gut fühlen kann.

Was hat das alles mit dem Titel dieses Beitrags „die Suche nach dem eigenen ICH“ zu tun. Weil ich genau auf dieser Suche war, und es auch heute noch zu großen Teilen bin. Ich versuche mich selbst zu finden!

Mehr dazu aber beim nächsten Mal!

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Einmal ab auf die Couch!

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Welche Couch? Also ich war bei drei Psychotherapeuten und keiner hatte eine Couch! Na toll! Wer hat sich das nur ausgedacht?… 🙂


Wenn man eine Psychotherapie anfangen möchte, ist es gar nicht mal so leicht einen Therapeuten zu finden. Bei mir hat es (nur) zwei Monate gedauert, bis ich meinen Therapeuten gefunden hatte. Andere suchen viel länger. Zudem macht einem die eigene Krankheit auch noch einen Strich durch die Rechnung. Man bekommt so schon nichts auf die Reihe, und soll sich dann mit so einer, für einen bis dahin unbekannten, Thematik beschäftigen.


Mit der Psychotherapie ist das so eine Sache. Ich wusste eigentlich überhaupt nicht was mich erwartet. Anfangs dachte ich auch hier wieder „der gibt dir jetzt Dinge zum abarbeiten und dann bist du wieder gesund.“ Rückwirkend betrachtend, mit einigen Monaten Therapie hinter mir, finde ich es schon ein wenig erschreckend in welchem „Modus“ ich damals unterwegs war. Ich war getrieben von rationaler Strebsamkeit, einem absoluten Perfektionsstreben, „auf Problem a folgt Lösung b“ Denken, alles zack zack, keine Zeit zum innehalten und durchschnaufen.

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Tatsächlich war ich überrascht, dass man in einer Verhaltenstherapie (wie ich sie mache) einfach „nur“ redet. Manchmal auch über ganz banale Dinge, wo man denkt „hää was hat das jetzt mit meinen Problemen zu tun?“ Die Sache ist – man weiß oftmals gar nicht, mit WAS man ein Problem hat. Klar, viele Probleme weiß man schon ganz klar zu benennen. Vieles hat man aber auch lange Zeit verdrängt, oder man dachte man ist schon darüber hinweg, wie so Art Schubladen die man zugemacht hat, und in die man niemals mehr reinschauen möchte bzw. wollte.

Aber andere Dinge hat man gar nicht so als Problem wahrgenommen. „Problem“ ist vielleicht auch nicht das richtige Wort. Eher Abläufe, bestimmte Szenarien die man immer auf die gleiche Art und Weise tut. Oder es sind bestimmte Ansichten / Denkmuster die man von Klein auf eingetrichtert bekommen hat, die man aber gar nicht in Frage gestellt hat weil „das ist eben so!“. Mitunter sind es dann aber Abläufe/ Denkmuster die einem nicht gut tun, aber man erkennt sie selber nicht. Und hierfür, wie auch für die real erkannten (aber teilweise aus den unterschiedlichsten Gründen verdrängten) Probleme hilft eine Psychotherapie.

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Ich habe mich ganz bewusst für eine Verhaltenstherapie entschieden. Eine Verhaltenstherapie basiert auf dem Prinzip, dass ungünstige Verhaltensweisen und Denkmuster erlernt wurden und demnach auch wieder verlernt werden können. In der Verhaltenstherapie ist man als Patient aktiv an seinem Heilungsprozess beteiligt, indem man neue Denk- und Verhaltensweisen einübt. Aber dazu muss man sie erst einmal erkennen und sich dann auch auf den Veränderungsprozess einlassen. Letzteres ist wie mit dem Kampf gegen einen inneren Schweinehundes zu vergleichen. So Mancher kennt dies schon aus diversen Abnehmversuchen oder dem immer wiederkehrenden Vorsatz sich mehr zu bewegen, weniger Süßes zu essen usw. Das ist wirklich schwierig und richtig harte Arbeit! Weniger Arbeit für den Körper, aber um so mehr für den Geist! Jeder der schon einmal wusste, dass etwas total ungesund ist – nehmen wir zum Beispiel das Thema rauchen – aber es dennoch immer wieder tut, weiß wovon ich spreche. Und genau so ist es mit schon immer gelebten Denk- und Verhaltensmustern wenn es um das Thema Psyche geht.

Wenn man es denn geschafft hat, sich für eine Psychotherapie zu entscheiden, mit dem festen Vorsatz, Wunsch und Willen dafür alles zu tun was nötig ist, auch wenn es vielleicht im ersten Moment unlogisch ist, DANN kommt der nächste Schritt.

Denk- und Verhaltensmuster erkennen – wie passiert das?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn es ist natürlich auch sehr individuell. In meinen nächsten Beiträgen würde ich euch gerne von meinen Veränderungen erzählen. Das ist natürlich sehr privat, aber ich finde es an dieser Stelle auch sehr wichtig. Von blanker Theorie hat noch nie jemand etwas gelernt und vielleicht hilft es der/dem einen oder anderen in seinem Leben auch seine persönlichen „Fallen“ zu entlarven.

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Nicht aufzugeben und sich immer wieder seinen Wunsch nach Veränderung ins Gedächtnis zu rufen hilft in Momenten, in denen man alles gegen die Wand fahren möchte. Rückschritte gibt es nicht. Rückschritte sind in Wirklichkeit immer nur Momente in denen man erkennt, dass man noch mehr tun muss, das man es vielleicht anders machen muss als wie man es schon versucht hat, die Perspektive zu ändern. Das klingt einfach geschrieben, aber ich weiß wovon ich spreche!

Wenn ich nach mehren Tagen oder Wochen an denen es mir gedacht schon wieder besser ging, auf einmal einen „Rückschlag“ hatte, dann fühlte sich das einfach nur furchtbar grausam an. Man glaubt noch gar nichts erreicht zu haben, vergräbt sich wieder im Bett, möchten keinen Menschen hören und sehen. Das ist wirklich nicht einfach. Man darf nicht vergessen, ich schreibe hier über eine psychische Erkrankung! Also keinen Normalzustand (wie auch immer der aussehen mag). Ein psychisch gesunder Mensch hat auch immer wieder Phasen in denen er sich kaputt und ausgelaugt fühlt. Das ist ganz normal. Für einen psychisch kranken Menschen ist das aber Dauerzustand! Und aus diesem Dauerzustand heraus eine persönliche Veränderung heraus zu vollziehen ist ein wirklicher Kraftakt – und das körperlich wie geistig.

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Nehmen wir zum Beispiel den schönen guten Ratschlag den Menschen mit psychischen Erkrankungen oft hören: „Geh einfach mal eine Runde raus spazieren. Die Sonne wird dir gut tun!“ Ja klar würde sie das. Das wissen psychisch kranke Menschen schon auch. Sie schaffen es aber oftmals körperlich nicht dies umzusetzen! In Gedanken wollen das die meisten, das ist überhaupt nicht das Ding! Sie wollen es, weil sie sich ihrer Erkrankung bewusst sind und nichts mehr wollen als wieder gesund sein.

Erinnert ihr euch noch an meinen letzten Beitrag, in dem ich schrieb, dass oftmals schon Zähneputzen und duschen eine absolute Herausforderung für mich waren, und das ich es an manchen Tagen noch nicht einmal vom Schlafanzug in den Jogginganzug geschafft habe? Kleine banale Dinge, die für einen psychisch gesunden Menschen überhaupt nicht erwähnenswert sind. Da denkt man gar nicht drüber nach! Für Menschen mit einer psychischen Erkrankung wie zum Beispiel einer Depression sind DAS schon mitunter Erfolgserlebnisse! Wie soll man da „einfach mal eine Runde draußen spazieren gehen“? Einfach ist nicht immer einfach. Allein bei diesem Beispiel spielt so vieles mit rein. Da ist nicht nur das umziehen in rausgehtaugliche Klamotten (damit meine ich nichts sonderlich schickes, sondern einfach nur nicht im Schlafanzug rauszugehen), vielleicht etwas Wasser ins Gesicht schütten, Zähne putzen und sich die Haare zu kämmen.

Man würde auch auf andere Menschen treffen! Für mich war das ein absolutes Problem. Ich hatte immer das Gefühl, dass mich alle Menschen denen ich begegnete anstarren und mir meine Krankheit ansehen, so als würde ein imaginäres Schild über mir schweben „ACHTUNG! PSYCHO!“. Der blanke Horror! Also vermied ich solche Aktivitäten auch weitestgehend, obwohl mir ein Spaziergang sicherlich gut getan hätte.

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Andere Sprüche die Menschen mit einer psychischen Erkrankung oft hören und die nicht besonders hilfreich sind:

„Stell dich nicht so an! Das ist nur so eine Phase!“

„Andere Menschen haben auch Probleme und machen nicht so ein Theater!“

„Burnout und Depression – dieser ganze neumodische Quatsch!“

„Das sieht man dir aber gar nicht an!“

„Du willst doch nur Aufmerksamkeit!“

„Letztens als ich dich gesehen habe, hast du doch noch gelacht. Du kannst doch gar keine Depression haben!“

An alle die selbst solche Sätze schon einmal gebracht haben (wobei solche Menschen wahrscheinlich nicht diesen Blog lesen) sei etwas gesagt: Ihr habt überhaupt gar keine Ahnung was ihr mit solchen Äußerungen alles bzw. was ihr noch mehr kaputt macht! Depression ist nämlich nicht nur eine einfache Traurigkeit. Depression stellt deine ganze Existenz in Frage. Sie gibt dir das Gefühl nichts wert zu sein und das niemand dich haben will und das dich kein Mensch braucht und versteht. Depression ist keine Stimmung. Sie ist ein Lebensgefühl. Deshalb lachen depressive Menschen auch, machen Witze und wirken unbekümmert oder sind sogar im Job erfolgreich. Unvergessen der Schauspieler Robin Williams. Fußballer (Torhüter) Robert Enke, der mit seinem Freitod das Thema Depression im Leistungssport enttabuisierte. Nirvana Frontman Kurt Cobain, US-Musiker und Soundgarden Sängers Chris Cornell und, ein Tod der mich auch schmerzlich sehr bewegt hat war, der Tod von Chester Bennigton – Frontmann und Sänger der Band Linkin Park. Wenn du also keine Ahnung von diesem Thema hast, sorry, aber dann halt einfach deine Fresse!

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Wenn ihr auch solche Sprüche gehört habt oder sie aktuell hört, dann lautet mein Rat: meidet solche Menschen! Meidet nicht alle Menschen, aber solche von denen ihr wisst (nicht denkt!) das sie so denken. Solche Sätze sind ein Zeichen von mangelndem Wissen, Desinteresse und/oder nicht zuletzt fehlender Empathie. Und da ihr momentan alle Kraftreserven für euch selber motivieren müsst, tut euch selber einen Gefallen, dreht euch um und geht. Alles andere kostet nur Kraft und Zeit – eure Kraft – eure Zeit. Ihr werdet irgendwann feststellen wie wunderbar befreiend es ist, sich nicht mehr mit diesen Menschen umgeben zu müssen! Das gleiche gilt für die Menschen, die immer gleich mit ihren Sorgen anfangen sobald man sagt „Mir geht es nicht gut!“ Solche Menschen plappern dann immer gleich drauf los, von ihren Problemen und auch das braucht ihr nicht! Ich meine damit nicht, dass man nicht für seine Freunde oder seine Familie da sein soll. Ich meine damit sogenannte „Energieräuber“ die nicht wirklich an euch, eurem Leben, euren Problemen ein Interesse haben. Ihr erkennt sie daran, dass diese Menschen sich NICHT von sich aus bei euch melden werden während ihr zum Beispiel krankgeschrieben seid. Später kommt dann „Ich wollte mich ja eigentlich auch melden, aber weißt du, bei mir war so viel los. Bla, bla, bla…“ Merkt ihr was? Wieder nur sie! Ab in die Tonne damit!

Das Leben ist schön und eine psychische Erkrankung kann auch der Start, die Möglichkeit in ein vollkommen neues und anderes Leben sein. Für aktuell Betroffene mag es unmöglich klingen, aber ALLES im Leben ist eine Chance! ALLES!


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Wo geht´s lang bitte?

Ein Wendepunkt – Was ist das überhaupt?

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Momente an dem man sich ganz genau bewusst ist, dass das eigene Leben oder das eigene Handeln nicht mehr so weitergehen kann bzw es nicht sollte wie bisher hatte schon jeder von uns. Eine schlimme aber überstandene Krankheit, die x-te Beziehung die gescheitert ist, anhaltender Frust im Job, Familiendramen usw. Ein jeder kennt das.

In solchen Momenten hat man meiner Meinung nach nur zwei Möglichkeiten zu reagieren. Ignorieren und weiter machen wie bisher, oder „Augen auf und durch“. Ja ich weiß, der Spruch heißt eigentlich „Augen zu und durch“. Aber auf dem Weg der bei dieser Möglichkeit vor einem liegt, sollte man besser hellwach und aufmerksam sein. Er ist zugegebenermaßen auch der schwierigere Weg von beidem. Einfacher ist es einfach so weiterzumachen wie bisher. Das tut einem zwar nicht gut, aber da kennt man sich aus und man weiß worauf man sich einlässt. Ich verurteile letzteres nicht! Ich habe selbst jahrelang danach gehandelt.

Also dann „Ärmel hochkrempeln und los“ oder etwa nicht?

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Tatsächlich war ich am Anfang meines Wendepunks noch energiegeladen. Von meiner Allgemeinärztin, bei der ich am 25. Oktober 2020 weinend saß, wurde ich erst einmal sechs Wochen krank geschrieben. Dieses Mal auch ohne Protest meinerseits. Ich sollte mich zunächst erst einmal nur ausruhen, nichts machen und sie verschrieb mir Beruhigungstabletten. Das ausruhen und nichts machen war aber gar nicht so einfach, und so verliefen die sechs Wochen insgesamt eher holprig und unkoordiniert. Ich versuchte viel damit es mir besser ging. Ich ging spazieren, versuchte wieder zum Sport zu gehen, habe angefangen Bücher zu lesen. Aber ich dachte auch sehr viel an die Arbeit und es ging mir überhaupt nicht gut bei diesen Gedanken. Ich kam mir manchmal vor wie in einem Film, habe agiert und reagiert, aber war nicht der Regisseur. Es ist schwer diesen Zustand zu beschreiben. Ich dachte immer noch, das ich jetzt nur so eine Art Liste abarbeiten müsste und war davon überzeugt, dass dann schon wieder alles in Ordnung sei.

Und so versuchte ich auch nach den sechs Wochen wieder arbeiten zu gehen. Ich nahm immer wieder einzelne Urlaubstage und versuchte in der Arbeit kürzer zu treten. Kurz vor Weihnachten hatte ich einen Termin bei einer Psychologin. Auch dort weinte ich und erzählte ihr Dinge, sie sprudelten förmlich aus mir heraus, an die ich schon lange nicht mehr gedacht hatte. Sie wusste einfach welche Fragen sie stellen musste. Insgesamt war es wirklich ein sehr gutes Gespräch! Ich war froh und sicher das dies eine richtige Entscheidung war. Andererseits fühlte ich mich danach aber auch echt schlecht. Sie führte mir „Baustellen“ vor Augen, die ich lange verdrängt hatte oder die ich für mich versucht hatte „schön zu reden“. Sie riet mir dringend davon ab momentan arbeiten zu gehen und meinte ich würde in einer schweren depressiven Episode sein.

Aber ich wusste es ja besser….

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Nach meinem Weihnachtsurlaub ging ich wieder ganz normal in die Arbeit. Die ersten Tage waren auch noch ganz okay. Viele meiner Kollegen waren noch im Urlaub und auch insgesamt war es in der Firma noch sehr ruhig.

Dann kam der 13. Januar 2020. Ich fuhr morgens ganz normal in die Arbeit, aber schon kurze Zeit später saß ich wie geistesabwesend auf mein Bürostuhl. Ich saß da, wusste ich müsste jetzt anfangen mit arbeiten, aber es ging nicht. Es ging einfach nicht. Ich hab mich umgeschaut, ins Nichts, und ich konnte NICHTS tun. Für jemanden der das nicht erlebt hat mag das unvorstellbar klingen. Aber es war tatsächlich so. Ich ging zu zwei Kolleginnen ins Büro im Stockwerk über mir und fing dort eigentlich gleich unmittelbar an zu weinen und sagte nur „Ich kann nicht!“ Sie waren wirklich lieb und redeten auf mich ein. Ich sollte doch heim gehen, das bringe doch nichts.

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Eine andere Kollegin begleitete mich dann schließlich auch ins Parkhaus zu meinem Auto. Ich fuhr direkt zu meiner Psychologin und seitdem bin ich bis heute krankgeschrieben.


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Ich hatte das Glück sehr schnell einen Psychotherapeuten zu finden. Für den sogenannten Konsiliarbericht (braucht man für den Beginn einer Psychotherapie) bescheinigte mir meine Psychologin:

„Es liegt eine an Intensität eher zunehmendes depressives Syndrom in Form von Antriebsschwäche, Überforderungsgefühl, Erschöpfungsgefühl, Affektlabilität, psychovegetativen Beschwerden, Ängsten über körperliche Gesundheit, Panikattacken, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Grübeln vor. Krankheitsaufrechterhaltend ist eine Überforderungssituation am Arbeitsplatz, zudem bestehen weitere psychosoziale Belastungsfaktoren. Diagnostisch liegt eine schwere depressive Episode sowie eine somatoforme autonome Funktionsstörung vor.“

Okay und jetzt?

Die nächsten Wochen / Monate hatte ich überhaupt keinen Plan mehr. Ich, die sonst immer ALLES managte, die immer perfekt organisiert war und die immer einen blöden Spruch auf den Lippen hatte, wusste plötzlich nicht mehr wie es weitergehen sollte. Tatsächlich ging mehrere Wochen so gut wie gar nichts. Weinen ging und schlafen ging auch. Ich war die erste Zeit so unfassbar müde und habe tatsächlich die meisten Zeit nur gelegen. Ich habe viel geweint. Manchmal wusste ich gar nicht warum.

Im Haushalt blieb das meiste liegen. Bestenfalls lag ich in Jogginghose auf der Couch, aber an vielen Tagen blieb ich einfach gleich den ganzen Tag im Schlafanzug.

Zähneputzen und Duschen stellte schon eine absolute Herausforderung dar und waren sehr oft alles, was ich an einem Tag geschafft habe. Meiner Tochter gegenüber hatte ich sehr oft ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht so für sie da sein konnte wie ich es wollte. Trotzdem waren das dann Momente in denen ich mich absolut versucht habe zusammenzureißen. Generell wollte ich wirklich viel tun und habe es auch immer wieder probiert. Ich glaube jeder der diese Krankheit hat oder hatte, weiß wovon ich spreche, aber es fällt wirklich schwer es in Worte zu fassen.

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Die Tage erscheinen so nutzlos. So unglaublich viele Gedanken und Gefühle im Kopf, das man denkt „dir platz gleich der Schädel“. Ein Gedanke führt zum Nächsten und letztendlich führt aber alles ins Nichts. Man sucht Antworten auf Fragen die man nicht wirklich kennt, man denkt und denkt ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Mitunter konnte ich die Gedanken gar nicht mehr klar ordnen, es wirkte größtenteils alles total durcheinander. Gequirltes Gedankenchaos übersäht mit viel zu vielen Gefühlen.

Und für mich das schlimmste daran war dieses Bewusstheit!

Ich war mir meiner Lage vollkommen bewusst! In jedem einzelnen Moment – Tag für Tag. Aber ich war unfähig irgendetwas daran zu ändern! Die Tage scheinen unendlich lang zu sein. Man fängt an einfach alles und jeden in Frage zu stellen, mitunter die eigene Existenz. Man fühlt sich kraftlos, nutzlos, überflüssig, unwichtig, dreckig und so viel mehr.

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Nachdem man viel zu lange alle Warnzeichen die einem der Körper gesetzt hat ignorierte hat, ist er auf null runtergefahren. Und das mit so einer Wucht, wie als würde jemand die Notbremse in einem Zug ziehen. Aber es ist genau das!

Eine Notbremse!

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Aber auch Weichen kann man ganz neu stellen….

Doch dazu ein anderes Mal mehr 🙂


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Wie eine Entscheidung alles änderte…

Es ist der 24. Oktober 2019. Ich sitze in meinem super schick eingerichteten Büro. Ich hab es mir in all den vielen Jahren hier richtig gemütlich eingerichtet. Mein Büro hat so viele Pflanzen wie kaum ein anderes Büro. Große Fotoaufnahmen von den Traumstränden dieser Welt an den Wänden, ein Foto meiner Tochter welches an einem Ostseeurlaub entstanden ist steht auf meinem Tisch, bunte Kritzlereien von ihr als sie noch im Kindergarten war hängen an den Schränken. Richtig gemütlich, man soll sich ja wohl fühlen in der Arbeit. Schließlich bin ich die meiste Zeit des Tages dort. Da will ich´s ja schön haben! Seit fast 20 Jahren bin ich jetzt schon hier.

Aber auch heute fühle ich mich wieder nicht gut. Ich habe mal wieder schlecht geschlafen. Wie schon seit vielen Monaten schlafe ich keine Nacht mehr durch und finde abends im Bett keine Ruhe. Mein letzter Urlaub ist gerade erst vier Wochen her, aber ich bin total kaputt. Anders als die letzten Jahre, kam ich aus dem Urlaub und fühlte mich überhaupt nicht erholt. Seit Monaten plagten mich schon schlimme Magenschmerzen. Vor zwei Wochen erst hatte ich eine so schlimme Schmerzattacke hier in der Arbeit, dass meine Kolleginnen beinahe einen Krankenwagen rufen wollten. Und vor einer Woche hatte ich plötzlich einen Migräneanfall wie aus dem Nichts.

Ich wusste nicht was mit mir los war. Erst Anfang Juli war ich wegen meiner Beschwerde bei meiner Allgemeinärztin gewesen. Neben den damals schon auftretenden Symptomen hatte ich einen stark juckenden Hautausschlag an den äußeren Oberarmen, an den Schienbeinen und an den Oberschenkeln. Kein Allergietest brachte Aufklärung. Ihre mahnenden Worte „Könnte es sein, dass sie sich zu viel zugemutet haben in letzter Zeit?“ hab ich abgetan mit „Ich hab bald drei Wochen Urlaub. Dann kann ich ausruhen.“ Der Urlaub kam, die Erholung nicht. Und so sitze ich hier vier Wochen nach meinem Urlaub und weiß plötzlich nicht mehr weiter.

Gerade hat mich eine Kollegin wieder innerlich zur Weißglut gebracht. „Will sie nicht verstehen, dass ich das heute nicht mehr schaffe was sie mir gerade anschaffen wollte?“ frage ich mich. „Ich habe ihr doch gerade noch gesagt, dass ich sowieso schon nicht mehr weiß was ich als Erstes machen soll.“ Seit vielen vielen Monaten geht das nun schon so. Es ist schon lange keine Frage mehr OB etwas von meiner Arbeit hinten runter fällt. Aber alles reden und bitten hat seit Monaten nichts gebracht. „Ich habe kein Budget für eine Neueinstellung Fr. S“ war stets die typische Antwort meines Chefs.

Aber heute ist irgendetwas anders….

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Plötzlich ist mir eines klar „Du musst hier weg!“ Es ist fast so etwas wie eine innere Stimme die zu mir sagt „Pack deinen Kram ein und GEH! – JETZT – SOFORT!“ Und das mache ich dann auch. Wie ferngesteuert räume ich noch meinen Schreibtisch auf, es muss ja schließlich alles ordentlich sein – ich will mir ja nichts nachsagen lassen. Ich sage noch irgendetwas zu meiner Kollegin und dann gehe ich. – ICH GEHE EINFACH –

Ich saß im Anschluss über eine Stunde weinend im Auto. Ich war unfähig los zu fahren oder irgendetwas anderes zu tun. Wie ich nach Hause gekommen bin, weiß ich nicht mehr so genau. Aber mir war klar – „Morgen gehst du da nicht mehr hin!“

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Was dann folgte, und warum ich heute sage, das es mit das Beste war was mir jemals passiert ist…. Drei mal dürft ihr raten…..

Dazu ein anderes Mal mehr 🙂

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Ich mach dann mal einen Blog…

Die Idee für einen Blog kam mir beim lesen eines Buches. Das Buch hieß „Depression und Burnout überwinden“ von dem Autor Klaus Bernhardt. In einem der Kapitel ging es darum, etwas beruflich im Leben zu tun was einem wirklich Spaß bringt. Sich zu verändern. Besser noch – sein Hobby zum Beruf zu machen. Ich gebe zu, der Gedanke mit dem Schreiben eines Blogs Geld zu verdienen war schon auch verlockend. Später habe ich dann aber für mich erkannt, dass es für mich wie eine Art Selbsttherapie oder Tagebuch sein könnte.

Ich möchte in diesem Blog meine Gedanken zu bestimmten Themen niederschreiben. Themen die mich bewegen, Themen die ich irgendwo aufschnappe und die mich nachdenklich machen. Aber auch Dinge und Ereignisse die mich zum lachen gebracht haben und die dem einen oder anderen beim lesen vielleicht ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern. Ich möchte aber auch immer mal wieder ganz private Dinge von mir erzählen. Einen Teil meiner Geschichte und wie ich zu dem Menschen geworden bin, der ich heute bin.

Ich hatte vor einigen Jahren angefangen ein Buch zu schreiben. Für viele mag das lächerlich oder übertrieben klingen. Warum sollte man schon ein Buch über sein Leben schreiben. Wer bin ich denn schon? Was habe ich denn schon großartiges geleistet? Ich habe nichts neu Erfunden, bin weder hochbegabt oder besonders einfallsreich. Bei den Worten „Was habe ich schon großartiges geleistet“ fällt mir ein Spruch ein, den ich schon des Öfteren gelesen habe:

„Was haben Sie denn in Ihrem Leben schon groß auf die Beine gestellt?“

„MICH. IMMER WIEDER!“

Ich weiß heute nicht mehr wirklich aus welcher Intention heraus ich damals meine Lebensgeschichte angefangen habe zusammenzuschreiben. Aber ich habe irgendwann damit wieder aufgehört, und besagtes Buch wurde nie „fertig“. Irgendetwas in mir weigerte sich auch immer wieder daran weiterzuarbeiten. Irgendetwas in mir sagte mir, dass es mir nicht gut tun würde immer wieder das Geschriebene durchzulesen, darüber nachzudenken, es auszubessern, wieder drüber zu lesen, es noch einmal umzuformulieren um dann wieder drüber zu lesen und so weiter. Heute weiß ich warum! Für mich, in meiner eigenen persönlichen Wahrnehmung und in meinem eigenen persönlichem Empfinden, ist meine Lebensgeschichte einfach nur traurig und grausam gewesen. Natürlich ist das eine rein persönliche Wahrnehmung und ein rein persönliches Empfinden. Wahrscheinlich würden manche Menschen beim lesen denken „Was stellt sie sich so an? MEIN Leben war vieeeeel schlimmer!“ Mit Sicherheit gäbe es diese Menschen. Und mit Sicherheit haben die meisten Menschen, wenn nicht sogar jeder, eine Vergangenheit die einen das (weitere) Leben schwer machen. Zumindest hat jeder eine Vergangenheit die einen in irgendeiner Art und Weise geprägt hat. Positiv wie negativ. Es kann daher NATÜRLICH nur MEINE eigene persönliche Wahrnehmung sein und MEIN eigenes persönliches Empfinden, aber deswegen ist es nicht weniger schlimm oder schlimmer als das von manch anderen. Es ist NUR meine Geschichte.

Ich glaube das schreiben eines Buches mit seiner Lebensgeschichte kann aber bestenfalls nur eine Momentaufnahme sein. Etwas, das bis zu dem Zeitpunkt an dem man sie aufschreibt alles so passiert ist. Punkt. Und danach? Wie ging es weiter? Was ist noch passiert? Schreibe ich dann eine Fortsetzung? Das Leben hat doch nach dem Schreiben des Buches nicht einfach aufgehört! Okay, es sei denn ich würde sie zu einem Zeitpunkt final aufschreiben, an dem ich ungefähr 80 Jahre alt wäre und denken würde „Jetzt hat bald dein letztes Stündlein geschlagen. JETZT musst du noch schnell alles aufschreiben“. Ist doch auch Bullshit. Soll ich sie dann im Altenheim in der wöchentlichen Leserunde vortragen? 🙂

Beim aufschreiben dieser Zeilen hier habe ich gerade noch einmal „vorbeigeschaut“ in „meinem Buch“. Eigentlich wollte ich nur schnell nachschauen wie viele Seiten es schon waren. Es waren ungefähr 80 Seiten. Den Anfang den ich damals geschrieben habe finde ich auch heute noch irgendwie gut. Er lautete so:

Wenn ich ein Lied höre, dessen Klang mich verzaubert. Wenn ich durch ein Lied eintauchen kann in eine Welt von Träumen, Sehnsüchten, Ängsten und Schmerzen. Wenn ein Lied es schafft, das auszudrücken wozu ich mit Worten nicht im Stande bin und doch jede einzelne Zeile fühle oder sogar lebe. Wenn ich mich in einem Lied wiederfinde, und mir vorstelle mit all meinen Gedanken und Erinnerungen nicht alleine zu sein. Dann möge es so mit diesem Buch sein, und für den einen oder anderen ein Halt sein. Ein Halt das alles nicht alleine zu erleben, das Wissen zu haben, dass es da draußen Menschen gibt die einem Nachempfinden können wie es einem geht.

„Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen, der erste Eindruck täuscht viele. Und nur die Klugheit einiger weniger nimmt wahr, was so gründlich verborgen schien. (Phaedrus)“

Ich muss kurz schlucken wenn ich das lese und mein Blick wandert kurz ins Nichts. Nicht weil es besonders gut oder einfallsreich ist. Aber beim lesen dieser Sätze wird mir eines klar: Mir ging es zu diesem Zeitpunkt richtig schlecht!

Das erwähnte Buch am Anfang dieses Beitrags lässt sicherlich schon so Manchen erahnen welches Thema mich dieser Tage umtreibt. „Depression und Burnout loswerden“ – Das ist aktuell mein Thema und das soll auch ein Teil dieses Blogs werden. Es ist mir natürlich klar, dass ein Burnout nicht so etwas wie ein Beginn Datum hat. Genauso gibt es kein Datum an dem man plötzlich aufwacht und feststellt „Ich habe eine Depression“. Aber wenn ICH es an einem Datum ausmachen müsste, dann wäre das der 24. Oktober 2019. Doch dazu ein anderes Mal mehr.

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