No Drama!

Juni / Juli 2020

Im ersten Moment wollte ich jetzt schreiben, dass in diesen beiden Monaten nicht wirklich viel passiert ist. Aber eigentlich hatte ich im Juni und Juli auch viele kleinere schöne Momente, die insgesamt ein großes Ganzes an schönen Momenten in mir hinterlassen haben.

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Anfang Juni zum Beispiel habe ich mich das erste Mal mit einer Arbeitskollegin getroffen, die ich bisher zwar schon recht gemocht habe, aber privat hatten wir uns bisher noch nie gesehen. Ich habe mal in einem sehr zeitaufwendigen Projekt in der Arbeit mit ihr zusammen arbeiten dürfen. Und ich glaube damals haben wir uns beide gegenseitig ganz neu gesehen bzw. wahrgenommen. Ich glaube sie hat gesehen, dass es hinter der stets Metallshirts tragenden, immer eher mürrisch und laut wirkenden Alex, doch auch eine andere Seite gibt. Und ich mochte total ihre ruhige, immer irgendwie ausgeglichene Art und Weise die Dinge anzugehen. Sie bliebt stets ruhig, egal wer wieder irgendwie versuchte das Projekt zu „behindern“, sie war gechillt und besänftigte mich wieder wenn ich wieder wie ein kleiner Giftzwerg zu toben begann. 😉 Ich habe sie damals schon auf eine ganz andere Art und Weise kennenlernen dürfen, als so manch anderer in der Abteilung und war darüber wirklich echt froh. Um so mehr traf es mich dann auch, als ich mitbekam das es ihr gesundheitlich nicht mehr gut ging in der Arbeit. Ich glaube ich habe das auch recht spät bemerkt. Kurz bevor sie dann auch für mehrere Monate ausgefallen ist, begegnete sie mir einmal auf dem Gang vor unseren Büros. Ich fragte sie wie es ihr ginge und sagte auch sowas wie, das sie nicht gesund aussieht, aber sie wirkte wie abwesend, wie so ein einer Art Blase. Ich weiß nicht genau wie ich das beschreiben soll. Kurz danach fiel sie dann, wie schon gesagt, für mehre Monate aus. Diagnose Depression!

Am 05.06.2020 haben wir uns das erste Mal in einem kleine Café getroffen. Wir haben leckeren Kuchen gegessen und Tee getrunken. Das war echt toll. Es tat sehr gut mit jemanden zu sprechen, der genau wusste und nachempfinden konnte wie es in einem aussieht und welche Ängste, Sorgen und Gedanken man mit sich rumträgt. Ich glaube dieses Treffen tat uns beiden gut. Und wir haben uns seitdem auch jetzt schon mehrmals privat gesehen und ich kann für mich ganz klar sagen, dass sie ein absolut feiner Mensch ist und ich sehr froh bin, dass ich sie kenne! (Ja ich weiß, dass du das hier liest und ja, der Querkopf in mir hat schon versucht es nicht allzu sentimental zu schreiben 😉 )

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Absolut nicht zu vergessen ist mein Geburtstag und der damit verbundene Kauf meiner wunderschönen Gitarre. Auch heute ist es einerseits für mich noch total unfassbar, dass ich mir diesen Traum erfüllt habe und andererseits ist es für mich genauso unfassbar dass ich so viele Jahre damit gewartet habe. Daher noch mal mein Apell für euch: Solltet ihr irgendeinen Wunsch haben, den ihr euch schon immer mal erfüllen wolltet dann MACHT ES! FANGT AN!!! Nichts bereuen wir mehr als die Dinge, die wir nicht getan haben!

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Meine Tochter hatte Anfang Juli auch ihre Abschlussprüfungen in der Realschule. Corona bedingt erst später als die Jahrgänge zuvor. Sie hat richtig viel gelernt, war eigentlich fast nur noch damit beschäftigt und hat sich jede Menge Stress und Druck gemacht. Ich habe versucht sie immer mal wieder abzulenken, bin mit ihr spazieren gegangen oder hab ihr mal ab und an eine Lernpause verordnet. Viel mehr konnte ich fast gar nicht tun. Aber das Resultat ihres Fleißes war wirklich großartig! Sie war mit einem Schnitt von 1,3 die Drittbeste aus ihrer Klasse! Bei ihrer Zeugnisausgabe, die auch wegen Corona nur im Rahmen einer kleineren Abschlusszeremonie stattgefunden hatte, wurden sie und die anderen beiden Schülerin auch separat nach vorne gerufen und bekamen auch eine Auszeichnung. Ich kann euch gar nicht sagen wie wahnsinnig stolz ich auf sie war und es auch immer bin!

Meine Tochter und ich haben ein ganz besonderes Verhältnis. Okay, ich denke viele werden das über die Beziehung zu ihrem Kind oder ihren Kindern sagen. Aber ich glaube Hanna und mich verbindet schon ein ganz besonderes Band. Sie ist für mich die Tochter die ich immer haben wollte. Es ist echt viel schief gelaufen in meinem Leben, aber bei ihr habe ich immer das Gefühl das ich etwas richtig gut gemacht habe. Sie ist ein ehrlicher und aufrichtiger Mensch geworden, die immer sagt was sie denkt. So manches Mal bekam ich schon große Augen, wenn sie für sich und ihre Meinung eingestanden ist. Sie gehört noch zu den Kindern die „bitte“ und „danke“ sagen und freundlich und offen ihren Mitmenschen gegenüber sind. Eigenschaften die man bei sehr vielen Kindern heutzutage vermisst. Wir können sehr gut miteinander reden, lachen sehr viel, helfen uns gegenseitig, kochen gerne zusammen, gehen zusammen ins Kino und es ist einfach richtig angenehm und unkompliziert zwischen uns. Das ist wirklich großartig! Ich bin mir schon bewusst, dass alle meine Erfahrungen die ich gemacht habe und die sie mitbekommen hat, auch einen Einfluss auf ihr Leben haben bzw. haben werden. So manches hätte ich ihr gerne erspart. Trotzdem hoffe ich, dass die vielen positiven Erlebnisse und auch meine guten Seiten einen entscheidenden Einfluss auf ihr Leben haben werden. Ich glaube mehr kann man sich als Mutter für sein Kind auch nicht wünschen.

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Meine Krankheit machte mir in diesen beiden Monaten in punkto Konzentration und Durchhaltevermögen immer wieder zu schaffen. Auch wenn ich keine wirklichen Tiefs hatte, so war ich körperlich sehr schnell kaputt und geschafft und das machte mich wiederum gedanklich und gefühlsmäßig oft fertig. Sehr oft musste ich Aktivitäten unterbrechen oder ganz aufhören, weil ich es einfach nicht geschafft habe. Dieser Zwiespalt Dinge tun zu wollen, und sie andererseits nicht zu schaffen, nagte sehr an mir. Aber anders als in den Vormonaten schrieb ich diese Zustände nicht mehr mir als Person zu, sondern wusste es dieser Krankheit zuzuordnen. Das hat es dann natürlich nicht direkt besser gemacht, aber verständlicher. Zumindest für mich oder anderen Menschen die auch von dieser Erkrankung betroffen sind oder schon mal betroffen waren. Es nervte mich auch sehr, dass ich selbst bei Dingen die mir Spaß machten sehr schnell die Konzentration verlor und unterbrechen oder auch ganz aufhören musste. Das war beim lesen so oder auch beim Gitarre spielen. Beides Dinge die ich auch jetzt noch sehr gerne mache, aber auch heute ist es noch oft so, dass ich manchmal schon nach kurzer Zeit aufhören muss. Vor allem die Sorge dass mich diese „Begleiterscheinungen“ und die Erkrankung nun eventuell ein Leben lang begleiten würde, trieb mich sehr oft um. Ich weiß auch ehrlich gesagt gar nicht, ob man in dem Sinne wirklich jemals von Depressionen geheilt sein wird. Ich denke das sicherlich immer etwas davon in einem zurückbleiben wird.

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Immer wenn ich einen Beitrag für diesen Blog schreibe, dann lese ich immer sehr viel in meinem Tagebuch nach. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das schon einmal in einem der früheren Beiträge erwähnt habe, aber Tagebuch schreibe ich schon seit dem ich ein Kind bin. Es gab mal Jahre da hab ich es gar nicht getan oder nur sehr wenig. Aber als ich krank wurde habe ich diese wundervolle Beschäftigung wieder angefangen. Wundervoll weil, Tagebuch zu schreiben einfach etwas unfassbar befreiendes hat. Also zumindest für mich. Es ist so als würde man mit einen richtig guten Freund reden, nur das der einem nicht antwortet. Aber man kann irgendwie alles los werden was einen beschäftigt und ich habe schon sehr früh gemerkt, dass es gerade die angestauten und unausgesprochenen Gedanken sind, die einen so fertig machen oder in seinen Handlungen lähmen. Tagebuch zu schreiben ist wie so eine Art Ventil, bei dem ein Teil der Gedanken den Kopf sogar gänzlich verlassen. Nicht weil sie wirklich weg sind, sondern weil sie in einer gewissen Form „gesagt“ wurden. Und manchmal findet man im schreiben bzw. während des Schreibens auch seine eigenen Antworten.

Beim durchblättern und lesen meines Tagebuchs für diesen Beitrag habe ich gesehen, dass mich das Thema Männer und meine Beziehungen die ich bisher zu ihnen hatte, immer wieder sehr beschäftigt haben. Allein im Juni und Juli habe ich ganze fünf Beiträge dazu in meinem Tagebuch geschrieben. In meinem Blog Beitrag „Beziehung – nein Danke“ habe ich das Thema ja schon mal genauer beschrieben bzw. auch geschildert warum meine Einstellung zu Männern äußerst kompliziert ist. Anfang Juli habe ich einen Eintrag gemacht, der mit einem Zitat/Spruch begann, den ich in Instagram gefunden habe:

Ich habe schon Töpfe gesehen, die auch ohne Deckel glücklich lebten.

Autor unbekannt

Sicherlich war es nicht nur dieser Spruch der mich insbesondere in diesen zwei Monaten zu der Einsicht brachte, dass ich zumindest vorerst alleine bleiben möchte und keine Beziehung (mehr) haben möchte. Und für mich fühlte sich diese Entscheidung auch irgendwie befreiend an. Ich habe die Männerwelt nicht gänzlich für mich abgeschrieben, aber in gewisser Weise habe ich meinen Frieden damit gemacht. Ich habe erkannt, das wir zumindest vorerst nicht zusammen passen – also die Männerwelt und ich. Und das das auch absolut okay ist! Die Ursachen für diese Denkweise sind mir in den letzten Monaten ganz klar geworden und das ist für mich schon eine absolute Bereicherung! Es ist von der Priorisierung her gesehen, aber nicht die Nummer eins für mich. Es spielt eher eine untergeordnete Rolle. Früher undenkbar, aber ich genieße mein Singledasein wirklich sehr! Es ist so schön ruhig! 🙂 Keine Diskussionen, außer die die ich selber mit mir führe. Keine Probleme anderer die ich meine lösen zu müssen. Ich kann mir meine Zeit allein für mich, und die Dinge die ich mag und machen möchte einteilen. Ich muss auf niemanden Rücksicht nehmen, keine Dramen die mich Nachts wach halten und nicht schlafen lassen. Es ist nicht so, dass ich Beziehungen allgemein als etwas schlechtes oder so sehe. Ich habe nur einfach momentan einfach überhaupt keinen Bock darauf! 😉 In gewisser Weise hoffe ich auch, dass sich das Thema quasi selbst erledigt. Damit meine ich, dass ich das Thema an sich gar nicht in der Therapie behandeln muss, sondern dass es sich mit der Stärkung meines Selbstwertgefühls und dem erkennen und ausleben von eigenen Wünschen und Träumen von selbst erledigt.

Ich glaube nämlich an die Kraft oder die Magie der Anziehung.

Wer eine schöne Ausstrahlung hat, zieht schöne, positive Dinge an – und umgekehrt. Was ich denke und fühle, strahle ich aus – und was ich ausstrahle, ziehe ich an.

Wenn ich also mit mir glücklich, und sich mein Leben für mich gut anfühlt, dann strahle ich das aus und dann sollte ich auch genau solche Menschen anziehen. Diese Vorstellung gefällt mir sehr gut!

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Für alle die meinen oben genannte Beitrag noch nicht gelesen haben, verlinke ich ihn unten gerne noch einmal.

Ich hoffe der Beitrag hat euch wieder gefallen, auch wenn er sicherlich nicht so ganz spektakulär war, wie schon so manch anderer. Aber wie schon die Überschrift besagt; ich war auch mal ganz froh über etwas weniger Drama 😉

Bis zum nächsten Mal!


Beziehung – nein Danke!

Neulich habe ich auf Instagram einen Post gesehen der mich zu diesem Beitrag motivierte. Er lautete folgendermaßen: Wie man eine Beziehung aufrechterhält: Kommuniziert. Sprecht über die Dinge, die guten und die schlechten. Schafft Vertrauen. Seid ehrlich. Seid treu. Seid füreinander da. Nehmt euch Zeit füreinander. Lasst die Vergangenheit der Vergangenheit. Wisst, dass Argumente normal sind. … Beziehung – nein Danke! weiterlesen

Think positiv!

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Mein letzter Beitrag hat mich sehr aufgewühlt. Normalerweise schreibe ich bei meinen Beiträgen einfach drauf los und schreibe sie auch in einem „Rutsch“ runter. Ich lese zwar schon noch mal drüber, aber wirklich viel mache ich nicht mehr an ihnen wenn mir die Gedanken dazu erst einmal aus dem Hirn gesprudelt sind. Bei dem letzten Beitrag war das anders. Er war gar nicht so beabsichtigt wie er dann letztendlich geworden ist. Tatsächlich sah er erst ganz anders aus, war total allgemein gehalten und stellte meine allgemeinen Ansichten zu dem Thema „Beziehungen“ dar. Und irgendwann „verselbständigte“ es sich dann. Und da er sonst noch länger geworden wäre (ja das geht 😉 ) hab ich den allgemeinen Teil wieder gelöscht. Sicherlich werde ich noch einmal etwas zu dem Thema schreiben. Es ist an sich ja auch ein interessantes Thema, aber jetzt hab ich erst einmal genug davon 😉

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In meinem vorletzten Beitrag habe ich ja schon von zwei für mich großen Fortschritten für mich geschrieben, die ich im Mai 2020 hatte. Tatsächlich war der Monat Mai für mich wirklich sehr aufschlussreich. Gleich Anfang Mai habe ich für mich in meinem Tagebuch mal alles aufgeschrieben was ich schon alles positives seit dem ich krank geworden bin erreicht bzw. gemacht habe. Viele kleine schöne Dinge, mitunter nichts weltbewegendes, aber mir tat es sehr gut, mal alles das zu benennen was bisher auch an positiven Sachen im letzten halben Jahr passiert war.

 

Mein schönes neues Schlafzimmer

Natürlich hatte ich bisher auch schon ein Schlafzimmer, aber das war nicht besonders gemütlich und eher zweckmäßig. Seit Jahren wünschte ich mir schon einen richtig große Fototapete mit einem schönen Waldmotiv. Diesen Traum erfüllte ich mir mit Hilfe von meinem lieben „Brüderchen“ gleich Anfang des Jahres. Im März wurde mein neues Bett geliefert. Ich habe mir ein großes Boxspringbett für mich gegönnt. Ohne Quatsch, das war das erste Mal das ich mir für mich wirklich ein richtiges gemütliches Bett gegönnt habe! Es folgten richtig schöne schwere graue Übergardienen und jede Menge Lichterketten und ein schöner Teppich.

Neue Essgewohnheiten

Dank meiner Tochter habe ich meine Ernährung zu Beginn des Jahres umgestellt. Sie ernährte sich schon seit ein paar Monaten überwiegend vegetarisch (ab und an gab und gibt es Fisch – aber selten) und ab Januar tat ich es ihr gleich. Die Umstellung fiel mir auch nicht wirklich schwer. Wir aßen sowie so schon immer so gut wie nie Wurst und auch Fleisch gab es es bis auf Huhn und Pute kaum. Klar, an manchen Tagen vermisste ich schon etwas, aber im großen und ganzen fiel es mir leicht. Außerdem tat es meinem Gewissen auch gut.

Yoga und Mediation

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Ich bin mir sicher, dass viele die mich privat kennen, niemals damit rechnen würden, dass ich diese zwei Sachen für mich entdeckt habe. In Kombination mit meinem doch eher zumeist lauten Musikgeschmack 😉 gebe ich zu, dass es schon ein gewisser Kontrast ist 🙂 Tatsächlich schließen sich (wunderschöne laute) Metal- oder Rockmusik und Yoga und Meditation jedoch nicht aus. Man muss allerdings eine gewisse, ich würde es mal, spirituelle Ader dafür haben. In einer doch eher kopflastigen Gesellschaft, sicherlich doch eine Herausforderung.

Freundschaften

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Es heißt ja, dass man die Menschen erst dann richtig kennenlernt, wenn man mal nicht funktioniert. Und dem kann ich nur zustimmen! Auch in dieser Hinsicht habe ich neue Erkenntnisse gesammelt. Menschen die ich für Freunde hielt, waren „nur“ noch Bekannte. Das klingt im ersten Moment schlimm, aber das ist es nicht! Ich bin auch niemandem böse! Man braucht auch einen Bekanntenkreis! Ich habe halt nur erkannt, dass wir eher Bekannte als Freunde sind. Langjährige Freundschaften, wie die zu meiner lieben Freundin Karin oder meinem „Brüderchen“ Ron haben auch diesen „Sturm“ überstanden. Und ich habe auch drei neue Menschen in mein Leben „bekommen“. Sarina, Manuela und die Andrea. 🙂

Geld unter die Leute gebracht

An Geld habe ich im ersten halben Jahr wirklich viel ausgegeben! Aber das war auch so gewollt (mehr dazu im nächsten Blog) Neben einem neuen Bett habe ich mir auch ein neues Sofa für das Wohnzimmer gegönnt. Aber nicht irgendein Sofa, sondern eine richtig große Lümmelcouch. 🙂 Ein sogenanntes Big-Sofa. Das alte Sofa, war ein riesiges braunes Kunstledermonster. Furchtbar hässlich und altmodisch und erinnerte mich zu dem auch immer an meinen Ex, weil der es beim Einzug unbedingt vom Vormieter abkaufen wollte. Außerdem gab es gleich mehrere neue Regale eines schwedischen Möbelhauses 😉 und meine DVD Sammlung (von ca. 500 Filmen) fand endlich ein schönes „Zuhause“. Ich habe eine ganze Kofferraumladung Pflanzen geshoppt und seitdem ist es wunderbar grün in meiner Wohnung. Außerdem gab es neue Lampen, einen neuen Teppich für das Wohnzimmer, jede Menge Lichterketten und schönes Gedöns zum hinstellen und angucken 🙂

Jede Menge frische Luft

 

Die habe ich unter anderem bekommen, als ich meinen Garten „bearbeitet“ habe. Da sind einige Stunden Arbeit reingeflossen. Und obwohl es doch auch sehr anstrengend war, tat es mir gut. Und wenn dann etwas wächst was man selber angepflanzt hat, dann ist das schon schön. Und selbst angebautes Obst und Gemüse schmeckt gleich doppelt so lecker. Ich denke aber, dass ich es in dem Maße nicht beibehalten werde. Es kostet wirklich sehr viel Zeit und ich werde mich im nächsten Jahr auf ein paar wenige Dinge beschränken. Und auch sonst war ich oft spazieren oder bin mit dem Rad unterwegs gewesen.

Und zu guter Letzt waren dann auch noch die Dinge die ich schon erwähnt hatte: alleine in ein Café zu gehen, meine Begeisterung für Bücher, die Reparatur meines Fahrrads und das ich gelernt habe auch mal Dinge liegen zu lassen.

Im ganzen Monat Mai hatte ich nur zwei schlechte Phasen, die immer ca. drei bis vier Tage anhielten. Ich war jedes Mal sehr wütend! Aber nicht auf mich, sondern eher auf diese Krankheit. Am 11.05.2020 schrieb ich in mein Tagebuch:

„Heute bin ich seit halb fünf wach. Innerlich fühle ich mich als würde ich kämpfen. Es ist wie als wäre ich in mir gefangen und schlage und trete mit Händen und Füßen gegen meinen Körper. Ein total beklemmendes Gefühl, aufgewühlt, fahrig. Ich habe das Gefühl als würde mein Brustkorb zerquetscht und das atmen fällt mir schwer. Ich möchte am liebsten schreien oder auf irgendetwas einschlagen, aber selbst dazu fühle ich mich gerade viel zu schlapp.“

Ende Mai (29.05.2020) war es noch ein wenig krasser:

„Ich fühle mich schon seit mehreren Tagen nicht gut. Ich bin nur noch müde, möchte am liebsten nur noch schlafen und kann mich kaum aufraffen etwas zu tun. Nach Rücksprache mit Frau Dr. B. habe ich daher heute auch die Dosis meiner Antidepressiva noch mal erhöht. Gestern war ich Fahrradfahren, 21 km. Ich habe es gemacht, aber ich verspürte keine Freude dabei. Es war mir egal. Heute war ich gleich morgens spazieren und es ist mir einfach nur schwer gefallen. Ich habe die Vögel gehört, die Sonne und den Wind gespürt, aber es hat rein gar nichts in mir ausgelöst. Jetzt ist es kurz nach 12 und ich fühle mich schon wieder müde. Ich hab Angst das das nie aufhört, das es immer so sein wird. Das schlimme an dieser Krankheit ist, dass sie so unerwartet jedes Mal kommt, es für die einzelnen schlechten Phasen keinen erkennbaren Auslöser gibt. Und die Gedanken kreisen dann im Kopf und diese Gefühle in einem sind so viel und so durcheinander. Man ist nur mit sich und mit fühlen beschäftigt. Man sitzt da, starrt ins Leere, fühlt sich körperlich so angespannt. Man kann nichts machen auch bzw. obwohl man es möchte. Und genau das macht einen dann noch fertiger. Man fühlt sich noch schlechter. Ist noch enttäuschter von sich selbst. Hoffnungslos, traurig und auch gleichgültig. Keine Erfolge zählen in solchen Momenten. Alles schein sinnlos und aussichtslos. Man ist wie im Nebel durch den nichts hindurchgeht.“

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Aber insgesamt war der Mai ein guter Monat! In meiner Therapiesitzung am 14.05.2020 stellte mir mein Therapeut erneut eine Frage, auf die ich zu erst keine Antwort wusste und die mich auch wieder sehr zum nachdenken gebracht hat. „Was für Ziele und Wünsche haben Sie noch im Leben?“ In der Sitzung ist mir dazu nichts eingefallen. Aber ungefähr eine Woche später fiel mir plötzlich eine Liste ein, die ich 2013 einmal erstellt hatte. Vielleicht sagt dem einen oder anderen von euch der Begriff „Bucket-List“ oder „Löffelliste“ etwas.

Löffelliste – Liste mit Dingen die man machen möchte bevor man den Löffel abgibt

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Ich nahm die 2013er Liste zum Anlass und habe für mich eine „Aktualisierung“ geschrieben. Schließlich war die Liste schon sieben Jahre alt und manche Dinge waren veraltet und waren jetzt nicht mehr wirklich wichtig für mich. Das hat schon ein paar Tage Zeit gebraucht, aber es tat wirklich gut sich mal damit zu beschäftigen. Da wir ja hier unter uns sind 😉 möchte ich euch meine neue Löffelliste nicht vorenthalten, die ich im Mai 2020 schrieb bzw. umschrieb:

  • den Eifelturm in Paris sehen und mich trauen rauf zu gehen
  • in den Bergen einen Sonnenauf- oder Sonnenuntergang zu sehen (eingekuschelt in einer Decke und am besten mit jemandem zusammen den ich sehr mag)
  • ein kleines Häuschen mit Garten und schönen alten Holzfensterläden
  • ein Buch schreiben
  • mich noch mehr tätowieren lassen
  • barfuß im Regen tanzen
  • Ein Picknick in der Natur oder im Garten
  • lustige Fotos mit jemandem zusammen in einer Fotobox machen
  • einmal nach Wacken!
  • in London das Harry Potter Museum besuchen
  • mit einem VW-Bus (oder umgebauten Auto oder ähnliches) einfach drauf los in den Urlaub fahren
  • Die Nord- und Ostsee noch mal wiedersehen, im weichen Sand sitzen und auf´s Meer schauen
  • eine Wattwanderung machen
  • Gitarre spielen lernen und bei Lagerfeuer spielen können
  • Nur so viel arbeiten müssen, dass es zum Leben reicht
  • Urlaub in Irland und/oder Schweden
  • im Sommerregen tanzen
  • einen Selbstverteidigungskurs machen
  • einen Sushi Kurs machen
  • Thai Chi / Qi Gong lernen

…. Erweiterung jederzeit möglich…

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In meinem nächsten Therapietermin haben wir über diese Liste gesprochen. Mein Therapeut fand sie total toll! Er meinte, dass es so schöne normale Dinge sind, die mir aber wiederum sehr viel bedeuten und das ließe wiederum Rückschlüsse zu was ich für ein Mensch bin. Er meinte sogar ich hätte eine gewisse spirituelle Ader 😉 Seiner Meinung nach sind alle diese Wünsche realisierbar. Er meinte auch, manchmal kämen ja dann so Wünsche wie ins All reisen etc. (Klar, für Mr. Amazon und Co. ist das sicher kein Ding.) Er freute sich darüber, dass es schöne normale Dinge sind. Er wollte wissen, warum ich davon noch nichts (bis auf das Gitarre spielen anfangen) bisher gemacht habe. Ich wusste darauf allerdings zunächst erst einmal wieder keine Antwort. Doch mittlerweile wusste ich – erst kommt die Reflektion – dann kommt die Reaktion oder Aktion!

Ich glaube man schiebt so etwas immer vor sich hin, weil man denkt, man hat noch so unendlich viel Zeit dafür im Leben. „Irgendwann“ wird man schon dazu kommen. Dabei ist doch eigentlich nur wichtig was „jetzt“ ist, weil wir heute leben. Ich glaube der Grund warum wir als Erwachsene immer meinen, dass das Leben im zunehmenden Alter schneller vorbei geht, hat genau darin seine Ursache. Als Kind entdecken wir fast täglich neue Sachen. Alles ist spannend, vieles ganz neu. Neue Menschen, neue Situationen in die wir uns einfinden müssen, so viel Neues was wir lernen und erleben. Spannung pur! Beinahe jeder Tag ein Abenteuer. Wenn wir dann erwachsen werden, vielleicht sogar Kinder haben, dann wird das Leben in gewisser Weise zur Gewohnheit. Alltagstrott, immer die gleichen sich ähnelnden Routinen. Jeder Tag kommt einem vor wie der Tag zuvor. Und weil uns alles so endlos gleich vorkommt, uns die „Abenteuer“ im Alltag fehlen, jeder Tag gleich zu seien scheint, haben wir das Gefühl die Zeit würde als Erwachsener schneller vergehen. Dabei hat jeder Tag auch weiterhin 24 Stunden und es liegt nur an uns was wir aus ihnen machen. Wie ging der Spruch:

„Wer will findet Möglichkeiten, wer nicht will findet Ausreden!“

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Es gibt Menschen die hangeln sich förmlich von Wochenende zu Wochenende. Jammern über ihr langweiliges Leben, dass sie ja gar keine Zeit mehr für sich haben, immer nur arbeiten müssen, niemals genügend Geld zum Leben haben und so weiter. Im besten Fall fährt man zwei oder drei Mal pro Jahr in den Urlaub um dort neue spannende Dinge zu erleben. Man fiebert förmlich auf die Urlaube hin und vergisst das eigentliche Leben, das so ganz nebenbei an den vielen anderen Wochen im Jahr stattfindet. Ich glaube so Manchem ist das mitunter gar nicht so bewusst. Das Jammern ist klarer Lebensbestandteil geworden. Trotzdem glaube ich das man da auch wieder rauskommen kann. Es kostet allerdings Mut. Mut sich und sein Leben zu reflektieren, Routinen und Denkweisen zu analysieren und letztendlich zu ändern. Aber man gewinnt nicht weniger als sein Leben zurück.

Natürlich gibt es auch die andere Sorte Mensch, die sich mit Freizeitaktivitäten geradezu nur so zu bombardieren. Wenn es förmlich in „Freizeitstress“ ausartet, und man wohlmöglich noch jedem Hinz und Kunz unter die Nase hält, was man alles so tolles erlebt…. Ich glaube dann ist auch irgendetwas im Argen. Es trifft natürlich nicht für alle diese Menschen zu und stellt nur meine persönliche Meinung dar, allerdings glaube ich, dass sich solche Menschen dann von irgendetwas ablenken wollen. Wenn die Zeit zum nachdenken und reflektieren fehlt, kann und muss man sich auch nicht mit sich und seinem Leben auseinander setzen und kann somit auch nichts für sich erkennen. Ich würde es allerdings eher als „weglaufen“ bezeichnen.

Ach ja, auch eine eigene Spezies: „Wenn ich mal in Rente bin, dann mach ich alles was ich will!“ Derzeit liegt das Alter bei dem man abschlagsfrei in Deutschland in Rente gehen kann bei 67. Mal von einem normalen Durchschnittsverdienst ausgehend und weiterhin davon ausgehend, dass nur die aller wenigsten von uns die reiche Großtante in der Verwandtschaft haben, die man eines Tages beerben wird, ist glaube ich sowohl ein früherer Rentenbeginn, als auch eine großzügige Rente mit der man sich dann alles leisten kann „was man will“ kaum möglich. Viele Menschen erleben ihren Rentenbeginn auch gar nicht, oder sind dann schon mit allerlei Zipperlein „beschäftigt“. Gut, dann blieben natürlich noch das lesen der „Apothekenumschau“ und diverse Gespräche im Wartezimmer des Hausarztes mit den man sich beschäftigen kann. Das klang jetzt böse… ich mein es gar nicht so. Aber ich frage diese Menschen ernsthaft, was sie denken im Rentenalter noch alles erleben zu können? Wenn man mal ganz ehrlich zu sich ist, dann kennen wir alle doch wohl mehr Rentner die über gesundheitliche Probleme klagen, Politik- und/oder Gesellschaftsverdrossen sind, die alleine und eher unzufrieden sind, als die wohlmöglich golfspielenden, mit Yachten segelnden Weltenbummler oder? Okay, letztere Beispiele waren schon sehr hochgegriffen, aber ich denke ihr wisst was ich damit meine.

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Das Leben findet jetzt statt! Jetzt gerade in diesem Moment. Den Tag heute wird es niemals mehr geben! Du allein bestimmst über dein Leben und was du damit machst. Andere Menschen oder Situationen nehmen Einfluss darauf, Aber

DU ALLEIN ENTSCHEIDEST WAS DU DARAUS MACHST UND WIE DU DAMIT UMGEHST!

Wenn Du dich nicht in Ausreden flüchtest und etwas Mut aufbringst, dann kannst du heute schon damit anfangen dein Leben zu ändern! Man muss nur anfangen! Wie wäre es mit einer sogenannten „Löffelliste“ für dich selbst? Vielleicht sagst du dir „Das ist doch alles Quatsch!“ Aber fang doch einfach mal an! Was möchtest du noch alles machen? Wofür schlägt dein Herz? Kein „aber das geht doch nicht“ Kein „das klappt sowieso nicht“ oder „Dafür hab ich kein Geld“ Schreib einfach drauf los! Sei noch mal ein Kind und schreibe ein paar Abenteuer! Deine Abenteuer!

Schreib mir gerne Deine Meinung dazu!

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