Selbst(und)bewusst(sein)

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Selbstbewusst – Dieses Wort habe ich schon immer mit dem Begriff Stärke kombiniert. Selbstbewusst waren für mich immer die Menschen, die Präsent sind sowie sie den Raum betreten, die laut und klar formulieren wer oder was sie sind, die jederzeit und entgegen aller Widrigkeiten ihre Meinungen vertreten und immer sicher in ihren Handlungen und in ihrem Denken sind. Selbstbewusst – ich hätte es aber auch immer eher mit Wörtern wie „Laut“, „Kälte“, „Abgeklärtheit“ oder auch „Starrheit“ in Verbindung gebracht. Daher habe ich dieses Wort auch eher immer mit zu wenig Emotionalität anderen Menschen gegenüber in Verbindung gebracht.

Selbst(und)bewusst(sein)

Das hört sich für mich gleich viel entspannter und auch ruhiger an. Es klingt für mich irgendwie nicht mehr so hart, sondern eher weich und auch aufgeschlossen. Jemand der sich seiner selbst bewusst ist. Es ist an sich das gleiche Wort, aber es klingt irgendwie harmonischer.

Ich glaube ich wäre lieber selbst und bewusst als Selbstbewusst! (zumindest in meiner ganz eigenen Definition) 🙂

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Dies ist ein Beitrag den ich ganz unabhängig von meinen anderen Beiträgen schreibe. Unabhängig in dem Sinne, da ich ja sonst immer in meinem Tagebuch blättere um in einer gewissen Chronologie von meiner Erkrankung, meinem Leben und meiner ganz eigenen Entwicklung zu schreiben. Warum ich das mache? Weil ich auch mit diesem Beitrag hoffe jemanden mit meinen Worten zu erreichen. Vielleicht jemanden dem es gerade ähnlich geht wie mir oder aber auch jemanden, der vielleicht ganz anders in der aktuellen Zeit mit den Geschehnissen und seinen Gefühlen umgeht.

Wir leben momentan in einer verrückten Zeit. Wer hätte jemals gedacht, dass so etwas kleines wie ein Virus mal unser aller Leben bestimmt! Keine Sorge – es kommt jetzt keine Argumentation pro oder contra zu den derzeitigen Maßnahmen. Ich möchte hier keine Diskussion über Sinn oder Unsinn von etwas anstoßen, oder etwas als gefährlich oder ungefährlich hinstellen. Es geht mir um etwas anderes.

Wir können zu allem eine Meinung haben oder nicht. Wir können versuchen andere mit Argumenten von unserer Meinung zu überzeugen oder auch nicht. Wir können uns aufregen oder auch nicht. Wir können uns informieren, nachdenken, Diskussionen anstoßen, uns engagieren um etwas zu bewegen oder zu ändern. Das alles ist gut! Aber was nicht gut ist, was schon immer etwas negatives hervorgebracht hat, ist Wut!

In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz

Dalai Lama

Ich erlebe heute sehr viele Menschen die sich über alles was heute passiert und vor sich geht furchtbar aufregen und die wütend sind. Ich möchte es fast mit der Zeit der Flüchtlingswelle 2015 vergleichen, als man als „Willkommensklatscher“ oder „Gutbürger“ bezeichnet bzw. in deren Sinne eher beschimpft wurde, wenn man Offenheit und Hilfsbereitschaft gezeigt hat. Damals wie heute hat man diese Wut, diese Aggression andauernd und überall gespürt. Vor allem in den sozialen Medien! Da wird gewütet und geschimpft, teils mit einer solchen Aggressivität, mit so viel Hass…. Ich frage mich ernsthaft ob diese Menschen meinen, dass aus dieser Aggressivität heraus, mit dieser Wut im Inneren und Außen etwas Produktives und Gutes geschehen kann.

Ich spreche gleichwohl niemandem seine persönliche Meinung ab! Ich finde es größtenteils wichtig eine Meinung zu haben und diese auch zu äußern. Die Frage ist immer nur WIE man das macht!

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Ich habe schon immer versucht in jeder vorerst sich negativ anfühlenden Erfahrung etwas positives zu sehen. Das heißt nicht, dass ich etwas schön rede oder es relativieren möchte. Nein das heißt es ganz und gar nicht. Es gibt furchtbar viele schlimme Dinge die jedem einzelnen von uns ganz persönlich oder uns allen als Gemeinschaft passieren. Wie auch jetzt in den letzten Monaten. Da gibt es einerseits die vielen erkrankten und gestorbenen Menschen. Andererseits die vielen vielen Einschränkungen in unser persönlichen Freiheit, in unserem (Er)leben. Existenz- und Zukunftsängste. Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Insolvenzen…. Es gibt aktuell so viel Unsicherheit und Angst. Aber ich glaube es ist ein Fehler oder besser gesagt ein falscher Ansatz sich von Negativität, Unsicherheit und Angst leiten zu lassen.

Positivität – sicherlich ein Wort dessen Bedeutung nach man dieser Tage, in der aktuellen Situation kaum als „Kompatibel“ meint. Positiv zu denken heißt aber nicht, dass man alles gut heißen muss was um einen rum passiert. Positivität bedeutet nicht keine Meinung zu haben. Positivität heißt nicht „wegzusehen“ oder „auszuhalten“ oder „stillzuhalten“. Positivität kann aber eine andere Art des Umgangs mit der Situation, mit den eigenen Emotionen oder den Gefühlen und Gedanken anderer sein.

Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.

unbekant

Es gibt viele Dinge im Leben oder in der Welt, die wir selber nicht wirklich beeinflussen können. Kriege, Unruhen, Attentate, Korruption, menschliche Grausamkeiten jeglicher Art. Das alles sind furchtbar schlimme Dinge! Es ist auch wichtig und okay, dass darüber in den Medien berichtet wird. Ich finde es auch wichtig zu wissen was in der Welt und um mich herum passiert. So grausam und bitter vieles ist was in der Welt passiert, aber wir selber haben darauf zumeist überhaupt keinen Einfluss. Aber was wir IMMER beeinflussen können sind WIR SELBST und wie wir ganz BEWUSST damit und mit uns umgehen.

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Egal welchen Fernsehsender man einschaltet, es ist doch immer das Gleiche oder? Man hat das Gefühl es gäbe nur noch Mord und Todschlag um einen herum. In den sozialen Netzwerken wird so viel geschimpft, gemeckert, gejammert und auch beleidigt und gedroht. Es schlägt einem so viel Hass und Missgunst entgegen. Ich frage dich: Was machen die ganzen Nachrichten mit dir, die du ständig überall konsumierst? Was lösen sie in dir aus?

Wie wäre es stattdessen mal mit Nachrichten die aus guten Neuigkeiten bestehen? Es kommt heutzutage schon fast einem Wunder gleich wenn in einem Nachrichtensender gute Neuigkeiten verkündet werden! Ist euch das nicht auch schon mal aufgefallen? Was würde passieren, wenn du von den vielen guten Dingen erfahren würdest die um dich herum passieren? Was würden diese Nachrichten in dir auslösen? Welches Bild würden sie dir von der Welt vermitteln? Wie würde es in dir aussehen, wie würdest du dich fühlen nachdem du gute / positive Neuigkeiten erfahren hast?

Ich bin ganz bestimmt nicht naiv oder gutgläubig! Ich weiß das nicht alles Sonnenschein ist. Aber ich frage dich – Was bringt dir Negativität? Wenn du jetzt „nichts“ als Antwort sagen möchtest, dann frage ich dich, warum umgibst du dich dann mit Negativität? Warum lässt du es zu, dass Negativität in dein Leben tritt? Warum suchst du nicht nach den positiven Dingen in deinem Leben? Warum versuchst du nicht das positive um dich herum wieder wahrzunehmen. Warum SCHAFFST du dir nicht positive Dinge in deinem Leben, die dich bereichern, die dich weiter bringen, die dich wachsen lassen und die dich und dein Leben vollkommen ausfüllen und daher gar keinen Platz bieten für Negativität!?

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Das einfachste was du aktuell machen kannst und was du sofort umsetzen kannst, ist die Masse an negativen Neuigkeiten die auf dich einprasseln zu reduzieren! Schaue weniger Fernsehen! Ich sage nicht, schaue gar kein fernsehen mehr! Ich sage nicht, interessiere dich nicht mehr für Politik und das Weltgeschehen! Schau einfach nur weniger Nachrichten! Checke nicht, wohlmöglich mehrmals täglich, die neuesten Corona-Fallzahlen. Mach dich nicht selber verrückt! Es ändert nichts! Im Gegenteil! Es verunsichert dich nur noch mehr! Aber ich meine das nicht nur in Bezug auf Corona und der damit einhergehenden Berichterstattung. Es kann (!) genauso für alle anderen Nachrichten, die nicht dein persönliches Leben betreffen, gelten. So schlimm wie es ist, aber was hat ein eingestürztes Haus irgendwo am Ende der Welt mit dir zu tun? Ich hoffe ihr versteht was ich damit meine! Ich möchte nicht gleichgültig klingen, aber DU oder ICH, was können wir für dieses „eingestürzte Haus“ (als Sinnbild für viele schlechte Neuigkeiten stehend)? Nichts oder? Warum belasten wir dann unser Unterbewusstsein damit? Auch wenn es viele Menschen für Quatsch halten, aber ALLES was wir konsumieren hinterlässt Spuren in uns! Es macht etwas mit uns!

Eintrag von meinem privaten Instagram Account vom 13. April 2020:

Ich frage mich in letzter Zeit immer sehr oft, was mir wirklich wichtig ist. Ich gehöre zu den Menschen, die der jetzigen Situation auch sehr viel Gutes abgewinnen. Es gibt nur wenige Dinge die ich wirklich vermisse. Meine Familie zum Beispiel, oder auch mein kleines Lieblingskino, asiatisch Essen gehen und auch mein Fitnessstudio zählen dazu. Und dann? Dann hört es eigentlich auch schon auf. Ich genieße „die Ruhe der Welt“ gerade sehr. Mir war das Leben immer viel zu „laut“. Dieses hauen und stechen überall. So Viele wollten immer besser sein als der Andere. Das Geprotze was man hat an „Besitz,“ wo der nächste Urlaub hingeht, das noch schnellere Auto, der geile Job, die tausenden „Freunde“, die Partypeoplegesellschaft…. Ist das wirklich so erstrebenswert? Will man wirklich dahin zurück? Kann man das auch anders machen? Es klingt naiv…. idealistisch… was weiß ich denn schon. Ich hätte gerne weniger Ich-Menschen in meinem Leben. Die Ruhe da draußen auch weiterhin. Mehr Natur. Einfache Dinge die einen glücklich (wirklich glücklich) machen. Mehr echte Nähe. Echte Gedanken und Gefühle. Ehrlichkeit. Und schon bald wenn diese Zeit vorbei ist, werden viele und wird vieles wieder so sein wie es war…. .

Du könntest versuchen die allein schon dadurch gewonnene Zeit mit positiven Erlebnissen zu füllen! Wie schon im April diesen Jahres auch, vermisse ich auch jetzt Kinobesuche oder das Treffen mit lieben Menschen. Ich würde auch wahnsinnig gerne mal wieder auf ein Konzert gehen! Aber wenn ich mich darüber aufrege das ich es jetzt nicht kann, was ändert es? Dadurch kann ich es auch nicht tun! Aber es würde Frust, schlechte Laune in mir hinterlassen. Also rege ich mich nicht darüber auf! Nochmal, das heißt nicht das ich die getroffenen Maßnahmen unserer Regierung als richtig erachte! Ich finde sie weder falsch noch richtig! Ich glaube das gibt es in diesem Zusammenhang gar nicht! Es gibt kein vollkommen falsch oder ein vollkommen richtig! Ich kann die Maßnahmen nicht ändern, aber ich kann ändern wie ich damit umgehe!

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Was ist das wirkliche Problem?

Ich glaube wir neigen immer sehr schnell dazu andere Menschen verändern zu wollen, sie unserer Meinung anpassen zu wollen. Unsere Meinung und unser Ideale, unsere Wertevorstellung sollen die von allen sein! Aber das ist Bullshit! Aber ich habe gerade momentan das Gefühl, dass genau das das Problem ist.

Manchmal frage ich mich auch, ob viele Menschen einfach zur Zeit so aggressiv sind, weil sie gar nicht wissen was sie im Leben eigentlich wollen! Im Ernst, manchmal glaube ich, dass viele Menschen schon so sehr durch den unendlich scheinenden und immer verfügbaren Konsum, gar nichts mehr mit sich als Person, als Mensch, anfangen können. Alles wird nur durch Konsum gesteuert. Und jetzt wo so vieles wegfällt, wissen sie nichts mit sich anzufangen. Waren es doch immer „andere“ die sich um uns, unser Vergnügen unser Glück oder was auch immer wir meinten damit zu verbinden, gekümmert haben.

4 Worte die jeder respektieren sollte:

ES IST MEIN LEBEN

Ich glaube wir sind in den letzten Jahrzehnten einfach unglaublich Fremdbestimmt geworden! Wir haben teilweise komplett verlernt was es heißt Eigenbestimmt und bewusst das eigene Leben zu kreieren und zu erleben. Wir lassen uns durch die Werbung sagen was wir anziehen sollen, was schick ist, wann „in“ ist. Wir lassen andere darüber entscheiden was Erfolg ist, was gut und was schlecht für uns ist. Wie Marionetten, erfüllen wir Erwartungen anderer und machen sie zu unseren. Es ist wie ein Wettkampf geworden. Wir rennen unserem vermeintlichem Glück hinterher ohne eigentlich zu wissen was wir wirklich wollen. Wann sind wir zufrieden?

Was kannst du tun?

Es ist einfach immer das zu machen was andere machen. Es ist natürlich einfacher mit dem Strom mit zu schwimmen. Oder das als Erfolg, Glück oder Schönheit zu betrachten oder anzunehmen, was einen von außen suggeriert wird. Aber wer sagt das das richtig ist? Wer sagt, dass das was dir als Erfolgt, Glück oder Schönheit „verkauft“ wird, auch dem entspricht was du damit wirklich im Inneren verbindest?

Beschäftige dich wieder mit dir selber! Finde deine eigenen Fragen und deine eigenen Antworten! Komm wieder zu dir zurück! Entdecke dich neu! Es muss nicht immer das Große-Ganze sein, dass man verändert oder verändern möchte. Es reicht vollkommen wenn du bei dir anfängst! Und vielleicht liegt in der momentanen Situation ja auch jetzt DIE Chance!

Eigene Fragen könnten zum Beispiel sein:

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Was bedeutet Erfolg für dich? Hinterfrage diesen Begriff für dich. Ist es das was andere als Erfolg definieren oder das was du als Erfolg definierst? Was könnte dein eigener persönlicher Erfolg sein?

Bewertung: 5 von 5.

Was bedeuten die Werte Schönheit und Glück für dich? Was macht diese Werte für dich aus? Sind es Deine Werte oder die von anderen?

Bewertung: 5 von 5.

Was für ein Mensch möchtest du sein? Wie oder wer bist du jetzt? Wo willst du für dich, in deiner eigenen Entwicklung, hin?

Bewertung: 5 von 5.

Lebst du dein Leben oder das Leben das andere von dir erwarten?

Bewertung: 5 von 5.

Bist du so wie du bist, oder wie du denkst das andere dich gerne hätten? Wie fühlt sich dein ICH an?

Ich weiß, diese Fragen klingen im ersten Moment recht spirituell 😉 Aber es geht mir darum, dass du dich und dein Leben einmal hinterfragst. Vielleicht lohnt sich ja ein gewisser „Neuanfang“? Wenn uns Corona eines gezeigt hat, dann das, dass ALLES passieren kann und sich jeder von jetzt auf gleich umstellen (muss) kann.

Erkenne Deine eigenen Chancen und Möglichkeiten! Entdecke deine eigene innere Welt und lebe sie nach außen. Finde deine eigenen persönlichen Schätze. Du hast jetzt die Chance alles loszulassen was dich unter Druck gesetzt hat, du kannst vermeintliche Ziele und Ideale ablegen, deine eigene Definition von Glück und Erfolg oder Schönheit definieren und leben. Du kannst jetzt lernen „ja“ zu dir selbst zu sagen und deine eigenen Ziele mit Fokus und vor allem Freude verfolgen. Wir wünschen uns immer Liebe, Zuneigung und Vertrauen von anderen. Warum wünschen wir uns das nicht von uns selbst für uns selbst? Überlege dir was du wirklich brauchst in deinem Leben. Höre auf es allen anderen recht zu machen!

Nutze die Zeit und werde dir selbst wieder bewusst!

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Depression als Chance!

In einem meiner ersten Beiträge habe ich schon mal geschrieben, dass man in einer Psychotherapie gewisse „Erkenntnisse“ über sich und sein Leben gewinnt. Meistens sind diese Erkenntnisse nicht direkt offensichtlich. Es macht nicht immer einfach nur „klick“ im Hirn und man versteht ganz plötzlich, warum man so ist wie man ist. Das wäre sicherlich schön, ist aber leider ganz anders.

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Ich gehöre zu den Menschen, die immer alles verstehen wollen was mit einem selber und um einen herum passiert. Es fällt mir äußerst schwer, Dinge einfach so hin- bzw. anzunehmen. Ich bin immer auf der Suche nach dem genauen, dem „einen“ Grund. Im Rahmen einer Psychotherapie ist dieses „verstehen wollen“ daher manchmal etwas hinderlich, weil man auf eine gewisse Art und Weise nicht ganz offen ist. Der Kopf „zerdenkt“ immer alles bzw. alles zu schnell. Hinzukommt, dass ich ein recht ungeduldiger Mensch bin. Zumindest wenn es um meine Angelegenheiten geht. Aber wenn die Psyche erst einmal einen richtigen, ich nenne es mal, Knacks bekommen hat, dann ist man selber irgendwie nicht mehr Herr der Lage. Manchmal schien es mir, als ob ein anderes Ich die Kontrolle übernommen hat. Nicht das jemand denkt ich wäre schizophren oder so etwas, nein das sind wir nicht 😉

Ich meine nur damit, dass es einfach ganz oft Momente oder Situationen gab in denen ich plötzlich ganz anders handelte, als wie ich es jemals zu vor tat. Und ich glaube, dass waren dann Momente in denen meine Seele ein Stück weit geheilt ist. Das klingt im ersten Moment etwas spirituell, ich weiß. Ich werde versuchen es etwas genauer zu erklären.

Manche Sachen kann man nicht mit dem logischen Verstand erdenken. Es hat viel mehr etwas mit Gefühlen zu tun. Gefühle die in einem auftauchen. Einfach so, in den unterschiedlichsten Situationen und Begebenheiten. Oft kann man sich diese Gefühle gar nicht erklären, oder zumindest konnte ich das nicht. Zumeist waren das bei mir eher unangenehme Gefühle. Gefühle die einen blockieren, die einengend auf einen wirken, man verkrampft innerlich und ich wurde dann meistens ganz still, sagte nichts mehr und zog mich vollkommen in mich zurück. Und dann begann der Kopf zu denken. Und diese Gedanken wurden dann zum Problem für mich.

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Ich bin mir sicher, dass auch die Antidepressiva die ich seit Anfang des Jahres bereits nahm, darauf einen entscheidenden Einfluss hatten. Ich wurde innerlich viel viel ruhiger! Situationen in denen ich sonst eher Angst bekam, wirkten weniger bis gar nicht bedrohlich auf mich. Wenn sich doch mal schlechte Gedanken in meinen Kopf einnisten wollten, verschwanden sie sofort wieder. Bildlich gesprochen habe ich mir diese Gedanken immer so vorgestellt, als säßen sie auf vielen kleinen grauen Wolken, die aufzogen und den Himmel verdunkelten. Doch plötzlich kam ein sanfter Wind und wehte sie einfach davon und der Himmel war wieder wunderbar blau. 🙂 Okay, wenn ich das jetzt so selber lese, dann möchte ich sagen „Das kam ganz klar von den Antidepressiva!“ 😀

Aber selbst wenn; es ist okay! Ich wurde durch sie im denken und fühlen etwas gedämpft. Ich glaube das ist der Grund warum es auch Menschen gibt, die sich gegen Antidepressiva entscheiden. Sie haben Angst nicht mehr Herr ihrer Gedanken und Gefühle zu sein. Eine Art von Fremdbestimmung oder so. Aber ich sehe das anders. Ich glaube, dass es gerade unsere Gedanken sind, die uns das Leben oftmals schwer machen. Gedanken sind ja auch wieder etwas ganz subjektives. Sie haben nichts mit dem Außen oder anderen Menschen in dem Sinne zu tun. Es sind rein UNSERE Gedanken. Wir erdenken uns unsere Welt, unser Gegenüber, unsere Mitmenschen. Wir denken (fragen uns) was sie wohl (über uns?) denken. Wir denken oft um sieben Ecken. „Was wäre wenn?“ Wollen unserem Leben mindestens einem Schritt voraus sein, in dem wir die nächsten Schritte „vordenken“.

„Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“

John Lennon

Ich war daher ganz froh, dass meine Gedanken um ein vielfaches weniger wurden. Denn dadurch wurden auch die eher schlechten Gefühle die ich in mir trug um ein vielfaches weniger. Im Gegenteil; es wurde sogar unheimlich viel Platz geschaffen für positive Gefühle und für positive Gedanken.

Aber es wäre auch falsch jetzt zu sagen, dass man einfach ein paar Tabletten schlucken muss und plötzlich ist die Welt wieder schön. Nein so ist es nicht. Es ist eine Kombination aus vielen Sachen. Und die Tabletten sind, für mich, ein Teil davon. Ein anderer Teil (wenn nicht sogar der größere Teil) hat auch damit zu tun, wie man selber mit der Erkrankung umgeht und was man bereit ist zu tun um wieder gesund zu werden. Man muss sich auf neue Dinge einlassen können. Offenheit, Geduld und auch Hoffnung für sich haben. Man muss lernen für sich und mit sich zur Ruhe zu kommen. Ruhe vor seinen Gedanken. Ruhe von zu vielen Gefühlen. Ruhe von äußeren Einflüssen. Ruhe von Menschen, insbesondere wenn sie einem nicht gut tun. Und das dauert! Und dadurch ändert sich auch sehr viel. Menschen oder Dinge die einem wichtig schienen, verlieren plötzlich an Priorität, weil man irgendwann merkt, dass sie in Wirklichkeit gar nicht wichtig sind. Aber man empfindet es dann nicht als Verlust, sondern viel mehr als eine Art Bereicherung.

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Ich habe mir zum Beispiel immer viele Gedanken und meine Mitmenschen gemacht. Ich bin immer gerne da gewesen, wenn jemand Probleme hatte, hab dann zugehört, nach Lösungen gesucht. „Was soll daran schlecht sein?“ – fragt sich jetzt bestimmt jemand von euch. Im Grunde genommen ist nichts daran falsch. Aber die Probleme anderer wurden schnell zu meinen Problemen, bzw. habe ich sie innerlich zu meinen Problemen werden lassen. Damit einhergehende Gefühle, konnte ich nicht oder nur schwer von mir selber distanzieren. Auch wenn mir schon klar war, dass das nicht meine Probleme waren, so trug ich immer ein wenig die daraus resultierenden Gefühle mit mir herum.

Ich habe in den letzten Monaten auch erkannt wer meine wirklichen Freunde sind, und wer „nur“ ein Bekannter in meinem Leben ist. Das ist nicht schlimm. Schon in meinem letzten Beitrag habe ich ja geschrieben, dass man auch solche Bekannte in seinem Leben braucht. Aber die Erkenntnis das jemand „nur“ ein Bekannter für mich ist und kein Freund, war in gewisser Art und Weise auch befreiend für mich. Ich weiß jetzt, dass ich mir um solche Menschen weniger Gedanken machen brauche. Auch gab es zwei oder drei Menschen um die ich mir zukünftig gar keine Gedanken mehr machen werde, und höchstwahrscheinlich meinerseits den Kontakt ganz abbrechen werde, weil sie sich in den letzten Monaten gar nicht von sich aus bei mir gemeldet haben. Einerseits ist das natürlich schon auch etwas verletzend gewesen, weil ich es gerne anders gehabt hätte. Andererseits….. dann soll es wohl so sein! Ich habe beschlossen es einfach nicht zu hinterfragen und es einfach so anzunehmen wie es ist. Klar könnte ich mit diesen Menschen jetzt auch den Dialog suchen um zu hören und eventuell zu verstehen warum sie sich nicht gemeldet haben. Aber ich denke das kostet mich nur Zeit und Energie und beides möchte ich zur Zeit nur für mich auf bringen. Ich nenne das „gesunden Egoismus“!

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Besonders beschäftigt haben mich aber immer die Fragen meines Therapeuten auf die ich im ersten Moment immer keine Antworten hatten. Da saß ich dann jedes Mal da, gedankenversunken und konnte nicht verstehen warum ich das jetzt nicht weiß. Zum Beispiel die Frage, was ich noch für Ziele und Wünsche in meinem Leben habe. Ich saß da und wusste gar nicht was er von mir will und konnte es andererseits auch nicht verstehen warum ich ihm da jetzt keine Antwort drauf geben kann. Es kann doch nicht sein, dass ich nicht weiß was ich mir vom Leben noch wünsche? Es dauerte eine ganze Weile bis ich erkannte, dass die Ursache dafür, dass ich nichts sofort benennen konnte. auch in meiner Kindheit liegt.

Ich habe als Kind immer versucht zu funktionieren. Ich war immer hin- und hergerissen zwischen den Gefühlen mich anpassen zu wollen oder anecken zu wollen. Aber immer mit dem einen gleichen Wunsch: beachtet und geliebt zu werden. Ich habe immer versucht alles richtig zu machen, wollte immer so sein wie man es von mir erwartete. Und bei alle dem habe ich nie richtig gelernt etwas ganz allein für mich zu wollen. Ich habe mir anerziehen lassen meine eigenen Bedürfnisse nicht wahrzunehmen, sie in gewisser Weise zu unterdrücken und in erster Linie immer das zu machen, was ich denke, was andere Menschen von mir erwarten. Und dieses Schema habe ganz unbewusst in mein erwachsenes Leben mitgenommen. Diese Erkenntnis ist einerseits traurig und andererseits absolut großartig! Traurig weil es natürlich nicht schön ist wenn ein Kind mit diesen Gedanken aufwächst, und auch traurig ist es, weil ich so lange Zeit für mich nicht erkannt habe. Aber großartig ist es, weil ich es jetzt erkannt habe. Ich bin jetzt kein Kind mehr, dass jemandem gefallen muss um geliebt zu werden. Ich bin noch jung genug um viele, wenn nicht sogar alle, der Sachen machen zu können die ich mag. Ganz unabhängig was der Rest der Welt davon hält. ICH entscheide was ICH tun möchte.

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Eine andere große Erkenntnis die ich in den letzten Monaten hatte, war mein Bezug zum Thema Geld. Geld zu haben war und ist mir persönlich absolut nicht wichtig! Ich wollte eigentlich nie in diesem Sinne reich sein oder einen Partner haben der viel Geld hat. Aus materiellem Besitz habe ich mir noch nie wirklich etwas gemacht. Ich habe versucht immer sehr sparsam zu leben. Größtenteils musste ich das auch. Als meine Tochter drei Jahre alt war, habe ich mich von ihrem Vater getrennt und in den darauffolgenden Jahren war das Geld sehr knapp. Mein Konto war permanent im Minus und ich musste jeden Monat mit dem mir zur Verfügung stehenden Geld jonglieren um über die Runden zu kommen. Jede Autoinspektion, jede Anschaffung musste ganz genau geplant werden. Und ich war da wirklich gut drin. Trotzdem hatte ich oft schlaflose Nächte und wusste oft nicht wie es weitergehen sollte. Vor meiner Tochter habe ich mir diese Ängste nicht anmerken lassen und auch meinem Umfeld gegenüber nie wirklich etwas gesagt. Im Gegenteil von so manchem kamen Sprüche „Wie schaffst du das alles bloß so alleine?“ Ich habe mir sehr wenig gekauft, vor allem so „unnütze Dinge“ die nur für mich hätten sein sollen. Für meine Tochter habe ich aber gerne Geld ausgegeben. Ich wollte das es ihr an nichts fehlte. Sie sollte nie das Gefühl haben, dass sie als Scheidungskind auf irgendetwas verzichten musste. Aber an mir habe ich gespart und habe sogar noch versucht jeden Cent „für schlechte Zeiten“ auf die Seite zu legen. Ich war dabei auch wirklich sehr akribisch. Ich habe eine Liste geführt über meine Einnahmen und Ausgaben, hab zukünftige Ausgaben ganz genau geplant usw. Ich hatte immer Angst das uns das Geld nicht reicht, das irgendetwas kaputt gehen könnte und hätte repariert werden müssen. Mit zunehmendem Alter meiner Tochter wurde es etwas einfacher. Ich konnte mehr Stunden pro Woche arbeiten und die finanzielle Situation entspannte sich etwas. Meine Ängste jedoch blieben! Auch das Listen führen, das planen von Ausgaben und das akribische sparen blieb. Irgendwann habe ich da auch gar nicht mehr wirklich drüber nachgedacht. Es war wie ein (schlechter) Bestandteil meines Lebens den ich nicht mehr wirklich hinterfragt habe.

In den letzten sechs Monaten seit Beginn meiner Erkrankung gab es dann plötzlich gleich mehrere Impulse, die meine Sichtweise dazu änderten bzw. die mich erkennen ließe warum ich zum Thema Geld ein ja fast zwanghaftes zwiegespaltenes Verhältnis hatte. Einerseits leistete ich mir für mich nichts bzw. total wenig, mir bedeute Geld auch nichts und anderseits hatte ich immer Angst zu wenig zu haben und versucht so viel wie möglich zu sparen.

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Den ersten Impuls hatte ich ganz genau am 23.12.2019. An diesem Tag besuchte mich mein großer Bruder. Wir kamen irgendwie auf mein Sofa zu sprechen und ich beschwerte mich wie doof, hässlich und unbequem es doch sei. Außerdem erinnerte es mich total an meinen Ex Freund, der das Sofa so toll fand und es damals als wir zusammen in die Wohnung zogen unbedingt (auch aus Bequemlichkeit) von unserem Vormieter abkaufen wollte. Mein Bruder fragte mich warum ich mir denn nicht einfach ein neues Sofa kaufen würde. „Das kostet ja Geld und wenn ich dann irgendwann mal umziehe dann passt es vielleicht nicht in die neue Wohnung“ war meine Antwort. „Aber dir gefällt das alte Sofa doch nicht. Kauf dir doch jetzt eins das dir gefällt und wenn du dann irgendwann mal umziehst, dann wird das schon passen.“ So ungefähr lautete seine Antwort. Sollte ich mir also tatsächlich ein Sofa kaufen was MIR gefällt? Geld ausgeben für etwas das für MICH war? Es klingt wirklich verrückt, aber auf diese Möglichkeit war ich gar nicht gekommen. Für mich gab es immer nur Gründe es nicht zu tun. Am Montag den 30.12.2019 standen meine Tochter und ich dann im Möbelhaus und suchten gemeinsam die für UNS tollste Couch der Welt aus! UND ich leistete mir an diesem Tag sogar noch ein neues Bett! Wahnsinn, ich war total begeistert. Und auch jetzt noch sage ich ganz oft zu meiner Tochter wenn ich mich auf unser Sofa fallen lassen „Wir haben so eine tolle Couch!“ 🙂

Einen anderen Impuls bekam ich durch meine Tochter. Wir waren irgendwann mal wieder ganz normal einkaufen. Lebensmittel und was man sonst noch braucht. Mein Töchterlein wolle sich noch etwas Makeup bei der Drogerie kaufen und meinte dann im Geschäft zu mir „Mama warum kaufst du dir eigentlich für dich so wenig?“ Und ich meinte, „Ach ich hab doch meine Tagescreme, die tut´s doch!“ Ihr Gesicht hättet ihr sehen sollen! 🙂 Okay, und dann landeten allerhand Pflegeprodukte in meinem Einkaufskorb. Tagescreme, getönte Tagescreme, Nachtcreme, verschiedene Körperöle, Gesichtstinkturen und Gesichtswässerchen, alle möglichen Badezusätze und Gesichtsmasken, Körperpeelings und was weiß ich noch alles… Es war der Wahnsinn! Das dachte ich mir dann allerdings auch als ich an der Kasse stand! 😉 Aber die nächsten Tage und Wochen (und auch jetzt noch) waren echt toll. Also ich war ja nie schmuddelig unterwegs oder so, aber ich fand es immer unnötig dafür (für mich) Geld auszugeben. Und jetzt? Es ist sooooo toll sag ich euch! 😉 Jetzt genieße ich es total mich zu pflegen, Baden zu gehen, einzucremen, ganz besonders mag ich Hautöle! Und ich freu mich dann jedes Mal total und bin total zufrieden in diesen Momenten. Ich tue etwas für mich und es fühlt sich großartig an!

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Ein letztendliches Verständnis zu dem Thema bekam ich dann wieder durch meinen Therapeuten, dem ich natürlich von allem was ich so erlebte und gemacht habe in meinen Sitzungen Bericht erstattete. Er fragte nach früheren Erlebnissen oder Ereignissen die damit irgendwie in Zusammenhang stehen könnten. Schließlich hatte ich ja ihm schon erzählt, dass ich seitdem ich 15 Jahre alt war alleine zurecht kommen musste. Also musste ich auch schon sehr früh alle finanziellen Dinge alleine regeln.

Als ich meine zweite Berufsausbildung machte, war es tatsächlich so, dass mein Lehrlingsgeld nicht einmal ausreichte um meine Miete zu bezahlen. Ich machte eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten, verdiente gerade einmal 550 DM und hatte aber schon eine Miete von 600 DM. Ich hatte einen alten roten VW Polo in den ich alle paar Kilometer das Öl nur so reinschütten musste. Hinzu kamen Geld für die Versicherung und Benzin und Geld für Lebensmittel. Es hatte hinten und vorne nicht gereicht. Ich ging sehr oft an den Wochenenden in einer Diskothek arbeiten. Das war eine mobile Disco die zumeist in Dörfern in irgendwelchen Hallen freitags und/oder samstags stattgefunden hatte. Freitags ab ca. 18 Uhr aufbauen. Dann arbeiten bis ca. 5 Uhr am Samstagmorgen. Anschließend heim um ein paar Stunden zu schlafen. Am späteren Nachmittag dann wieder zur nächsten Location fahren, wieder aufbauen helfen und bis in den Sonntagmorgen ca. 5 Uhr wieder arbeiten. Pro Abend gab es, wenn ich beim aufbauen und saubermachen half, 100 DM. Wenn ich also Glück hatte, dann konnte ich 200 DM an einem Wochenende verdienen. Von Erholung war dann natürlich keine Spur. Aber ich brauchte das Geld. Es war aber nicht an jedem Wochenende irgendwo eine Disco und manchmal konnte ich auch nur für einen Abend dort arbeiten. Ich bekam weder Unterhalt von meinem Vater oder von meiner Mutter und noch nicht einmal das Kindergeld. Das steckte sich nämlich mein Vater in seine Tasche. Es war eine verdammt schwierige Zeit für mich. Und wieder traue ich mich kaum das hier zu schreiben….. Ich hatte manchmal kaum etwas zu essen. Ich habe wirklich Hunger gelitten! Seit ihr schon mal wach geworden, weil euch der Magen vor lauter Hunger so richtig doll weh getan hat? Das ist grauenvoll! Das sind richtige Schmerzen. Ich habe über Wochen nur Hühnerbrühwürfel mit ein paar Suppennudeln drin gegessen. Ab und an hab ich da mal noch ein Ei rein gemacht, dann wurde es etwas dickflüssiger. Butterbrote gab es auch ab und an. Aber tendenziell hatte ich nur die Lebensmittel an denen ich sparen konnte. Irgendwann bekamen das meine damaligen Arbeitskollegen mit. Ich glaube ich sah damals auch nicht sonderlich gesund aus. Und als ich ihnen dann erzählte was los ist, brachten sie mir abwechseln Obst und Gemüse mit und kochten abends abwechselnd für mich mit so dass ich am darauffolgenden Tag etwas warmes essen konnte. Das war eine beschissene Zeit!

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Und ich glaube das erklärt auch warum ich in punkto Geld immer sehr ängstlich und vorsichtig war. Auch das hatte sich ganz tief in mir eingebrannt. Mein Therapeut sagte mir dann, dass ich versuchen muss mir jetzt immer bewusst zu machen, dass ich JETZT genügend Geld habe. Das ich JETZT keine Angst mehr haben brauche Hunger leiden zu müssen. Das diese Zeiten vorbei sind und ganz sicher auch nie wieder kommen werden.

Und obwohl ich es zunächst für unmöglich hielt, habe ich diese Sätze sehr schnell für mich verinnerlicht und versuche sie auch in anderen Situationen anzuwenden. Und das klappt sehr gut. Ich sage mir immer wieder, dass ich jetzt keine Angst mehr haben muss, dass ich erwachsen bin und selbst bestimmt handeln kann und das niemand mehr Macht über mich hat. Das ist ein Prozess, ein insgesamt langer Weg, bei dem man sehr viel Vergangenheit bewältigen muss und bei dem es immer wieder Rückschläge gibt. Und es ist richtig anstrengende Arbeit! Aber ich bin trotzdem unglaublich froh, dass ich diesen Weg jetzt gehe, weil ich jetzt schon an dieser Stelle weiß, dass es sich gelohnt hat und es sich noch immer weiter lohnen wird!

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