Die Sache mit dem EX

Gegen Ende August 2020 war ich mit meiner Tochter in Ingolstadt unterwegs um ein paar Besorgungen zu machen. Auf dem Rückweg sah ich beim Autofahren wie so oft in den Rückspiegel. Hinter mir fuhr ein Toyota und zwar genau der gleiche (in Modell und Farbe) wie ihn mein Ex-Freund fuhr zu dem Zeitpunkt als wir uns kennenlernten. Ich habe mich in dem Moment total erschrocken. Auch weil ich das Auto sofort mit ihm in Verbindung brachte. Ich wusste zwar auch gleich das er das nicht sein kann, weil er das Auto kurz nachdem wir zusammen gekommen waren weggegeben hatte. Trotzdem verspürte ich in diesem Moment fast so ein Gefühl wie Angst. Das wühlte mich innerlich sehr auf. Mein Ex Freund und ich waren zu diesem Zeitpunkt bereits 1,5 Jahre getrennt und ich dachte eigentlich, dass ich schon mit diesem Kapitel abgeschlossen hatte. In diesem Moment fühlte es sich aber ganz anders für mich an. Auch als ich später schon längst daheim war, lies mich dieses Erlebnis nicht los.

Photo by David Garrison on Pexels.com

Vor den nächsten Zeilen habe ich aber eine Bitte an all diejenigen von euch, die mich privat, und somit auch meinen Ex Freund kennen! Wie in allem was ich hier schreibe, geht es mir nicht darum irgendjemanden an den Pranger zu stellen, oder wie man so schön sagt, „dreckige Wäsche“ zu waschen. Es ist immer meine Wahrnehmung bzw. meine Sicht auf die Dinge wie ich sie empfunden habe. Mir ist klar, dass es immer zwei Seiten gibt! Aber für mich war insbesondere diese Beziehung sehr traumatisch. Sie hat sowohl ganz viele alte Wunden aufgerissen, als mich auch nachhaltig psychisch unglaublich belastet und tut es auch jetzt noch. Wenn meine folgenden Worte daher in irgendeiner Form böse klingen, dann bitte ich euch trotzdem um euer Stillschweigen.

– DANKE –

Mein Ex Freund und ich waren und sind Arbeitskollegen und haben uns auch in der Arbeit kennengelernt. Wir waren insgesamt fünf Jahre von Dezember 2013 bis November 2018 zusammen. Gerade in der Anfangszeit war er äußerst aufmerksam und führsorglich. Er war ein ganz lieber Mensch. Und besonders hoch habe ich ihm angerechnet, dass er sich voll und ganz auch auf meine damals 9jährige Tochter eingelassen hat und ihr wie ein Vater war. Er war mit mir auf jedem Elternabend, bei jeder schulischen Veranstaltung und meine Tochter hat ihn sehr gemocht. Insbesondere in den ersten Monaten tat er mir und auch meiner Tochter unglaublich gut. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass ich mich auf diese Beziehung total einlassen kann, dass er ein guter Mensch ist, der mir nichts böses möchte oder jemals tun könnte.

Aber schon ca. ein halbes Jahr später passierte das, was sich auch die kommenden Jahre immer wieder ereignete. Mein Ex Freund konnte überhaupt nicht mit Geld umgehen! Ich bekomme es jetzt ehrlich gesagt nicht mehr hundertprozentig zusammen. Es ging meines Wissens um eine eher mittelgroße Menge Geld, die er brauchte um irgendetwas bezahlen zu können. Ich glaube (!) es ging um ca. 2000,- Euro und ich glaube (!) es ging um Kosten für einen Internet und Telefonanbieter. Da ich wusste, dass unser gemeinsamer Arbeitgeber zum damaligen Zeitpunkt Arbeitgeberdarlehen anbot, riet ich ihm dazu, sich über diesen Weg das Geld zu leihen und seine Schulden zu bezahlen. Die monatlichen Raten zu dem Darlehen würden ganz unkompliziert über seine Gehaltsabrechnung in Abzug gebracht werden, er bezahlt seinen Kram, alles gut! So war zumindest mein Plan. Ich freute mich, dass ich ihm helfen konnte und es schien alles gut zu sein. Aber der Frieden hielt nicht lange an! Schon sehr kurze Zeit später kam eine Kollegin der Entgeltabrechnung auf mich zu und meinte mit fast besorgtem Blick „Sagst du dem … mal das er mich unbedingt mal anrufen soll?“

„Puh“ dachte ich in diesem Moment! Was war da los? Mir war klar, dass irgendetwas sein muss und mir war auch klar, dass meine Kollegin mir mit dieser Frage einen Wink geben wollte, den sie wohlmöglich hätte gar nicht machen dürfen! Ich richtete ihm am selben Abend also ihre Bitte aus. Er sagte nur mit ganz normalen Ton, ohne auch nur den Anflug von Nervosität an den Tag zu legen, „Ja mach ich“. Er tat das am folgenden Tag dann auch und ich stellte ihn am Abend zur Rede und wollte wissen was los ist.

Eher kleinlaut erzählte er mir dann, dass er noch mehr Schulden hätte, und das sich diese Gläubiger jetzt mittels einer Gehaltspfändung ihr Geld zurück holen würden. Es stand eine Summe von ca. 9000,- Euro im Raum! Hinzukam, dass er diese Schulden hätte angeben müssen als er sich das Arbeitgeberdarlehen hat auszahlen lassen. Unter diesen Umständen hätte er dieses dann nämlich nicht bekommen und die Vorwürfe unseres Arbeitgebers ihm gegenüber waren dementsprechend groß. Verständlich! Ich weiß auch bis heute nicht, ob mir meine Kollegen aus der Entgeltabrechnung glaubten, dass ich nichts von diesen Schulden wusste. Ich hatte auch ein schlechtes Gewissen meinem Arbeitgeber gegenüber, weil ich es war die ihm zu dem Arbeitgeberdarlehen geraten hatte.

Über die Summe war ich entsetzt und ich verstand nicht, warum er das nicht erwähnt hatte. Ich hatte wirklich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl oder den Verdacht, dass er Geldprobleme hatte. Im Gegenteil! Er machte uns Geschenke, lud uns zum Essen ein etc. Wenige Tage bevor diese Gehaltspfändung Thema wurde hatte ich noch einen gemeinsamen Sommerurlaub gebucht und auch in diesem Moment erwähnte er nicht, dass er sich diesen Urlaub eigentlich gar nicht leisten könnte. Ich war so unglaublich enttäuscht, auch wütend und traurig und auch ratlos!

Eigentlich möchte ich gar nicht weiter drüber schreiben. Es wäre auch von der Menge der dann folgenden Ereignisse her viel zu viel.

Photo by Dids on Pexels.com

Ausgelöst von der an sich doch eigentlich total harmlosen „Begegnung“ mit „seinem“ alten Auto wurden so unglaublich viele Erinnerungen und Gefühle in mir geweckt. Es gab so viele Lügen, so viele Versprechungen seinerseits und so viel Gutgläubigkeit und Dummheit meinerseits. Ich habe immer gehofft das es besser wird, das er sich ändern wird. Dabei hätte ich schon bei diesen ersten beiden Ereignissen die Reizleine ziehen müssen, denn danach wurde es nicht besser. Aber ich wollte so sehr das diese Beziehung funktioniert, dass ich mir all seine Lügen „schöngeredet“ habe. Und weil ich es auch nicht verstanden habe, wie man jemanden den man angeblich liebt immer wieder in solche derartigen Schwierigkeiten bringen kann. Für mich wäre das undenkbar! Hätte ich ihn damals früher verlassen, vielleicht hätte ich dann noch einen Mann kennengelernt, mit dem ich mir meinen Traum von einer großen Familie noch hätte erfüllen können. Zum damaligen Zeitpunkt wollte ich nämlich gerne noch weitere Kinder haben. Mindestens eins, wenn nicht sogar noch zwei. Aber ich habe zugelassen, dass mein Traum von einer großen Familie nicht wahrgeworden ist! Etwas das ich mir lange, wenn nicht sogar jetzt noch, nicht verzeihen kann!

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Im Nachhinein kann ich kaum fassen was ich alles zugelassen habe. Er hat mich mehrfach fast in den finanziellen Ruin getrieben. Ich habe mehrfach nichts ahnend kein Geld mehr am Geldautomaten bekommen, weil der Disporahmen voll ausgeschöpft war. Drei Mal war es kurz vor knapp und der Gerichtsvollzieher hätte vor der Tür gestanden! Er hat meine Kreditkarte ohne mein Wissen über all die Zeit mit weiteren ca. 3000 Euro belastet und hat mein Konto bei seinem PayPal Account hinterlegt und eingekauft. Und ich habe es zugelassen! Immer im guten Glauben, das seine Versprechungen sich zu ändern, es nicht mehr zu machen wahr wären. Ich habe ihm immer und immer wieder verziehen!

Er hat mich teilweise richtig manipuliert. Es kam mehr als einmal vor, dass er felsenfest behauptete irgendwelche Ausgaben seinerseits wären vorher mit mir abgesprochen gewesen und ich hätte es jetzt „nur wieder“ vergessen. Sein Satz war immer „Aber das haben wir doch besprochen!“ Er legte teilweise so passiv aggressives Verhalten an den Tag …..

Ein Beziehungspartner verhält sich passiv-aggressiv indem er jeden Affront und jede böse Absicht leugnet– und damit implizit sogar den Spieß umdreht – er lässt das Opfer als Provokateur dastehen. Menschen, die sich passiv-aggressiv verhalten, sind für andere schwer auszuhalten. Denn sie agieren ambivalent, unverbindlich und verletzend, leugnen jedoch gleichzeitig jeden Affront.

gefunden auf „Psychologie heute“

…..und konnte andererseits von jetzt auf gleich total jähzornig werden. Wie er mich dann dann angesehen hat – so als wäre ich der aller letzte Dreck.

Seine heimliche Trinkerei… was ich Schnapsflaschen in seinem Zimmer immer und immer wieder gefunden habe. Bierflaschen stapelweise in Umzugskartons im Keller versteckt. Ich übertriebe wirklich nicht, ich bin nach der Trennung von ihm dreimal mit dem Auto zum Leergut wegbringen gefahren! Wenn ich ihn auf das Thema Alkohol angesprochen habe, hat er es stets geleugnet oder bestenfalls verharmlost. Meistens kam aber als Antwort auf die Frage, wo der Alkohol jetzt her kommt, die Antwort „Die stehen schon ewig hier.“

Gesundheitlich war er nicht der Wiederstandskräftigste. Er hatte gleich mehrere Immunkrankheiten, unter anderem eine Magen/Darm Erkrankung. Schon allein wegen dieser Erkrankung sollte er möglichst gar keinen Alkohol trinken und sich gesund ernähren. Stattdessen aber gab es Alkohol und jede Menge leere Süßigkeiten Schachteln in seinem Zimmer. Auch hier zeigte er keinerlei Einsicht oder sah keinen Anlass zur Änderung seines Verhaltens. Ich glaube er war wirklich davon überzeugt, dass er er alles tat um gesund zu werden. Bestimmt habe ich auch da wieder nur übertrieben. (Ironie off)

Es war fast unmöglich mit ihm irgendwo hin zu gehen wo sich andere/mehrere Menschen aufhielten, denn dann kippte seine Stimmung jedes Mal ins beinahe aggressive, weil er keine Menschenansammlungen mochte. Er wurde dann immer ganz schnell maulig und lief nicht mit uns, sondern lief hinter uns her. Dann gab es nur „ja“ und „nein“ Antworten seinerseits, und wehe man sprach ihn darauf an was ihm jetzt nicht passt. Dann stritt er alles ab, mit einem dermaßen genervten Blick, so dass uns beinahe jedes Mal die Lust an derartigen Ausflügen verging.

Ich glaube im Nachhinein ist man immer schlauer oder? (Bitte sagt „ja“ 🙂 )

Photo by Anthony DeRosa on Pexels.com

Die Trennung und die Zeit danach

Im September 2018 hatten wir uns mal wieder wegen einer Belastung meiner Kreditkarte gestritten. Neu war bei diesem Streit, dass ich richtig laut geworden bin. Ich hab ihn zuvor noch nie angeschrieben dabei, aber an dem Tag tat ich es und ich sagte ihm klipp und klar, dass wenn es noch einmal vorkommt, dann trenne ich mich! Insgeheim hoffte ich damals noch, dass diese Drohung eine Veränderung seines Verhaltens herbeiführen würde.

Nach diesem Streit ignorierte er mich und meine Tochter komplett. Er lebte quasi auch nur noch in seinem Zimmer, kam kaum noch raus. Wenn er mit mir sprach, dann nur in absolut herablassender Art und Weise. Meine Tochter meinte in dieser Zeit einmal zu mir „Mama, man könnte meinen Du hättest ihm gesagt, dass du ihm fremdgegangen wärst, so beschissen wie er dich behandelt. Der hat sie doch nicht alle!“ Ich wusste in dieser Zeit auch echt nicht mehr was ich noch denken geschweige denn tun sollte. Ich fühlte mich wie im falschen Film.

Photo by Andrea Piacquadio on Pexels.com

Fast exakt vier Wochen nach diesem letzten Streit – es war Oktober – checkte ich online mein Bankkonto. Und dann sah ich es. Zwei Abbuchungen über PayPal hinter denen sich dann jeweils ein ITunes Kauf verbarg und eine Abbuchung über 100 Euro durch einen Online Shop, der mir überhaupt nichts sagte. Schon in Erwartung was er wieder für Ausreden bringen würde, sprach ich ihn darauf an. Aber was dann seinerseits kam übertraf meine Erwartungen! Total ruhig, und so als wäre es das normalste auf der Welt, und ohne auch nur das kleinste Anzeichen von Reue oder Unrechtsbewusstsein sagte er: „Die 100 Euro…. ja das wollte ich dir noch sagen, da hab ich mir einen Tee für gekauft! Und das andere… ja da hab ich mir zwei Apps für gekauft!“ Ich konnte dazu ehrlich rein gar nichts mehr sagen! Ich hab ihn nur angesehen und da machte es „Klick“! Genau in diesem Moment war mir ein für alle Mal klar, dass er sich niemals ändern wird! Und auch an diesem Abend beschloss ich mich von ihm zu trennen.

Zwei Wochen später hatte sich meine Schwester mit ihrer Familie zu einem Besuch angemeldet. Da sich mein Ex mir gegenüber immer noch total abwertend verhielt, bat ich ihn eines Abends, er soll sich bitte in der Zeit wenn meine Schwester da ist zusammenreißen. Ich sagte sogar „Ich möchte das du mich in der Zeit vernünftig behandelst!“ Und seine Antwort war „Das weiß ich noch nicht ob ich das kann!“ Hammer! Ich dachte ich höre nicht richtig!

Meine Schwester und auch ihr Mann haben in punkto Beziehungsfragen eher konservative Vorstellung bzw. Einstellungen (das ist zumindest mein Eindruck). Aber wir nutzten natürlich die erstbeste Gelegenheit um zu reden. Konkret sprach sie mich in der Küche an (und ihr Mann kam dann auch direkt dazu) und meinte „So, jetzt erzähl mal.“ Und dann habe ich mir alles von der Seele gesprochen. Es tat so unglaublich gut! Ich habe natürlich in all den Monaten auch schon immer mal mit ihr oder anderen Menschen darüber gesprochen, aber ein persönliches Gespräch mit der eigenen Schwester ist es dann doch noch mal etwas ganz anderes. Ich weiß heute gar nicht mehr warum, aber ich hatte in dem Moment nicht wirklich damit gerechnet, dass mir beide dazu anrieten ihn zu verlassen. Aber genau das taten sie. Sie boten mir auch Unterstützung an, sei es bei einem eventuellen Umzug oder auch finanziell. Ich war wirklich total erleichtert. Es tat so gut sie hinter mir zu wissen. Ich hatte mir insgeheim auch schon eine Art Plan gemacht wann ich mich trennen würde bzw. wann ich es ihm sagen würde und auch welche Dinge ich vorher schon (heimlich) erledigen würde. Dazu zählten Änderung der EC Karten Pin, Änderung des Online Banking Pins, Kündigung der Kreditkarte etc. Auch davon erzählte ich meiner Schwester und sie fand die Ideen auch gut und sagte mir „Genau so machst du es!“

Photo by Jimmy Chan on Pexels.com

Ich weiß nicht ob in diesem Fall das Wort „berechnend“ wirklich passend ist. Ich setzte jedenfalls alle meine Ideen die ich mir überlegt hatte in die Tat um. Kurz bevor das Novembergehalt kam, bei dem auch unser beider Weihnachtsgeld ausgezahlt wurde, änderte ich alle Passwörter und Zugangsdaten. Als das Geld dann auf dem Konto war beglich ich meine Kreditkarte, auf dem zu diesem Zeitpunkt 800 Euro Miese waren. Außerdem stellte ich ihm 50% des Vormonatsminus auf unserem Konto „in Rechnung“. Ich zog außerdem anteilig Miete und Kosten für Strom und anderer Nebenkosten ab, und holte dann sein restliches Gehalt inkl. dem verbleibenden Weihnachtsgeld in bar von unserem Konto.

Und dann kam der Tag der Wahrheit. Ich war wirklich nervös und hatte ehrlich gesagt auch etwas Angst vor seiner Reaktion. Ich fasste all meinen Mut zusammen und ging in sein Zimmer. Natürlich weiß ich meinen genauen Wortlaut nicht mehr, aber es war in etwa so „Da ich ja in letzter Zeit sowieso den Eindruck habe, dass dir an unserer Beziehung nichts mehr liegt, mache ich es dir jetzt einfach und mache Schluss. Hier ist dein letztes Gehalt, ich habe aufgeschrieben was ich abgezogen habe. Wir können uns gerne zusammensetzen und die nächsten Schritte zusammen planen, aber eins vorweg – DAS ist meine Entscheidung und da gibt es auch KEIN zurück!“ Er sagte kein Wort und somit verließ ich kommentarlos sein Zimmer.

Photo by Pixabay on Pexels.com

Die nächsten Stunden, Tage und Wochen waren seinerseits sehr… wie soll ich es sagen ohne das es kalt kling…. Er hat sich äußerst erniedrigt. Er hat total viel geweint, hat gebeten und gebettelt, hat mir total viele Briefe geschrieben die alle über viele viele Seiten gingen, Textnachrichten von solch einer Länge das sie mein Handy nicht auf einmal anzeigen konnte, Sprachnachrichten von 20 Minuten Länge und länger…. Es war schlimm! Sogar seine Schwester schrieb mir einen echt langen Brief, in dem sie mich bat meine Entscheidung noch einmal zu überdenken. Das war mir ja dann gleich total suspekt. Aber gut…. kann sie ja machen. Ich blieb auf jeden Fall bei meiner Entscheidung. Ich weiß nicht genau wie ich es beschreiben soll, aber mit dem Tag an dem ich diesen Schlussstrich zog, änderte sich auch mein Verhalten. Ich war plötzlich ganz klar, strukturiert, redete meinerseits mit ihm nur noch das Nötigste und war in meinem Wesen eher kalt und abweisend.

Die Weihnachtstage 2018 verbrachten meine Tochter und ich bei meiner Schwester und diese Auszeit tat einfach unglaublich gut! Ich konnte wieder etwas zur Ruhe kommen, hatte liebe Menschen um mich und konnte mich auch ausruhen. Wir waren zu diesem Zeitpunkt knapp 4 Wochen getrennt. Ich suchte eine Wohnung für meine Tochter und mich. Wir sahen uns auch ein paar an die finanziell in Frage kommen würden. Einmal hätte es beinahe geklappt, doch kurz vor Vertragsabschluss sagte der Vermieter ab. Es war schwierig. Und mein Ex? Der dachte gar nicht daran auszuziehen! Nein er machte das was er schon immer am besten konnte – Geld ausgeben das er nicht hat! Er kaufte und kaufte und kaufte. UNGELOGEN – an vier von sechs Werktagen pro Woche kam mindestens (!) ein Paket für ihn an. Meistens waren es aber gleich mehrere. Seine Shoppingerlebnisse inklusive der dazugehörigen Rechnungen drapierte er dann schön für alle einsehbar auf unserem großen Esstisch. Ich kann euch nicht sagen was das mit mir gemacht hat! Äußerlich versuchte ich mir nichts anmerken zu lassen, aber innerlich fühlte es sich an wie ein Schlag ins Gesicht! Er machte genau mit dem weiter, wo er genau wusste, das dies ein Grund für unsere Trennung war! Es war unfassbar für mich! Und was er sich kaufte!!!! Man sollte meinen, jemand der in eine Wohnung zieht kauft sich sinnvolle Dinge wie…. keine Ahnung…. Geschirr, Töpfe, Handtücher und so etwas. Nein, mein Ex kaufte sich (ich glaube) sämtliche Zauberstäbe von Harry Potter und aus den Herr der Ringe Filmen. Ich habe nachrecherchiert; allein dafür hat er gut 600 Euro ausgegeben. Außerdem gönnte er sich diverse, natürlich alles Markenartikel, Wander- und Campingzubehör Artikel. Vom Luxus Rucksack bis hin zum Zelt für das übernachten an Felsvorsprüngen, Taschenmesser für 100 Euro, etc. Es war alles dabei! Dazu fiel mir nix mehr ein außer:

ALLES RICHTIG GEMACHT!

Photo by eberhard grossgasteiger on Pexels.com

Bis mein Ex auszog wurde es Juli 2019! Wir wohnten also acht Monate nach unserer Trennung noch zusammen. Diese Zeit war im Großen und Ganzen sehr belastend für mich. Ich habe mich in meinem eigenen Zuhause nicht mehr wohl gefühlt. Es war alles so erdrückend, immer eine angespannte Stimmung. Man konnte nicht in Ruhe telefonieren, keine Freunde einladen. Es war nicht schön! Und acht Monate sind lang!

Als er dann final auszog erwartete ich eine Art Euphorie in mir, eine Art Freude oder ein Gefühl der Befreiung! Aber es passierte nichts dergleichen. Das ganze Gegenteil passierte weniger Woche darauf. Ich fiel in ein totales seelisches Loch. Plötzlich wurde mir bewusst wie viel Kraft ich in diese Beziehung gesteckt hatte. Wie viele Jahre ich gekämpft hatte, wie viele Tränen ich geweint hatte. Es gab so unendlich viele Nächte an denen ich vor Kummer nicht schlafen konnte, weil ich nicht wusste wie es weitergehen soll. Ich habe in Chancen und Möglichkeiten gedacht, bin alle möglichen Konstellationen gedanklich tausendmal durchgegangen. Und wofür? Ich war so leer! In der Zeit nach seinem Auszug habe ich erst gemerkt, wie viel ich von mir in dieser Beziehung gelassen habe und wie viel in mir in dieser Zeit kaputt gegangen ist! Es war ein grausames Gefühl!

Photo by Paula Schmidt on Pexels.com

Auch nachdem er ausgezogen war lies er mich nicht wirklich in Ruhe. Immer wieder kamen lange lange Whatsapp Nachrichten. Ich weiß noch, dass er das eine Mal recht freundlich anfing zu schreiben. Es war ca. November 2019, also zu der Zeit als ich das erste Mal krankgeschrieben wurde. Er wollte wissen wie es mir geht. Ich schrieb mit ihm ein paar Nachrichten hin und her, und von der einen zur anderen Nachricht kippte Seine Stimmung. Er wurde total aggressiv, beschimpfte und beleidigte mich und er drohte mir sogar. Ich antwortete ihm nicht mehr. In der gleichen Nacht (gut das ich immer den Flugmodus über Nacht anhabe) kamen dann auch wieder ewig lange Sprachnachrichten. Es war ein Mix aus Entschuldigungen, Anschuldigungen, Bitten, Vorhaltungen und Liebesbekundungen. Aber auch darauf habe ich nicht reagiert. Insgesamt ging das so bis ca. Februar 2020. Dann hatte ich die Nase voll und habe mir eine neue Handynummer geben lassen. Und ratet wem ich sie nicht gegeben habe?

Heute spüre ich zwar keinen Groll mehr gegenüber meinem Ex, er ist mir als Mensch egal! Aber es ist in der Tat so, dass ich immer noch daran bzw. an den seelischen Folgen die diese Beziehung bei mir hinterlassen hat, arbeite. Ich bin mir inzwischen sicher, dass er bzw. das in dieser Beziehung mit ihm, tiefsitzende negative Glaubenssätze in mir getriggert wurden, und das über einen sehr langen Zeitraum! Glaubenssätze wie „Ich bin nicht gut genug“, „Ich muss mich mehr anstrengen“, „Ich muss mich anpassen“ oder „Ich muss vorsichtig sein“. Ich habe auch noch keine „Lösung“ gefunden. Es ist für mich auch heute noch unfassbar schwer zu begreifen was da damals abging. Wie auch ich mich so verhalten konnte in dieser Beziehung, warum ich das alles so hab mit mir machen lassen etc. Vom unerfüllten Kinderwunsch bis hin zu seinem herablassenden Verhalten mir gegenüber. Das hat wirklich richtig tiefe seelische Narben in mir hinterlassen und ich hoffe inständig, dass ich diese eines Tages nicht mehr so präsent in meinem Leben spüre!

Daher auch dieser Beitrag!

Photo by Snapwire on Pexels.com

Danke für´s Lesen! Gerne könnt ihr mir auch heute dazu eure Meinungen mitteilen!

Und solltest Du meinen Block noch nicht abonniert haben, dann freue ich mich wenn du es jetzt tust! 🙂

5 Gedanken zu „Die Sache mit dem EX“

  1. Ich bin bei deinen Glaubenssätzen hängen geblieben: Sie haben auch bei mir eine Resonanz ausgelöst. Ja, ich denke und glaube, dass viele Menschen diese Wunde des Ungeliebtseins in sich tragen. Da dürfen wir uns entspannen und uns neue Glaubenssätze bilden. Sie aufschreiben und sichtbar aufhängen. Sie immer wieder lesen und langsam werden sie in unser Unbewusstes sinken und wir glauben sie.

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    1. Ja es steckt viel Arbeit hinter solchen Glaubenssätzen. Allein schon sie überhaupt zu erkennen und dann auch anzunehmen ist schon ein großer Schritt bzw auch ein langer Weg der Zeit, Geduld, Mut und Selbstmitgefühl braucht. 😊 Alles Gute für Dich!

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