No Drama!

Juni / Juli 2020

Im ersten Moment wollte ich jetzt schreiben, dass in diesen beiden Monaten nicht wirklich viel passiert ist. Aber eigentlich hatte ich im Juni und Juli auch viele kleinere schöne Momente, die insgesamt ein großes Ganzes an schönen Momenten in mir hinterlassen haben.

Photo by Pixabay on Pexels.com

Anfang Juni zum Beispiel habe ich mich das erste Mal mit einer Arbeitskollegin getroffen, die ich bisher zwar schon recht gemocht habe, aber privat hatten wir uns bisher noch nie gesehen. Ich habe mal in einem sehr zeitaufwendigen Projekt in der Arbeit mit ihr zusammen arbeiten dürfen. Und ich glaube damals haben wir uns beide gegenseitig ganz neu gesehen bzw. wahrgenommen. Ich glaube sie hat gesehen, dass es hinter der stets Metallshirts tragenden, immer eher mürrisch und laut wirkenden Alex, doch auch eine andere Seite gibt. Und ich mochte total ihre ruhige, immer irgendwie ausgeglichene Art und Weise die Dinge anzugehen. Sie bliebt stets ruhig, egal wer wieder irgendwie versuchte das Projekt zu „behindern“, sie war gechillt und besänftigte mich wieder wenn ich wieder wie ein kleiner Giftzwerg zu toben begann. 😉 Ich habe sie damals schon auf eine ganz andere Art und Weise kennenlernen dürfen, als so manch anderer in der Abteilung und war darüber wirklich echt froh. Um so mehr traf es mich dann auch, als ich mitbekam das es ihr gesundheitlich nicht mehr gut ging in der Arbeit. Ich glaube ich habe das auch recht spät bemerkt. Kurz bevor sie dann auch für mehrere Monate ausgefallen ist, begegnete sie mir einmal auf dem Gang vor unseren Büros. Ich fragte sie wie es ihr ginge und sagte auch sowas wie, das sie nicht gesund aussieht, aber sie wirkte wie abwesend, wie so ein einer Art Blase. Ich weiß nicht genau wie ich das beschreiben soll. Kurz danach fiel sie dann, wie schon gesagt, für mehre Monate aus. Diagnose Depression!

Am 05.06.2020 haben wir uns das erste Mal in einem kleine Café getroffen. Wir haben leckeren Kuchen gegessen und Tee getrunken. Das war echt toll. Es tat sehr gut mit jemanden zu sprechen, der genau wusste und nachempfinden konnte wie es in einem aussieht und welche Ängste, Sorgen und Gedanken man mit sich rumträgt. Ich glaube dieses Treffen tat uns beiden gut. Und wir haben uns seitdem auch jetzt schon mehrmals privat gesehen und ich kann für mich ganz klar sagen, dass sie ein absolut feiner Mensch ist und ich sehr froh bin, dass ich sie kenne! (Ja ich weiß, dass du das hier liest und ja, der Querkopf in mir hat schon versucht es nicht allzu sentimental zu schreiben 😉 )

Photo by Engin Akyurt on Pexels.com

Absolut nicht zu vergessen ist mein Geburtstag und der damit verbundene Kauf meiner wunderschönen Gitarre. Auch heute ist es einerseits für mich noch total unfassbar, dass ich mir diesen Traum erfüllt habe und andererseits ist es für mich genauso unfassbar dass ich so viele Jahre damit gewartet habe. Daher noch mal mein Apell für euch: Solltet ihr irgendeinen Wunsch haben, den ihr euch schon immer mal erfüllen wolltet dann MACHT ES! FANGT AN!!! Nichts bereuen wir mehr als die Dinge, die wir nicht getan haben!

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Meine Tochter hatte Anfang Juli auch ihre Abschlussprüfungen in der Realschule. Corona bedingt erst später als die Jahrgänge zuvor. Sie hat richtig viel gelernt, war eigentlich fast nur noch damit beschäftigt und hat sich jede Menge Stress und Druck gemacht. Ich habe versucht sie immer mal wieder abzulenken, bin mit ihr spazieren gegangen oder hab ihr mal ab und an eine Lernpause verordnet. Viel mehr konnte ich fast gar nicht tun. Aber das Resultat ihres Fleißes war wirklich großartig! Sie war mit einem Schnitt von 1,3 die Drittbeste aus ihrer Klasse! Bei ihrer Zeugnisausgabe, die auch wegen Corona nur im Rahmen einer kleineren Abschlusszeremonie stattgefunden hatte, wurden sie und die anderen beiden Schülerin auch separat nach vorne gerufen und bekamen auch eine Auszeichnung. Ich kann euch gar nicht sagen wie wahnsinnig stolz ich auf sie war und es auch immer bin!

Meine Tochter und ich haben ein ganz besonderes Verhältnis. Okay, ich denke viele werden das über die Beziehung zu ihrem Kind oder ihren Kindern sagen. Aber ich glaube Hanna und mich verbindet schon ein ganz besonderes Band. Sie ist für mich die Tochter die ich immer haben wollte. Es ist echt viel schief gelaufen in meinem Leben, aber bei ihr habe ich immer das Gefühl das ich etwas richtig gut gemacht habe. Sie ist ein ehrlicher und aufrichtiger Mensch geworden, die immer sagt was sie denkt. So manches Mal bekam ich schon große Augen, wenn sie für sich und ihre Meinung eingestanden ist. Sie gehört noch zu den Kindern die „bitte“ und „danke“ sagen und freundlich und offen ihren Mitmenschen gegenüber sind. Eigenschaften die man bei sehr vielen Kindern heutzutage vermisst. Wir können sehr gut miteinander reden, lachen sehr viel, helfen uns gegenseitig, kochen gerne zusammen, gehen zusammen ins Kino und es ist einfach richtig angenehm und unkompliziert zwischen uns. Das ist wirklich großartig! Ich bin mir schon bewusst, dass alle meine Erfahrungen die ich gemacht habe und die sie mitbekommen hat, auch einen Einfluss auf ihr Leben haben bzw. haben werden. So manches hätte ich ihr gerne erspart. Trotzdem hoffe ich, dass die vielen positiven Erlebnisse und auch meine guten Seiten einen entscheidenden Einfluss auf ihr Leben haben werden. Ich glaube mehr kann man sich als Mutter für sein Kind auch nicht wünschen.

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Meine Krankheit machte mir in diesen beiden Monaten in punkto Konzentration und Durchhaltevermögen immer wieder zu schaffen. Auch wenn ich keine wirklichen Tiefs hatte, so war ich körperlich sehr schnell kaputt und geschafft und das machte mich wiederum gedanklich und gefühlsmäßig oft fertig. Sehr oft musste ich Aktivitäten unterbrechen oder ganz aufhören, weil ich es einfach nicht geschafft habe. Dieser Zwiespalt Dinge tun zu wollen, und sie andererseits nicht zu schaffen, nagte sehr an mir. Aber anders als in den Vormonaten schrieb ich diese Zustände nicht mehr mir als Person zu, sondern wusste es dieser Krankheit zuzuordnen. Das hat es dann natürlich nicht direkt besser gemacht, aber verständlicher. Zumindest für mich oder anderen Menschen die auch von dieser Erkrankung betroffen sind oder schon mal betroffen waren. Es nervte mich auch sehr, dass ich selbst bei Dingen die mir Spaß machten sehr schnell die Konzentration verlor und unterbrechen oder auch ganz aufhören musste. Das war beim lesen so oder auch beim Gitarre spielen. Beides Dinge die ich auch jetzt noch sehr gerne mache, aber auch heute ist es noch oft so, dass ich manchmal schon nach kurzer Zeit aufhören muss. Vor allem die Sorge dass mich diese „Begleiterscheinungen“ und die Erkrankung nun eventuell ein Leben lang begleiten würde, trieb mich sehr oft um. Ich weiß auch ehrlich gesagt gar nicht, ob man in dem Sinne wirklich jemals von Depressionen geheilt sein wird. Ich denke das sicherlich immer etwas davon in einem zurückbleiben wird.

Photo by Pixabay on Pexels.com

Immer wenn ich einen Beitrag für diesen Blog schreibe, dann lese ich immer sehr viel in meinem Tagebuch nach. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das schon einmal in einem der früheren Beiträge erwähnt habe, aber Tagebuch schreibe ich schon seit dem ich ein Kind bin. Es gab mal Jahre da hab ich es gar nicht getan oder nur sehr wenig. Aber als ich krank wurde habe ich diese wundervolle Beschäftigung wieder angefangen. Wundervoll weil, Tagebuch zu schreiben einfach etwas unfassbar befreiendes hat. Also zumindest für mich. Es ist so als würde man mit einen richtig guten Freund reden, nur das der einem nicht antwortet. Aber man kann irgendwie alles los werden was einen beschäftigt und ich habe schon sehr früh gemerkt, dass es gerade die angestauten und unausgesprochenen Gedanken sind, die einen so fertig machen oder in seinen Handlungen lähmen. Tagebuch zu schreiben ist wie so eine Art Ventil, bei dem ein Teil der Gedanken den Kopf sogar gänzlich verlassen. Nicht weil sie wirklich weg sind, sondern weil sie in einer gewissen Form „gesagt“ wurden. Und manchmal findet man im schreiben bzw. während des Schreibens auch seine eigenen Antworten.

Beim durchblättern und lesen meines Tagebuchs für diesen Beitrag habe ich gesehen, dass mich das Thema Männer und meine Beziehungen die ich bisher zu ihnen hatte, immer wieder sehr beschäftigt haben. Allein im Juni und Juli habe ich ganze fünf Beiträge dazu in meinem Tagebuch geschrieben. In meinem Blog Beitrag „Beziehung – nein Danke“ habe ich das Thema ja schon mal genauer beschrieben bzw. auch geschildert warum meine Einstellung zu Männern äußerst kompliziert ist. Anfang Juli habe ich einen Eintrag gemacht, der mit einem Zitat/Spruch begann, den ich in Instagram gefunden habe:

Ich habe schon Töpfe gesehen, die auch ohne Deckel glücklich lebten.

Autor unbekannt

Sicherlich war es nicht nur dieser Spruch der mich insbesondere in diesen zwei Monaten zu der Einsicht brachte, dass ich zumindest vorerst alleine bleiben möchte und keine Beziehung (mehr) haben möchte. Und für mich fühlte sich diese Entscheidung auch irgendwie befreiend an. Ich habe die Männerwelt nicht gänzlich für mich abgeschrieben, aber in gewisser Weise habe ich meinen Frieden damit gemacht. Ich habe erkannt, das wir zumindest vorerst nicht zusammen passen – also die Männerwelt und ich. Und das das auch absolut okay ist! Die Ursachen für diese Denkweise sind mir in den letzten Monaten ganz klar geworden und das ist für mich schon eine absolute Bereicherung! Es ist von der Priorisierung her gesehen, aber nicht die Nummer eins für mich. Es spielt eher eine untergeordnete Rolle. Früher undenkbar, aber ich genieße mein Singledasein wirklich sehr! Es ist so schön ruhig! 🙂 Keine Diskussionen, außer die die ich selber mit mir führe. Keine Probleme anderer die ich meine lösen zu müssen. Ich kann mir meine Zeit allein für mich, und die Dinge die ich mag und machen möchte einteilen. Ich muss auf niemanden Rücksicht nehmen, keine Dramen die mich Nachts wach halten und nicht schlafen lassen. Es ist nicht so, dass ich Beziehungen allgemein als etwas schlechtes oder so sehe. Ich habe nur einfach momentan einfach überhaupt keinen Bock darauf! 😉 In gewisser Weise hoffe ich auch, dass sich das Thema quasi selbst erledigt. Damit meine ich, dass ich das Thema an sich gar nicht in der Therapie behandeln muss, sondern dass es sich mit der Stärkung meines Selbstwertgefühls und dem erkennen und ausleben von eigenen Wünschen und Träumen von selbst erledigt.

Ich glaube nämlich an die Kraft oder die Magie der Anziehung.

Wer eine schöne Ausstrahlung hat, zieht schöne, positive Dinge an – und umgekehrt. Was ich denke und fühle, strahle ich aus – und was ich ausstrahle, ziehe ich an.

Wenn ich also mit mir glücklich, und sich mein Leben für mich gut anfühlt, dann strahle ich das aus und dann sollte ich auch genau solche Menschen anziehen. Diese Vorstellung gefällt mir sehr gut!

Photo by Quang Nguyen Vinh on Pexels.com

Für alle die meinen oben genannte Beitrag noch nicht gelesen haben, verlinke ich ihn unten gerne noch einmal.

Ich hoffe der Beitrag hat euch wieder gefallen, auch wenn er sicherlich nicht so ganz spektakulär war, wie schon so manch anderer. Aber wie schon die Überschrift besagt; ich war auch mal ganz froh über etwas weniger Drama 😉

Bis zum nächsten Mal!


Beziehung – nein Danke!

Neulich habe ich auf Instagram einen Post gesehen der mich zu diesem Beitrag motivierte. Er lautete folgendermaßen: Wie man eine Beziehung aufrechterhält: Kommuniziert. Sprecht über die Dinge, die guten und die schlechten. Schafft Vertrauen. Seid ehrlich. Seid treu. Seid füreinander da. Nehmt euch Zeit füreinander. Lasst die Vergangenheit der Vergangenheit. Wisst, dass Argumente normal sind. … Beziehung – nein Danke! weiterlesen

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