Die Sache mit dem EX

Gegen Ende August 2020 war ich mit meiner Tochter in Ingolstadt unterwegs um ein paar Besorgungen zu machen. Auf dem Rückweg sah ich beim Autofahren wie so oft in den Rückspiegel. Hinter mir fuhr ein Toyota und zwar genau der gleiche (in Modell und Farbe) wie ihn mein Ex-Freund fuhr zu dem Zeitpunkt als wir uns kennenlernten. Ich habe mich in dem Moment total erschrocken. Auch weil ich das Auto sofort mit ihm in Verbindung brachte. Ich wusste zwar auch gleich das er das nicht sein kann, weil er das Auto kurz nachdem wir zusammen gekommen waren weggegeben hatte. Trotzdem verspürte ich in diesem Moment fast so ein Gefühl wie Angst. Das wühlte mich innerlich sehr auf. Mein Ex Freund und ich waren zu diesem Zeitpunkt bereits 1,5 Jahre getrennt und ich dachte eigentlich, dass ich schon mit diesem Kapitel abgeschlossen hatte. In diesem Moment fühlte es sich aber ganz anders für mich an. Auch als ich später schon längst daheim war, lies mich dieses Erlebnis nicht los.

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Vor den nächsten Zeilen habe ich aber eine Bitte an all diejenigen von euch, die mich privat, und somit auch meinen Ex Freund kennen! Wie in allem was ich hier schreibe, geht es mir nicht darum irgendjemanden an den Pranger zu stellen, oder wie man so schön sagt, „dreckige Wäsche“ zu waschen. Es ist immer meine Wahrnehmung bzw. meine Sicht auf die Dinge wie ich sie empfunden habe. Mir ist klar, dass es immer zwei Seiten gibt! Aber für mich war insbesondere diese Beziehung sehr traumatisch. Sie hat sowohl ganz viele alte Wunden aufgerissen, als mich auch nachhaltig psychisch unglaublich belastet und tut es auch jetzt noch. Wenn meine folgenden Worte daher in irgendeiner Form böse klingen, dann bitte ich euch trotzdem um euer Stillschweigen.

– DANKE –

Mein Ex Freund und ich waren und sind Arbeitskollegen und haben uns auch in der Arbeit kennengelernt. Wir waren insgesamt fünf Jahre von Dezember 2013 bis November 2018 zusammen. Gerade in der Anfangszeit war er äußerst aufmerksam und führsorglich. Er war ein ganz lieber Mensch. Und besonders hoch habe ich ihm angerechnet, dass er sich voll und ganz auch auf meine damals 9jährige Tochter eingelassen hat und ihr wie ein Vater war. Er war mit mir auf jedem Elternabend, bei jeder schulischen Veranstaltung und meine Tochter hat ihn sehr gemocht. Insbesondere in den ersten Monaten tat er mir und auch meiner Tochter unglaublich gut. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass ich mich auf diese Beziehung total einlassen kann, dass er ein guter Mensch ist, der mir nichts böses möchte oder jemals tun könnte.

Aber schon ca. ein halbes Jahr später passierte das, was sich auch die kommenden Jahre immer wieder ereignete. Mein Ex Freund konnte überhaupt nicht mit Geld umgehen! Ich bekomme es jetzt ehrlich gesagt nicht mehr hundertprozentig zusammen. Es ging meines Wissens um eine eher mittelgroße Menge Geld, die er brauchte um irgendetwas bezahlen zu können. Ich glaube (!) es ging um ca. 2000,- Euro und ich glaube (!) es ging um Kosten für einen Internet und Telefonanbieter. Da ich wusste, dass unser gemeinsamer Arbeitgeber zum damaligen Zeitpunkt Arbeitgeberdarlehen anbot, riet ich ihm dazu, sich über diesen Weg das Geld zu leihen und seine Schulden zu bezahlen. Die monatlichen Raten zu dem Darlehen würden ganz unkompliziert über seine Gehaltsabrechnung in Abzug gebracht werden, er bezahlt seinen Kram, alles gut! So war zumindest mein Plan. Ich freute mich, dass ich ihm helfen konnte und es schien alles gut zu sein. Aber der Frieden hielt nicht lange an! Schon sehr kurze Zeit später kam eine Kollegin der Entgeltabrechnung auf mich zu und meinte mit fast besorgtem Blick „Sagst du dem … mal das er mich unbedingt mal anrufen soll?“

„Puh“ dachte ich in diesem Moment! Was war da los? Mir war klar, dass irgendetwas sein muss und mir war auch klar, dass meine Kollegin mir mit dieser Frage einen Wink geben wollte, den sie wohlmöglich hätte gar nicht machen dürfen! Ich richtete ihm am selben Abend also ihre Bitte aus. Er sagte nur mit ganz normalen Ton, ohne auch nur den Anflug von Nervosität an den Tag zu legen, „Ja mach ich“. Er tat das am folgenden Tag dann auch und ich stellte ihn am Abend zur Rede und wollte wissen was los ist.

Eher kleinlaut erzählte er mir dann, dass er noch mehr Schulden hätte, und das sich diese Gläubiger jetzt mittels einer Gehaltspfändung ihr Geld zurück holen würden. Es stand eine Summe von ca. 9000,- Euro im Raum! Hinzukam, dass er diese Schulden hätte angeben müssen als er sich das Arbeitgeberdarlehen hat auszahlen lassen. Unter diesen Umständen hätte er dieses dann nämlich nicht bekommen und die Vorwürfe unseres Arbeitgebers ihm gegenüber waren dementsprechend groß. Verständlich! Ich weiß auch bis heute nicht, ob mir meine Kollegen aus der Entgeltabrechnung glaubten, dass ich nichts von diesen Schulden wusste. Ich hatte auch ein schlechtes Gewissen meinem Arbeitgeber gegenüber, weil ich es war die ihm zu dem Arbeitgeberdarlehen geraten hatte.

Über die Summe war ich entsetzt und ich verstand nicht, warum er das nicht erwähnt hatte. Ich hatte wirklich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl oder den Verdacht, dass er Geldprobleme hatte. Im Gegenteil! Er machte uns Geschenke, lud uns zum Essen ein etc. Wenige Tage bevor diese Gehaltspfändung Thema wurde hatte ich noch einen gemeinsamen Sommerurlaub gebucht und auch in diesem Moment erwähnte er nicht, dass er sich diesen Urlaub eigentlich gar nicht leisten könnte. Ich war so unglaublich enttäuscht, auch wütend und traurig und auch ratlos!

Eigentlich möchte ich gar nicht weiter drüber schreiben. Es wäre auch von der Menge der dann folgenden Ereignisse her viel zu viel.

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Ausgelöst von der an sich doch eigentlich total harmlosen „Begegnung“ mit „seinem“ alten Auto wurden so unglaublich viele Erinnerungen und Gefühle in mir geweckt. Es gab so viele Lügen, so viele Versprechungen seinerseits und so viel Gutgläubigkeit und Dummheit meinerseits. Ich habe immer gehofft das es besser wird, das er sich ändern wird. Dabei hätte ich schon bei diesen ersten beiden Ereignissen die Reizleine ziehen müssen, denn danach wurde es nicht besser. Aber ich wollte so sehr das diese Beziehung funktioniert, dass ich mir all seine Lügen „schöngeredet“ habe. Und weil ich es auch nicht verstanden habe, wie man jemanden den man angeblich liebt immer wieder in solche derartigen Schwierigkeiten bringen kann. Für mich wäre das undenkbar! Hätte ich ihn damals früher verlassen, vielleicht hätte ich dann noch einen Mann kennengelernt, mit dem ich mir meinen Traum von einer großen Familie noch hätte erfüllen können. Zum damaligen Zeitpunkt wollte ich nämlich gerne noch weitere Kinder haben. Mindestens eins, wenn nicht sogar noch zwei. Aber ich habe zugelassen, dass mein Traum von einer großen Familie nicht wahrgeworden ist! Etwas das ich mir lange, wenn nicht sogar jetzt noch, nicht verzeihen kann!

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Im Nachhinein kann ich kaum fassen was ich alles zugelassen habe. Er hat mich mehrfach fast in den finanziellen Ruin getrieben. Ich habe mehrfach nichts ahnend kein Geld mehr am Geldautomaten bekommen, weil der Disporahmen voll ausgeschöpft war. Drei Mal war es kurz vor knapp und der Gerichtsvollzieher hätte vor der Tür gestanden! Er hat meine Kreditkarte ohne mein Wissen über all die Zeit mit weiteren ca. 3000 Euro belastet und hat mein Konto bei seinem PayPal Account hinterlegt und eingekauft. Und ich habe es zugelassen! Immer im guten Glauben, das seine Versprechungen sich zu ändern, es nicht mehr zu machen wahr wären. Ich habe ihm immer und immer wieder verziehen!

Er hat mich teilweise richtig manipuliert. Es kam mehr als einmal vor, dass er felsenfest behauptete irgendwelche Ausgaben seinerseits wären vorher mit mir abgesprochen gewesen und ich hätte es jetzt „nur wieder“ vergessen. Sein Satz war immer „Aber das haben wir doch besprochen!“ Er legte teilweise so passiv aggressives Verhalten an den Tag …..

Ein Beziehungspartner verhält sich passiv-aggressiv indem er jeden Affront und jede böse Absicht leugnet– und damit implizit sogar den Spieß umdreht – er lässt das Opfer als Provokateur dastehen. Menschen, die sich passiv-aggressiv verhalten, sind für andere schwer auszuhalten. Denn sie agieren ambivalent, unverbindlich und verletzend, leugnen jedoch gleichzeitig jeden Affront.

gefunden auf „Psychologie heute“

…..und konnte andererseits von jetzt auf gleich total jähzornig werden. Wie er mich dann dann angesehen hat – so als wäre ich der aller letzte Dreck.

Seine heimliche Trinkerei… was ich Schnapsflaschen in seinem Zimmer immer und immer wieder gefunden habe. Bierflaschen stapelweise in Umzugskartons im Keller versteckt. Ich übertriebe wirklich nicht, ich bin nach der Trennung von ihm dreimal mit dem Auto zum Leergut wegbringen gefahren! Wenn ich ihn auf das Thema Alkohol angesprochen habe, hat er es stets geleugnet oder bestenfalls verharmlost. Meistens kam aber als Antwort auf die Frage, wo der Alkohol jetzt her kommt, die Antwort „Die stehen schon ewig hier.“

Gesundheitlich war er nicht der Wiederstandskräftigste. Er hatte gleich mehrere Immunkrankheiten, unter anderem eine Magen/Darm Erkrankung. Schon allein wegen dieser Erkrankung sollte er möglichst gar keinen Alkohol trinken und sich gesund ernähren. Stattdessen aber gab es Alkohol und jede Menge leere Süßigkeiten Schachteln in seinem Zimmer. Auch hier zeigte er keinerlei Einsicht oder sah keinen Anlass zur Änderung seines Verhaltens. Ich glaube er war wirklich davon überzeugt, dass er er alles tat um gesund zu werden. Bestimmt habe ich auch da wieder nur übertrieben. (Ironie off)

Es war fast unmöglich mit ihm irgendwo hin zu gehen wo sich andere/mehrere Menschen aufhielten, denn dann kippte seine Stimmung jedes Mal ins beinahe aggressive, weil er keine Menschenansammlungen mochte. Er wurde dann immer ganz schnell maulig und lief nicht mit uns, sondern lief hinter uns her. Dann gab es nur „ja“ und „nein“ Antworten seinerseits, und wehe man sprach ihn darauf an was ihm jetzt nicht passt. Dann stritt er alles ab, mit einem dermaßen genervten Blick, so dass uns beinahe jedes Mal die Lust an derartigen Ausflügen verging.

Ich glaube im Nachhinein ist man immer schlauer oder? (Bitte sagt „ja“ 🙂 )

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Die Trennung und die Zeit danach

Im September 2018 hatten wir uns mal wieder wegen einer Belastung meiner Kreditkarte gestritten. Neu war bei diesem Streit, dass ich richtig laut geworden bin. Ich hab ihn zuvor noch nie angeschrieben dabei, aber an dem Tag tat ich es und ich sagte ihm klipp und klar, dass wenn es noch einmal vorkommt, dann trenne ich mich! Insgeheim hoffte ich damals noch, dass diese Drohung eine Veränderung seines Verhaltens herbeiführen würde.

Nach diesem Streit ignorierte er mich und meine Tochter komplett. Er lebte quasi auch nur noch in seinem Zimmer, kam kaum noch raus. Wenn er mit mir sprach, dann nur in absolut herablassender Art und Weise. Meine Tochter meinte in dieser Zeit einmal zu mir „Mama, man könnte meinen Du hättest ihm gesagt, dass du ihm fremdgegangen wärst, so beschissen wie er dich behandelt. Der hat sie doch nicht alle!“ Ich wusste in dieser Zeit auch echt nicht mehr was ich noch denken geschweige denn tun sollte. Ich fühlte mich wie im falschen Film.

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Fast exakt vier Wochen nach diesem letzten Streit – es war Oktober – checkte ich online mein Bankkonto. Und dann sah ich es. Zwei Abbuchungen über PayPal hinter denen sich dann jeweils ein ITunes Kauf verbarg und eine Abbuchung über 100 Euro durch einen Online Shop, der mir überhaupt nichts sagte. Schon in Erwartung was er wieder für Ausreden bringen würde, sprach ich ihn darauf an. Aber was dann seinerseits kam übertraf meine Erwartungen! Total ruhig, und so als wäre es das normalste auf der Welt, und ohne auch nur das kleinste Anzeichen von Reue oder Unrechtsbewusstsein sagte er: „Die 100 Euro…. ja das wollte ich dir noch sagen, da hab ich mir einen Tee für gekauft! Und das andere… ja da hab ich mir zwei Apps für gekauft!“ Ich konnte dazu ehrlich rein gar nichts mehr sagen! Ich hab ihn nur angesehen und da machte es „Klick“! Genau in diesem Moment war mir ein für alle Mal klar, dass er sich niemals ändern wird! Und auch an diesem Abend beschloss ich mich von ihm zu trennen.

Zwei Wochen später hatte sich meine Schwester mit ihrer Familie zu einem Besuch angemeldet. Da sich mein Ex mir gegenüber immer noch total abwertend verhielt, bat ich ihn eines Abends, er soll sich bitte in der Zeit wenn meine Schwester da ist zusammenreißen. Ich sagte sogar „Ich möchte das du mich in der Zeit vernünftig behandelst!“ Und seine Antwort war „Das weiß ich noch nicht ob ich das kann!“ Hammer! Ich dachte ich höre nicht richtig!

Meine Schwester und auch ihr Mann haben in punkto Beziehungsfragen eher konservative Vorstellung bzw. Einstellungen (das ist zumindest mein Eindruck). Aber wir nutzten natürlich die erstbeste Gelegenheit um zu reden. Konkret sprach sie mich in der Küche an (und ihr Mann kam dann auch direkt dazu) und meinte „So, jetzt erzähl mal.“ Und dann habe ich mir alles von der Seele gesprochen. Es tat so unglaublich gut! Ich habe natürlich in all den Monaten auch schon immer mal mit ihr oder anderen Menschen darüber gesprochen, aber ein persönliches Gespräch mit der eigenen Schwester ist es dann doch noch mal etwas ganz anderes. Ich weiß heute gar nicht mehr warum, aber ich hatte in dem Moment nicht wirklich damit gerechnet, dass mir beide dazu anrieten ihn zu verlassen. Aber genau das taten sie. Sie boten mir auch Unterstützung an, sei es bei einem eventuellen Umzug oder auch finanziell. Ich war wirklich total erleichtert. Es tat so gut sie hinter mir zu wissen. Ich hatte mir insgeheim auch schon eine Art Plan gemacht wann ich mich trennen würde bzw. wann ich es ihm sagen würde und auch welche Dinge ich vorher schon (heimlich) erledigen würde. Dazu zählten Änderung der EC Karten Pin, Änderung des Online Banking Pins, Kündigung der Kreditkarte etc. Auch davon erzählte ich meiner Schwester und sie fand die Ideen auch gut und sagte mir „Genau so machst du es!“

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Ich weiß nicht ob in diesem Fall das Wort „berechnend“ wirklich passend ist. Ich setzte jedenfalls alle meine Ideen die ich mir überlegt hatte in die Tat um. Kurz bevor das Novembergehalt kam, bei dem auch unser beider Weihnachtsgeld ausgezahlt wurde, änderte ich alle Passwörter und Zugangsdaten. Als das Geld dann auf dem Konto war beglich ich meine Kreditkarte, auf dem zu diesem Zeitpunkt 800 Euro Miese waren. Außerdem stellte ich ihm 50% des Vormonatsminus auf unserem Konto „in Rechnung“. Ich zog außerdem anteilig Miete und Kosten für Strom und anderer Nebenkosten ab, und holte dann sein restliches Gehalt inkl. dem verbleibenden Weihnachtsgeld in bar von unserem Konto.

Und dann kam der Tag der Wahrheit. Ich war wirklich nervös und hatte ehrlich gesagt auch etwas Angst vor seiner Reaktion. Ich fasste all meinen Mut zusammen und ging in sein Zimmer. Natürlich weiß ich meinen genauen Wortlaut nicht mehr, aber es war in etwa so „Da ich ja in letzter Zeit sowieso den Eindruck habe, dass dir an unserer Beziehung nichts mehr liegt, mache ich es dir jetzt einfach und mache Schluss. Hier ist dein letztes Gehalt, ich habe aufgeschrieben was ich abgezogen habe. Wir können uns gerne zusammensetzen und die nächsten Schritte zusammen planen, aber eins vorweg – DAS ist meine Entscheidung und da gibt es auch KEIN zurück!“ Er sagte kein Wort und somit verließ ich kommentarlos sein Zimmer.

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Die nächsten Stunden, Tage und Wochen waren seinerseits sehr… wie soll ich es sagen ohne das es kalt kling…. Er hat sich äußerst erniedrigt. Er hat total viel geweint, hat gebeten und gebettelt, hat mir total viele Briefe geschrieben die alle über viele viele Seiten gingen, Textnachrichten von solch einer Länge das sie mein Handy nicht auf einmal anzeigen konnte, Sprachnachrichten von 20 Minuten Länge und länger…. Es war schlimm! Sogar seine Schwester schrieb mir einen echt langen Brief, in dem sie mich bat meine Entscheidung noch einmal zu überdenken. Das war mir ja dann gleich total suspekt. Aber gut…. kann sie ja machen. Ich blieb auf jeden Fall bei meiner Entscheidung. Ich weiß nicht genau wie ich es beschreiben soll, aber mit dem Tag an dem ich diesen Schlussstrich zog, änderte sich auch mein Verhalten. Ich war plötzlich ganz klar, strukturiert, redete meinerseits mit ihm nur noch das Nötigste und war in meinem Wesen eher kalt und abweisend.

Die Weihnachtstage 2018 verbrachten meine Tochter und ich bei meiner Schwester und diese Auszeit tat einfach unglaublich gut! Ich konnte wieder etwas zur Ruhe kommen, hatte liebe Menschen um mich und konnte mich auch ausruhen. Wir waren zu diesem Zeitpunkt knapp 4 Wochen getrennt. Ich suchte eine Wohnung für meine Tochter und mich. Wir sahen uns auch ein paar an die finanziell in Frage kommen würden. Einmal hätte es beinahe geklappt, doch kurz vor Vertragsabschluss sagte der Vermieter ab. Es war schwierig. Und mein Ex? Der dachte gar nicht daran auszuziehen! Nein er machte das was er schon immer am besten konnte – Geld ausgeben das er nicht hat! Er kaufte und kaufte und kaufte. UNGELOGEN – an vier von sechs Werktagen pro Woche kam mindestens (!) ein Paket für ihn an. Meistens waren es aber gleich mehrere. Seine Shoppingerlebnisse inklusive der dazugehörigen Rechnungen drapierte er dann schön für alle einsehbar auf unserem großen Esstisch. Ich kann euch nicht sagen was das mit mir gemacht hat! Äußerlich versuchte ich mir nichts anmerken zu lassen, aber innerlich fühlte es sich an wie ein Schlag ins Gesicht! Er machte genau mit dem weiter, wo er genau wusste, das dies ein Grund für unsere Trennung war! Es war unfassbar für mich! Und was er sich kaufte!!!! Man sollte meinen, jemand der in eine Wohnung zieht kauft sich sinnvolle Dinge wie…. keine Ahnung…. Geschirr, Töpfe, Handtücher und so etwas. Nein, mein Ex kaufte sich (ich glaube) sämtliche Zauberstäbe von Harry Potter und aus den Herr der Ringe Filmen. Ich habe nachrecherchiert; allein dafür hat er gut 600 Euro ausgegeben. Außerdem gönnte er sich diverse, natürlich alles Markenartikel, Wander- und Campingzubehör Artikel. Vom Luxus Rucksack bis hin zum Zelt für das übernachten an Felsvorsprüngen, Taschenmesser für 100 Euro, etc. Es war alles dabei! Dazu fiel mir nix mehr ein außer:

ALLES RICHTIG GEMACHT!

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Dieses Verhalten seinerseits zog sich über mehrere Monate. Ich für meinen Teil habe im Februar/März 2019 jemanden über das Internet kennengelernt und mich auch sofort verliebt. Ich erlebte viele schöne Wochenenden (Fernbeziehung) in allen möglichen Städten von Süddeutschland. Aber was soll ich sagen…. es war im Nachhinein betrachtet mehr eine Art Flucht von mir. Ich genoss diese schönen Momente, seine Aufmerksamkeiten! Absolut! Ich fühlte mich gut. Größtenteils fühlte es sich irgendwie leicht an, und auch mein Traum vom Motorrad (mit)fahren erfüllte sich in dieser Zeit. Und an den Wochenenden an denen meine Tochter bei ihrem Vater war, war ich unterwegs und musste mich nicht mit meinem Ex auseinander setzen. Aber auch in dieser „Beziehung“ (es war für mich nicht wirklich eine Beziehung) merkte ich schnell, dass nicht alles was er mir erzählte auch der Wirklichkeit entsprach. Vielleicht war ich auch zu sehr darauf gepolt, eventuell vorhandene Defizite zu ermitteln. Ich weiß es nicht! Ich trennte mich im September 2019 wieder von ihm, und ich habe diese Entscheidung auch bis heute nicht bereut.

Bis mein Ex auszog wurde es Juli 2019! Wir wohnten also acht Monate nach unserer Trennung noch zusammen. Diese Zeit war im Großen und Ganzen sehr belastend für mich. Ich habe mich in meinem eigenen Zuhause nicht mehr wohl gefühlt. Es war alles so erdrückend, immer eine angespannte Stimmung. Man konnte nicht in Ruhe telefonieren, keine Freunde einladen. Es war nicht schön! Und acht Monate sind lang!

Als er dann final auszog erwartete ich eine Art Euphorie in mir, eine Art Freude oder ein Gefühl der Befreiung! Aber es passierte nichts dergleichen. Das ganze Gegenteil passierte weniger Woche darauf. Ich fiel in ein totales seelisches Loch. Plötzlich wurde mir bewusst wie viel Kraft ich in diese Beziehung gesteckt hatte. Wie viele Jahre ich gekämpft hatte, wie viele Tränen ich geweint hatte. Es gab so unendlich viele Nächte an denen ich vor Kummer nicht schlafen konnte, weil ich nicht wusste wie es weitergehen soll. Ich habe in Chancen und Möglichkeiten gedacht, bin alle möglichen Konstellationen gedanklich tausendmal durchgegangen. Und wofür? Ich war so leer! In der Zeit nach seinem Auszug habe ich erst gemerkt, wie viel ich von mir in dieser Beziehung gelassen habe und wie viel in mir in dieser Zeit kaputt gegangen ist! Es war ein grausames Gefühl!

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Auch nachdem er ausgezogen war lies er mich nicht wirklich in Ruhe. Immer wieder kamen lange lange Whatsapp Nachrichten. Ich weiß noch, dass er das eine Mal recht freundlich anfing zu schreiben. Es war ca. November 2019, also zu der Zeit als ich das erste Mal krankgeschrieben wurde. Er wollte wissen wie es mir geht. Ich schrieb mit ihm ein paar Nachrichten hin und her, und von der einen zur anderen Nachricht kippte Seine Stimmung. Er wurde total aggressiv, beschimpfte und beleidigte mich und er drohte mir sogar. Ich antwortete ihm nicht mehr. In der gleichen Nacht (gut das ich immer den Flugmodus über Nacht anhabe) kamen dann auch wieder ewig lange Sprachnachrichten. Es war ein Mix aus Entschuldigungen, Anschuldigungen, Bitten, Vorhaltungen und Liebesbekundungen. Aber auch darauf habe ich nicht reagiert. Insgesamt ging das so bis ca. Februar 2020. Dann hatte ich die Nase voll und habe mir eine neue Handynummer geben lassen. Und ratet wem ich sie nicht gegeben habe?

Heute spüre ich zwar keinen Groll mehr gegenüber meinem Ex, er ist mir als Mensch egal! Aber es ist in der Tat so, dass ich immer noch daran bzw. an den seelischen Folgen die diese Beziehung bei mir hinterlassen hat, arbeite. Ich bin mir inzwischen sicher, dass er bzw. das in dieser Beziehung mit ihm, tiefsitzende negative Glaubenssätze in mir getriggert wurden, und das über einen sehr langen Zeitraum! Glaubenssätze wie „Ich bin nicht gut genug“, „Ich muss mich mehr anstrengen“, „Ich muss mich anpassen“ oder „Ich muss vorsichtig sein“. Ich habe auch noch keine „Lösung“ gefunden. Es ist für mich auch heute noch unfassbar schwer zu begreifen was da damals abging. Wie auch ich mich so verhalten konnte in dieser Beziehung, warum ich das alles so hab mit mir machen lassen etc. Vom unerfüllten Kinderwunsch bis hin zu seinem herablassenden Verhalten mir gegenüber. Das hat wirklich richtig tiefe seelische Narben in mir hinterlassen und ich hoffe inständig, dass ich diese eines Tages nicht mehr so präsent in meinem Leben spüre!

Daher auch dieser Beitrag!

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Danke für´s Lesen! Gerne könnt ihr mir auch heute dazu eure Meinungen mitteilen!

Und solltest Du meinen Block noch nicht abonniert haben, dann freue ich mich wenn du es jetzt tust! 🙂

Selbst(und)bewusst(sein)

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Selbstbewusst – Dieses Wort habe ich schon immer mit dem Begriff Stärke kombiniert. Selbstbewusst waren für mich immer die Menschen, die Präsent sind sowie sie den Raum betreten, die laut und klar formulieren wer oder was sie sind, die jederzeit und entgegen aller Widrigkeiten ihre Meinungen vertreten und immer sicher in ihren Handlungen und in ihrem Denken sind. Selbstbewusst – ich hätte es aber auch immer eher mit Wörtern wie „Laut“, „Kälte“, „Abgeklärtheit“ oder auch „Starrheit“ in Verbindung gebracht. Daher habe ich dieses Wort auch eher immer mit zu wenig Emotionalität anderen Menschen gegenüber in Verbindung gebracht.

Selbst(und)bewusst(sein)

Das hört sich für mich gleich viel entspannter und auch ruhiger an. Es klingt für mich irgendwie nicht mehr so hart, sondern eher weich und auch aufgeschlossen. Jemand der sich seiner selbst bewusst ist. Es ist an sich das gleiche Wort, aber es klingt irgendwie harmonischer.

Ich glaube ich wäre lieber selbst und bewusst als Selbstbewusst! (zumindest in meiner ganz eigenen Definition) 🙂

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Dies ist ein Beitrag den ich ganz unabhängig von meinen anderen Beiträgen schreibe. Unabhängig in dem Sinne, da ich ja sonst immer in meinem Tagebuch blättere um in einer gewissen Chronologie von meiner Erkrankung, meinem Leben und meiner ganz eigenen Entwicklung zu schreiben. Warum ich das mache? Weil ich auch mit diesem Beitrag hoffe jemanden mit meinen Worten zu erreichen. Vielleicht jemanden dem es gerade ähnlich geht wie mir oder aber auch jemanden, der vielleicht ganz anders in der aktuellen Zeit mit den Geschehnissen und seinen Gefühlen umgeht.

Wir leben momentan in einer verrückten Zeit. Wer hätte jemals gedacht, dass so etwas kleines wie ein Virus mal unser aller Leben bestimmt! Keine Sorge – es kommt jetzt keine Argumentation pro oder contra zu den derzeitigen Maßnahmen. Ich möchte hier keine Diskussion über Sinn oder Unsinn von etwas anstoßen, oder etwas als gefährlich oder ungefährlich hinstellen. Es geht mir um etwas anderes.

Wir können zu allem eine Meinung haben oder nicht. Wir können versuchen andere mit Argumenten von unserer Meinung zu überzeugen oder auch nicht. Wir können uns aufregen oder auch nicht. Wir können uns informieren, nachdenken, Diskussionen anstoßen, uns engagieren um etwas zu bewegen oder zu ändern. Das alles ist gut! Aber was nicht gut ist, was schon immer etwas negatives hervorgebracht hat, ist Wut!

In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz

Dalai Lama

Ich erlebe heute sehr viele Menschen die sich über alles was heute passiert und vor sich geht furchtbar aufregen und die wütend sind. Ich möchte es fast mit der Zeit der Flüchtlingswelle 2015 vergleichen, als man als „Willkommensklatscher“ oder „Gutbürger“ bezeichnet bzw. in deren Sinne eher beschimpft wurde, wenn man Offenheit und Hilfsbereitschaft gezeigt hat. Damals wie heute hat man diese Wut, diese Aggression andauernd und überall gespürt. Vor allem in den sozialen Medien! Da wird gewütet und geschimpft, teils mit einer solchen Aggressivität, mit so viel Hass…. Ich frage mich ernsthaft ob diese Menschen meinen, dass aus dieser Aggressivität heraus, mit dieser Wut im Inneren und Außen etwas Produktives und Gutes geschehen kann.

Ich spreche gleichwohl niemandem seine persönliche Meinung ab! Ich finde es größtenteils wichtig eine Meinung zu haben und diese auch zu äußern. Die Frage ist immer nur WIE man das macht!

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Ich habe schon immer versucht in jeder vorerst sich negativ anfühlenden Erfahrung etwas positives zu sehen. Das heißt nicht, dass ich etwas schön rede oder es relativieren möchte. Nein das heißt es ganz und gar nicht. Es gibt furchtbar viele schlimme Dinge die jedem einzelnen von uns ganz persönlich oder uns allen als Gemeinschaft passieren. Wie auch jetzt in den letzten Monaten. Da gibt es einerseits die vielen erkrankten und gestorbenen Menschen. Andererseits die vielen vielen Einschränkungen in unser persönlichen Freiheit, in unserem (Er)leben. Existenz- und Zukunftsängste. Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Insolvenzen…. Es gibt aktuell so viel Unsicherheit und Angst. Aber ich glaube es ist ein Fehler oder besser gesagt ein falscher Ansatz sich von Negativität, Unsicherheit und Angst leiten zu lassen.

Positivität – sicherlich ein Wort dessen Bedeutung nach man dieser Tage, in der aktuellen Situation kaum als „Kompatibel“ meint. Positiv zu denken heißt aber nicht, dass man alles gut heißen muss was um einen rum passiert. Positivität bedeutet nicht keine Meinung zu haben. Positivität heißt nicht „wegzusehen“ oder „auszuhalten“ oder „stillzuhalten“. Positivität kann aber eine andere Art des Umgangs mit der Situation, mit den eigenen Emotionen oder den Gefühlen und Gedanken anderer sein.

Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.

unbekant

Es gibt viele Dinge im Leben oder in der Welt, die wir selber nicht wirklich beeinflussen können. Kriege, Unruhen, Attentate, Korruption, menschliche Grausamkeiten jeglicher Art. Das alles sind furchtbar schlimme Dinge! Es ist auch wichtig und okay, dass darüber in den Medien berichtet wird. Ich finde es auch wichtig zu wissen was in der Welt und um mich herum passiert. So grausam und bitter vieles ist was in der Welt passiert, aber wir selber haben darauf zumeist überhaupt keinen Einfluss. Aber was wir IMMER beeinflussen können sind WIR SELBST und wie wir ganz BEWUSST damit und mit uns umgehen.

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Egal welchen Fernsehsender man einschaltet, es ist doch immer das Gleiche oder? Man hat das Gefühl es gäbe nur noch Mord und Todschlag um einen herum. In den sozialen Netzwerken wird so viel geschimpft, gemeckert, gejammert und auch beleidigt und gedroht. Es schlägt einem so viel Hass und Missgunst entgegen. Ich frage dich: Was machen die ganzen Nachrichten mit dir, die du ständig überall konsumierst? Was lösen sie in dir aus?

Wie wäre es stattdessen mal mit Nachrichten die aus guten Neuigkeiten bestehen? Es kommt heutzutage schon fast einem Wunder gleich wenn in einem Nachrichtensender gute Neuigkeiten verkündet werden! Ist euch das nicht auch schon mal aufgefallen? Was würde passieren, wenn du von den vielen guten Dingen erfahren würdest die um dich herum passieren? Was würden diese Nachrichten in dir auslösen? Welches Bild würden sie dir von der Welt vermitteln? Wie würde es in dir aussehen, wie würdest du dich fühlen nachdem du gute / positive Neuigkeiten erfahren hast?

Ich bin ganz bestimmt nicht naiv oder gutgläubig! Ich weiß das nicht alles Sonnenschein ist. Aber ich frage dich – Was bringt dir Negativität? Wenn du jetzt „nichts“ als Antwort sagen möchtest, dann frage ich dich, warum umgibst du dich dann mit Negativität? Warum lässt du es zu, dass Negativität in dein Leben tritt? Warum suchst du nicht nach den positiven Dingen in deinem Leben? Warum versuchst du nicht das positive um dich herum wieder wahrzunehmen. Warum SCHAFFST du dir nicht positive Dinge in deinem Leben, die dich bereichern, die dich weiter bringen, die dich wachsen lassen und die dich und dein Leben vollkommen ausfüllen und daher gar keinen Platz bieten für Negativität!?

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Das einfachste was du aktuell machen kannst und was du sofort umsetzen kannst, ist die Masse an negativen Neuigkeiten die auf dich einprasseln zu reduzieren! Schaue weniger Fernsehen! Ich sage nicht, schaue gar kein fernsehen mehr! Ich sage nicht, interessiere dich nicht mehr für Politik und das Weltgeschehen! Schau einfach nur weniger Nachrichten! Checke nicht, wohlmöglich mehrmals täglich, die neuesten Corona-Fallzahlen. Mach dich nicht selber verrückt! Es ändert nichts! Im Gegenteil! Es verunsichert dich nur noch mehr! Aber ich meine das nicht nur in Bezug auf Corona und der damit einhergehenden Berichterstattung. Es kann (!) genauso für alle anderen Nachrichten, die nicht dein persönliches Leben betreffen, gelten. So schlimm wie es ist, aber was hat ein eingestürztes Haus irgendwo am Ende der Welt mit dir zu tun? Ich hoffe ihr versteht was ich damit meine! Ich möchte nicht gleichgültig klingen, aber DU oder ICH, was können wir für dieses „eingestürzte Haus“ (als Sinnbild für viele schlechte Neuigkeiten stehend)? Nichts oder? Warum belasten wir dann unser Unterbewusstsein damit? Auch wenn es viele Menschen für Quatsch halten, aber ALLES was wir konsumieren hinterlässt Spuren in uns! Es macht etwas mit uns!

Eintrag von meinem privaten Instagram Account vom 13. April 2020:

Ich frage mich in letzter Zeit immer sehr oft, was mir wirklich wichtig ist. Ich gehöre zu den Menschen, die der jetzigen Situation auch sehr viel Gutes abgewinnen. Es gibt nur wenige Dinge die ich wirklich vermisse. Meine Familie zum Beispiel, oder auch mein kleines Lieblingskino, asiatisch Essen gehen und auch mein Fitnessstudio zählen dazu. Und dann? Dann hört es eigentlich auch schon auf. Ich genieße „die Ruhe der Welt“ gerade sehr. Mir war das Leben immer viel zu „laut“. Dieses hauen und stechen überall. So Viele wollten immer besser sein als der Andere. Das Geprotze was man hat an „Besitz,“ wo der nächste Urlaub hingeht, das noch schnellere Auto, der geile Job, die tausenden „Freunde“, die Partypeoplegesellschaft…. Ist das wirklich so erstrebenswert? Will man wirklich dahin zurück? Kann man das auch anders machen? Es klingt naiv…. idealistisch… was weiß ich denn schon. Ich hätte gerne weniger Ich-Menschen in meinem Leben. Die Ruhe da draußen auch weiterhin. Mehr Natur. Einfache Dinge die einen glücklich (wirklich glücklich) machen. Mehr echte Nähe. Echte Gedanken und Gefühle. Ehrlichkeit. Und schon bald wenn diese Zeit vorbei ist, werden viele und wird vieles wieder so sein wie es war…. .

Du könntest versuchen die allein schon dadurch gewonnene Zeit mit positiven Erlebnissen zu füllen! Wie schon im April diesen Jahres auch, vermisse ich auch jetzt Kinobesuche oder das Treffen mit lieben Menschen. Ich würde auch wahnsinnig gerne mal wieder auf ein Konzert gehen! Aber wenn ich mich darüber aufrege das ich es jetzt nicht kann, was ändert es? Dadurch kann ich es auch nicht tun! Aber es würde Frust, schlechte Laune in mir hinterlassen. Also rege ich mich nicht darüber auf! Nochmal, das heißt nicht das ich die getroffenen Maßnahmen unserer Regierung als richtig erachte! Ich finde sie weder falsch noch richtig! Ich glaube das gibt es in diesem Zusammenhang gar nicht! Es gibt kein vollkommen falsch oder ein vollkommen richtig! Ich kann die Maßnahmen nicht ändern, aber ich kann ändern wie ich damit umgehe!

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Was ist das wirkliche Problem?

Ich glaube wir neigen immer sehr schnell dazu andere Menschen verändern zu wollen, sie unserer Meinung anpassen zu wollen. Unsere Meinung und unser Ideale, unsere Wertevorstellung sollen die von allen sein! Aber das ist Bullshit! Aber ich habe gerade momentan das Gefühl, dass genau das das Problem ist.

Manchmal frage ich mich auch, ob viele Menschen einfach zur Zeit so aggressiv sind, weil sie gar nicht wissen was sie im Leben eigentlich wollen! Im Ernst, manchmal glaube ich, dass viele Menschen schon so sehr durch den unendlich scheinenden und immer verfügbaren Konsum, gar nichts mehr mit sich als Person, als Mensch, anfangen können. Alles wird nur durch Konsum gesteuert. Und jetzt wo so vieles wegfällt, wissen sie nichts mit sich anzufangen. Waren es doch immer „andere“ die sich um uns, unser Vergnügen unser Glück oder was auch immer wir meinten damit zu verbinden, gekümmert haben.

4 Worte die jeder respektieren sollte:

ES IST MEIN LEBEN

Ich glaube wir sind in den letzten Jahrzehnten einfach unglaublich Fremdbestimmt geworden! Wir haben teilweise komplett verlernt was es heißt Eigenbestimmt und bewusst das eigene Leben zu kreieren und zu erleben. Wir lassen uns durch die Werbung sagen was wir anziehen sollen, was schick ist, wann „in“ ist. Wir lassen andere darüber entscheiden was Erfolg ist, was gut und was schlecht für uns ist. Wie Marionetten, erfüllen wir Erwartungen anderer und machen sie zu unseren. Es ist wie ein Wettkampf geworden. Wir rennen unserem vermeintlichem Glück hinterher ohne eigentlich zu wissen was wir wirklich wollen. Wann sind wir zufrieden?

Was kannst du tun?

Es ist einfach immer das zu machen was andere machen. Es ist natürlich einfacher mit dem Strom mit zu schwimmen. Oder das als Erfolg, Glück oder Schönheit zu betrachten oder anzunehmen, was einen von außen suggeriert wird. Aber wer sagt das das richtig ist? Wer sagt, dass das was dir als Erfolgt, Glück oder Schönheit „verkauft“ wird, auch dem entspricht was du damit wirklich im Inneren verbindest?

Beschäftige dich wieder mit dir selber! Finde deine eigenen Fragen und deine eigenen Antworten! Komm wieder zu dir zurück! Entdecke dich neu! Es muss nicht immer das Große-Ganze sein, dass man verändert oder verändern möchte. Es reicht vollkommen wenn du bei dir anfängst! Und vielleicht liegt in der momentanen Situation ja auch jetzt DIE Chance!

Eigene Fragen könnten zum Beispiel sein:

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Was bedeutet Erfolg für dich? Hinterfrage diesen Begriff für dich. Ist es das was andere als Erfolg definieren oder das was du als Erfolg definierst? Was könnte dein eigener persönlicher Erfolg sein?

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Was bedeuten die Werte Schönheit und Glück für dich? Was macht diese Werte für dich aus? Sind es Deine Werte oder die von anderen?

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Was für ein Mensch möchtest du sein? Wie oder wer bist du jetzt? Wo willst du für dich, in deiner eigenen Entwicklung, hin?

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Lebst du dein Leben oder das Leben das andere von dir erwarten?

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Bist du so wie du bist, oder wie du denkst das andere dich gerne hätten? Wie fühlt sich dein ICH an?

Ich weiß, diese Fragen klingen im ersten Moment recht spirituell 😉 Aber es geht mir darum, dass du dich und dein Leben einmal hinterfragst. Vielleicht lohnt sich ja ein gewisser „Neuanfang“? Wenn uns Corona eines gezeigt hat, dann das, dass ALLES passieren kann und sich jeder von jetzt auf gleich umstellen (muss) kann.

Erkenne Deine eigenen Chancen und Möglichkeiten! Entdecke deine eigene innere Welt und lebe sie nach außen. Finde deine eigenen persönlichen Schätze. Du hast jetzt die Chance alles loszulassen was dich unter Druck gesetzt hat, du kannst vermeintliche Ziele und Ideale ablegen, deine eigene Definition von Glück und Erfolg oder Schönheit definieren und leben. Du kannst jetzt lernen „ja“ zu dir selbst zu sagen und deine eigenen Ziele mit Fokus und vor allem Freude verfolgen. Wir wünschen uns immer Liebe, Zuneigung und Vertrauen von anderen. Warum wünschen wir uns das nicht von uns selbst für uns selbst? Überlege dir was du wirklich brauchst in deinem Leben. Höre auf es allen anderen recht zu machen!

Nutze die Zeit und werde dir selbst wieder bewusst!

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No Drama!

Juni / Juli 2020

Im ersten Moment wollte ich jetzt schreiben, dass in diesen beiden Monaten nicht wirklich viel passiert ist. Aber eigentlich hatte ich im Juni und Juli auch viele kleinere schöne Momente, die insgesamt ein großes Ganzes an schönen Momenten in mir hinterlassen haben.

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Anfang Juni zum Beispiel habe ich mich das erste Mal mit einer Arbeitskollegin getroffen, die ich bisher zwar schon recht gemocht habe, aber privat hatten wir uns bisher noch nie gesehen. Ich habe mal in einem sehr zeitaufwendigen Projekt in der Arbeit mit ihr zusammen arbeiten dürfen. Und ich glaube damals haben wir uns beide gegenseitig ganz neu gesehen bzw. wahrgenommen. Ich glaube sie hat gesehen, dass es hinter der stets Metallshirts tragenden, immer eher mürrisch und laut wirkenden Alex, doch auch eine andere Seite gibt. Und ich mochte total ihre ruhige, immer irgendwie ausgeglichene Art und Weise die Dinge anzugehen. Sie bliebt stets ruhig, egal wer wieder irgendwie versuchte das Projekt zu „behindern“, sie war gechillt und besänftigte mich wieder wenn ich wieder wie ein kleiner Giftzwerg zu toben begann. 😉 Ich habe sie damals schon auf eine ganz andere Art und Weise kennenlernen dürfen, als so manch anderer in der Abteilung und war darüber wirklich echt froh. Um so mehr traf es mich dann auch, als ich mitbekam das es ihr gesundheitlich nicht mehr gut ging in der Arbeit. Ich glaube ich habe das auch recht spät bemerkt. Kurz bevor sie dann auch für mehrere Monate ausgefallen ist, begegnete sie mir einmal auf dem Gang vor unseren Büros. Ich fragte sie wie es ihr ginge und sagte auch sowas wie, das sie nicht gesund aussieht, aber sie wirkte wie abwesend, wie so ein einer Art Blase. Ich weiß nicht genau wie ich das beschreiben soll. Kurz danach fiel sie dann, wie schon gesagt, für mehre Monate aus. Diagnose Depression!

Am 05.06.2020 haben wir uns das erste Mal in einem kleine Café getroffen. Wir haben leckeren Kuchen gegessen und Tee getrunken. Das war echt toll. Es tat sehr gut mit jemanden zu sprechen, der genau wusste und nachempfinden konnte wie es in einem aussieht und welche Ängste, Sorgen und Gedanken man mit sich rumträgt. Ich glaube dieses Treffen tat uns beiden gut. Und wir haben uns seitdem auch jetzt schon mehrmals privat gesehen und ich kann für mich ganz klar sagen, dass sie ein absolut feiner Mensch ist und ich sehr froh bin, dass ich sie kenne! (Ja ich weiß, dass du das hier liest und ja, der Querkopf in mir hat schon versucht es nicht allzu sentimental zu schreiben 😉 )

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Absolut nicht zu vergessen ist mein Geburtstag und der damit verbundene Kauf meiner wunderschönen Gitarre. Auch heute ist es einerseits für mich noch total unfassbar, dass ich mir diesen Traum erfüllt habe und andererseits ist es für mich genauso unfassbar dass ich so viele Jahre damit gewartet habe. Daher noch mal mein Apell für euch: Solltet ihr irgendeinen Wunsch haben, den ihr euch schon immer mal erfüllen wolltet dann MACHT ES! FANGT AN!!! Nichts bereuen wir mehr als die Dinge, die wir nicht getan haben!

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Meine Tochter hatte Anfang Juli auch ihre Abschlussprüfungen in der Realschule. Corona bedingt erst später als die Jahrgänge zuvor. Sie hat richtig viel gelernt, war eigentlich fast nur noch damit beschäftigt und hat sich jede Menge Stress und Druck gemacht. Ich habe versucht sie immer mal wieder abzulenken, bin mit ihr spazieren gegangen oder hab ihr mal ab und an eine Lernpause verordnet. Viel mehr konnte ich fast gar nicht tun. Aber das Resultat ihres Fleißes war wirklich großartig! Sie war mit einem Schnitt von 1,3 die Drittbeste aus ihrer Klasse! Bei ihrer Zeugnisausgabe, die auch wegen Corona nur im Rahmen einer kleineren Abschlusszeremonie stattgefunden hatte, wurden sie und die anderen beiden Schülerin auch separat nach vorne gerufen und bekamen auch eine Auszeichnung. Ich kann euch gar nicht sagen wie wahnsinnig stolz ich auf sie war und es auch immer bin!

Meine Tochter und ich haben ein ganz besonderes Verhältnis. Okay, ich denke viele werden das über die Beziehung zu ihrem Kind oder ihren Kindern sagen. Aber ich glaube Hanna und mich verbindet schon ein ganz besonderes Band. Sie ist für mich die Tochter die ich immer haben wollte. Es ist echt viel schief gelaufen in meinem Leben, aber bei ihr habe ich immer das Gefühl das ich etwas richtig gut gemacht habe. Sie ist ein ehrlicher und aufrichtiger Mensch geworden, die immer sagt was sie denkt. So manches Mal bekam ich schon große Augen, wenn sie für sich und ihre Meinung eingestanden ist. Sie gehört noch zu den Kindern die „bitte“ und „danke“ sagen und freundlich und offen ihren Mitmenschen gegenüber sind. Eigenschaften die man bei sehr vielen Kindern heutzutage vermisst. Wir können sehr gut miteinander reden, lachen sehr viel, helfen uns gegenseitig, kochen gerne zusammen, gehen zusammen ins Kino und es ist einfach richtig angenehm und unkompliziert zwischen uns. Das ist wirklich großartig! Ich bin mir schon bewusst, dass alle meine Erfahrungen die ich gemacht habe und die sie mitbekommen hat, auch einen Einfluss auf ihr Leben haben bzw. haben werden. So manches hätte ich ihr gerne erspart. Trotzdem hoffe ich, dass die vielen positiven Erlebnisse und auch meine guten Seiten einen entscheidenden Einfluss auf ihr Leben haben werden. Ich glaube mehr kann man sich als Mutter für sein Kind auch nicht wünschen.

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Meine Krankheit machte mir in diesen beiden Monaten in punkto Konzentration und Durchhaltevermögen immer wieder zu schaffen. Auch wenn ich keine wirklichen Tiefs hatte, so war ich körperlich sehr schnell kaputt und geschafft und das machte mich wiederum gedanklich und gefühlsmäßig oft fertig. Sehr oft musste ich Aktivitäten unterbrechen oder ganz aufhören, weil ich es einfach nicht geschafft habe. Dieser Zwiespalt Dinge tun zu wollen, und sie andererseits nicht zu schaffen, nagte sehr an mir. Aber anders als in den Vormonaten schrieb ich diese Zustände nicht mehr mir als Person zu, sondern wusste es dieser Krankheit zuzuordnen. Das hat es dann natürlich nicht direkt besser gemacht, aber verständlicher. Zumindest für mich oder anderen Menschen die auch von dieser Erkrankung betroffen sind oder schon mal betroffen waren. Es nervte mich auch sehr, dass ich selbst bei Dingen die mir Spaß machten sehr schnell die Konzentration verlor und unterbrechen oder auch ganz aufhören musste. Das war beim lesen so oder auch beim Gitarre spielen. Beides Dinge die ich auch jetzt noch sehr gerne mache, aber auch heute ist es noch oft so, dass ich manchmal schon nach kurzer Zeit aufhören muss. Vor allem die Sorge dass mich diese „Begleiterscheinungen“ und die Erkrankung nun eventuell ein Leben lang begleiten würde, trieb mich sehr oft um. Ich weiß auch ehrlich gesagt gar nicht, ob man in dem Sinne wirklich jemals von Depressionen geheilt sein wird. Ich denke das sicherlich immer etwas davon in einem zurückbleiben wird.

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Immer wenn ich einen Beitrag für diesen Blog schreibe, dann lese ich immer sehr viel in meinem Tagebuch nach. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das schon einmal in einem der früheren Beiträge erwähnt habe, aber Tagebuch schreibe ich schon seit dem ich ein Kind bin. Es gab mal Jahre da hab ich es gar nicht getan oder nur sehr wenig. Aber als ich krank wurde habe ich diese wundervolle Beschäftigung wieder angefangen. Wundervoll weil, Tagebuch zu schreiben einfach etwas unfassbar befreiendes hat. Also zumindest für mich. Es ist so als würde man mit einen richtig guten Freund reden, nur das der einem nicht antwortet. Aber man kann irgendwie alles los werden was einen beschäftigt und ich habe schon sehr früh gemerkt, dass es gerade die angestauten und unausgesprochenen Gedanken sind, die einen so fertig machen oder in seinen Handlungen lähmen. Tagebuch zu schreiben ist wie so eine Art Ventil, bei dem ein Teil der Gedanken den Kopf sogar gänzlich verlassen. Nicht weil sie wirklich weg sind, sondern weil sie in einer gewissen Form „gesagt“ wurden. Und manchmal findet man im schreiben bzw. während des Schreibens auch seine eigenen Antworten.

Beim durchblättern und lesen meines Tagebuchs für diesen Beitrag habe ich gesehen, dass mich das Thema Männer und meine Beziehungen die ich bisher zu ihnen hatte, immer wieder sehr beschäftigt haben. Allein im Juni und Juli habe ich ganze fünf Beiträge dazu in meinem Tagebuch geschrieben. In meinem Blog Beitrag „Beziehung – nein Danke“ habe ich das Thema ja schon mal genauer beschrieben bzw. auch geschildert warum meine Einstellung zu Männern äußerst kompliziert ist. Anfang Juli habe ich einen Eintrag gemacht, der mit einem Zitat/Spruch begann, den ich in Instagram gefunden habe:

Ich habe schon Töpfe gesehen, die auch ohne Deckel glücklich lebten.

Autor unbekannt

Sicherlich war es nicht nur dieser Spruch der mich insbesondere in diesen zwei Monaten zu der Einsicht brachte, dass ich zumindest vorerst alleine bleiben möchte und keine Beziehung (mehr) haben möchte. Und für mich fühlte sich diese Entscheidung auch irgendwie befreiend an. Ich habe die Männerwelt nicht gänzlich für mich abgeschrieben, aber in gewisser Weise habe ich meinen Frieden damit gemacht. Ich habe erkannt, das wir zumindest vorerst nicht zusammen passen – also die Männerwelt und ich. Und das das auch absolut okay ist! Die Ursachen für diese Denkweise sind mir in den letzten Monaten ganz klar geworden und das ist für mich schon eine absolute Bereicherung! Es ist von der Priorisierung her gesehen, aber nicht die Nummer eins für mich. Es spielt eher eine untergeordnete Rolle. Früher undenkbar, aber ich genieße mein Singledasein wirklich sehr! Es ist so schön ruhig! 🙂 Keine Diskussionen, außer die die ich selber mit mir führe. Keine Probleme anderer die ich meine lösen zu müssen. Ich kann mir meine Zeit allein für mich, und die Dinge die ich mag und machen möchte einteilen. Ich muss auf niemanden Rücksicht nehmen, keine Dramen die mich Nachts wach halten und nicht schlafen lassen. Es ist nicht so, dass ich Beziehungen allgemein als etwas schlechtes oder so sehe. Ich habe nur einfach momentan einfach überhaupt keinen Bock darauf! 😉 In gewisser Weise hoffe ich auch, dass sich das Thema quasi selbst erledigt. Damit meine ich, dass ich das Thema an sich gar nicht in der Therapie behandeln muss, sondern dass es sich mit der Stärkung meines Selbstwertgefühls und dem erkennen und ausleben von eigenen Wünschen und Träumen von selbst erledigt.

Ich glaube nämlich an die Kraft oder die Magie der Anziehung.

Wer eine schöne Ausstrahlung hat, zieht schöne, positive Dinge an – und umgekehrt. Was ich denke und fühle, strahle ich aus – und was ich ausstrahle, ziehe ich an.

Wenn ich also mit mir glücklich, und sich mein Leben für mich gut anfühlt, dann strahle ich das aus und dann sollte ich auch genau solche Menschen anziehen. Diese Vorstellung gefällt mir sehr gut!

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Für alle die meinen oben genannte Beitrag noch nicht gelesen haben, verlinke ich ihn unten gerne noch einmal.

Ich hoffe der Beitrag hat euch wieder gefallen, auch wenn er sicherlich nicht so ganz spektakulär war, wie schon so manch anderer. Aber wie schon die Überschrift besagt; ich war auch mal ganz froh über etwas weniger Drama 😉

Bis zum nächsten Mal!


Beziehung – nein Danke!

Neulich habe ich auf Instagram einen Post gesehen der mich zu diesem Beitrag motivierte. Er lautete folgendermaßen: Wie man eine Beziehung aufrechterhält: Kommuniziert. Sprecht über die Dinge, die guten und die schlechten. Schafft Vertrauen. Seid ehrlich. Seid treu. Seid füreinander da. Nehmt euch Zeit füreinander. Lasst die Vergangenheit der Vergangenheit. Wisst, dass Argumente normal sind. … Beziehung – nein Danke! weiterlesen

Depression als Chance!

In einem meiner ersten Beiträge habe ich schon mal geschrieben, dass man in einer Psychotherapie gewisse „Erkenntnisse“ über sich und sein Leben gewinnt. Meistens sind diese Erkenntnisse nicht direkt offensichtlich. Es macht nicht immer einfach nur „klick“ im Hirn und man versteht ganz plötzlich, warum man so ist wie man ist. Das wäre sicherlich schön, ist aber leider ganz anders.

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Ich gehöre zu den Menschen, die immer alles verstehen wollen was mit einem selber und um einen herum passiert. Es fällt mir äußerst schwer, Dinge einfach so hin- bzw. anzunehmen. Ich bin immer auf der Suche nach dem genauen, dem „einen“ Grund. Im Rahmen einer Psychotherapie ist dieses „verstehen wollen“ daher manchmal etwas hinderlich, weil man auf eine gewisse Art und Weise nicht ganz offen ist. Der Kopf „zerdenkt“ immer alles bzw. alles zu schnell. Hinzukommt, dass ich ein recht ungeduldiger Mensch bin. Zumindest wenn es um meine Angelegenheiten geht. Aber wenn die Psyche erst einmal einen richtigen, ich nenne es mal, Knacks bekommen hat, dann ist man selber irgendwie nicht mehr Herr der Lage. Manchmal schien es mir, als ob ein anderes Ich die Kontrolle übernommen hat. Nicht das jemand denkt ich wäre schizophren oder so etwas, nein das sind wir nicht 😉

Ich meine nur damit, dass es einfach ganz oft Momente oder Situationen gab in denen ich plötzlich ganz anders handelte, als wie ich es jemals zu vor tat. Und ich glaube, dass waren dann Momente in denen meine Seele ein Stück weit geheilt ist. Das klingt im ersten Moment etwas spirituell, ich weiß. Ich werde versuchen es etwas genauer zu erklären.

Manche Sachen kann man nicht mit dem logischen Verstand erdenken. Es hat viel mehr etwas mit Gefühlen zu tun. Gefühle die in einem auftauchen. Einfach so, in den unterschiedlichsten Situationen und Begebenheiten. Oft kann man sich diese Gefühle gar nicht erklären, oder zumindest konnte ich das nicht. Zumeist waren das bei mir eher unangenehme Gefühle. Gefühle die einen blockieren, die einengend auf einen wirken, man verkrampft innerlich und ich wurde dann meistens ganz still, sagte nichts mehr und zog mich vollkommen in mich zurück. Und dann begann der Kopf zu denken. Und diese Gedanken wurden dann zum Problem für mich.

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Ich bin mir sicher, dass auch die Antidepressiva die ich seit Anfang des Jahres bereits nahm, darauf einen entscheidenden Einfluss hatten. Ich wurde innerlich viel viel ruhiger! Situationen in denen ich sonst eher Angst bekam, wirkten weniger bis gar nicht bedrohlich auf mich. Wenn sich doch mal schlechte Gedanken in meinen Kopf einnisten wollten, verschwanden sie sofort wieder. Bildlich gesprochen habe ich mir diese Gedanken immer so vorgestellt, als säßen sie auf vielen kleinen grauen Wolken, die aufzogen und den Himmel verdunkelten. Doch plötzlich kam ein sanfter Wind und wehte sie einfach davon und der Himmel war wieder wunderbar blau. 🙂 Okay, wenn ich das jetzt so selber lese, dann möchte ich sagen „Das kam ganz klar von den Antidepressiva!“ 😀

Aber selbst wenn; es ist okay! Ich wurde durch sie im denken und fühlen etwas gedämpft. Ich glaube das ist der Grund warum es auch Menschen gibt, die sich gegen Antidepressiva entscheiden. Sie haben Angst nicht mehr Herr ihrer Gedanken und Gefühle zu sein. Eine Art von Fremdbestimmung oder so. Aber ich sehe das anders. Ich glaube, dass es gerade unsere Gedanken sind, die uns das Leben oftmals schwer machen. Gedanken sind ja auch wieder etwas ganz subjektives. Sie haben nichts mit dem Außen oder anderen Menschen in dem Sinne zu tun. Es sind rein UNSERE Gedanken. Wir erdenken uns unsere Welt, unser Gegenüber, unsere Mitmenschen. Wir denken (fragen uns) was sie wohl (über uns?) denken. Wir denken oft um sieben Ecken. „Was wäre wenn?“ Wollen unserem Leben mindestens einem Schritt voraus sein, in dem wir die nächsten Schritte „vordenken“.

„Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“

John Lennon

Ich war daher ganz froh, dass meine Gedanken um ein vielfaches weniger wurden. Denn dadurch wurden auch die eher schlechten Gefühle die ich in mir trug um ein vielfaches weniger. Im Gegenteil; es wurde sogar unheimlich viel Platz geschaffen für positive Gefühle und für positive Gedanken.

Aber es wäre auch falsch jetzt zu sagen, dass man einfach ein paar Tabletten schlucken muss und plötzlich ist die Welt wieder schön. Nein so ist es nicht. Es ist eine Kombination aus vielen Sachen. Und die Tabletten sind, für mich, ein Teil davon. Ein anderer Teil (wenn nicht sogar der größere Teil) hat auch damit zu tun, wie man selber mit der Erkrankung umgeht und was man bereit ist zu tun um wieder gesund zu werden. Man muss sich auf neue Dinge einlassen können. Offenheit, Geduld und auch Hoffnung für sich haben. Man muss lernen für sich und mit sich zur Ruhe zu kommen. Ruhe vor seinen Gedanken. Ruhe von zu vielen Gefühlen. Ruhe von äußeren Einflüssen. Ruhe von Menschen, insbesondere wenn sie einem nicht gut tun. Und das dauert! Und dadurch ändert sich auch sehr viel. Menschen oder Dinge die einem wichtig schienen, verlieren plötzlich an Priorität, weil man irgendwann merkt, dass sie in Wirklichkeit gar nicht wichtig sind. Aber man empfindet es dann nicht als Verlust, sondern viel mehr als eine Art Bereicherung.

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Ich habe mir zum Beispiel immer viele Gedanken und meine Mitmenschen gemacht. Ich bin immer gerne da gewesen, wenn jemand Probleme hatte, hab dann zugehört, nach Lösungen gesucht. „Was soll daran schlecht sein?“ – fragt sich jetzt bestimmt jemand von euch. Im Grunde genommen ist nichts daran falsch. Aber die Probleme anderer wurden schnell zu meinen Problemen, bzw. habe ich sie innerlich zu meinen Problemen werden lassen. Damit einhergehende Gefühle, konnte ich nicht oder nur schwer von mir selber distanzieren. Auch wenn mir schon klar war, dass das nicht meine Probleme waren, so trug ich immer ein wenig die daraus resultierenden Gefühle mit mir herum.

Ich habe in den letzten Monaten auch erkannt wer meine wirklichen Freunde sind, und wer „nur“ ein Bekannter in meinem Leben ist. Das ist nicht schlimm. Schon in meinem letzten Beitrag habe ich ja geschrieben, dass man auch solche Bekannte in seinem Leben braucht. Aber die Erkenntnis das jemand „nur“ ein Bekannter für mich ist und kein Freund, war in gewisser Art und Weise auch befreiend für mich. Ich weiß jetzt, dass ich mir um solche Menschen weniger Gedanken machen brauche. Auch gab es zwei oder drei Menschen um die ich mir zukünftig gar keine Gedanken mehr machen werde, und höchstwahrscheinlich meinerseits den Kontakt ganz abbrechen werde, weil sie sich in den letzten Monaten gar nicht von sich aus bei mir gemeldet haben. Einerseits ist das natürlich schon auch etwas verletzend gewesen, weil ich es gerne anders gehabt hätte. Andererseits….. dann soll es wohl so sein! Ich habe beschlossen es einfach nicht zu hinterfragen und es einfach so anzunehmen wie es ist. Klar könnte ich mit diesen Menschen jetzt auch den Dialog suchen um zu hören und eventuell zu verstehen warum sie sich nicht gemeldet haben. Aber ich denke das kostet mich nur Zeit und Energie und beides möchte ich zur Zeit nur für mich auf bringen. Ich nenne das „gesunden Egoismus“!

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Besonders beschäftigt haben mich aber immer die Fragen meines Therapeuten auf die ich im ersten Moment immer keine Antworten hatten. Da saß ich dann jedes Mal da, gedankenversunken und konnte nicht verstehen warum ich das jetzt nicht weiß. Zum Beispiel die Frage, was ich noch für Ziele und Wünsche in meinem Leben habe. Ich saß da und wusste gar nicht was er von mir will und konnte es andererseits auch nicht verstehen warum ich ihm da jetzt keine Antwort drauf geben kann. Es kann doch nicht sein, dass ich nicht weiß was ich mir vom Leben noch wünsche? Es dauerte eine ganze Weile bis ich erkannte, dass die Ursache dafür, dass ich nichts sofort benennen konnte. auch in meiner Kindheit liegt.

Ich habe als Kind immer versucht zu funktionieren. Ich war immer hin- und hergerissen zwischen den Gefühlen mich anpassen zu wollen oder anecken zu wollen. Aber immer mit dem einen gleichen Wunsch: beachtet und geliebt zu werden. Ich habe immer versucht alles richtig zu machen, wollte immer so sein wie man es von mir erwartete. Und bei alle dem habe ich nie richtig gelernt etwas ganz allein für mich zu wollen. Ich habe mir anerziehen lassen meine eigenen Bedürfnisse nicht wahrzunehmen, sie in gewisser Weise zu unterdrücken und in erster Linie immer das zu machen, was ich denke, was andere Menschen von mir erwarten. Und dieses Schema habe ganz unbewusst in mein erwachsenes Leben mitgenommen. Diese Erkenntnis ist einerseits traurig und andererseits absolut großartig! Traurig weil es natürlich nicht schön ist wenn ein Kind mit diesen Gedanken aufwächst, und auch traurig ist es, weil ich so lange Zeit für mich nicht erkannt habe. Aber großartig ist es, weil ich es jetzt erkannt habe. Ich bin jetzt kein Kind mehr, dass jemandem gefallen muss um geliebt zu werden. Ich bin noch jung genug um viele, wenn nicht sogar alle, der Sachen machen zu können die ich mag. Ganz unabhängig was der Rest der Welt davon hält. ICH entscheide was ICH tun möchte.

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Eine andere große Erkenntnis die ich in den letzten Monaten hatte, war mein Bezug zum Thema Geld. Geld zu haben war und ist mir persönlich absolut nicht wichtig! Ich wollte eigentlich nie in diesem Sinne reich sein oder einen Partner haben der viel Geld hat. Aus materiellem Besitz habe ich mir noch nie wirklich etwas gemacht. Ich habe versucht immer sehr sparsam zu leben. Größtenteils musste ich das auch. Als meine Tochter drei Jahre alt war, habe ich mich von ihrem Vater getrennt und in den darauffolgenden Jahren war das Geld sehr knapp. Mein Konto war permanent im Minus und ich musste jeden Monat mit dem mir zur Verfügung stehenden Geld jonglieren um über die Runden zu kommen. Jede Autoinspektion, jede Anschaffung musste ganz genau geplant werden. Und ich war da wirklich gut drin. Trotzdem hatte ich oft schlaflose Nächte und wusste oft nicht wie es weitergehen sollte. Vor meiner Tochter habe ich mir diese Ängste nicht anmerken lassen und auch meinem Umfeld gegenüber nie wirklich etwas gesagt. Im Gegenteil von so manchem kamen Sprüche „Wie schaffst du das alles bloß so alleine?“ Ich habe mir sehr wenig gekauft, vor allem so „unnütze Dinge“ die nur für mich hätten sein sollen. Für meine Tochter habe ich aber gerne Geld ausgegeben. Ich wollte das es ihr an nichts fehlte. Sie sollte nie das Gefühl haben, dass sie als Scheidungskind auf irgendetwas verzichten musste. Aber an mir habe ich gespart und habe sogar noch versucht jeden Cent „für schlechte Zeiten“ auf die Seite zu legen. Ich war dabei auch wirklich sehr akribisch. Ich habe eine Liste geführt über meine Einnahmen und Ausgaben, hab zukünftige Ausgaben ganz genau geplant usw. Ich hatte immer Angst das uns das Geld nicht reicht, das irgendetwas kaputt gehen könnte und hätte repariert werden müssen. Mit zunehmendem Alter meiner Tochter wurde es etwas einfacher. Ich konnte mehr Stunden pro Woche arbeiten und die finanzielle Situation entspannte sich etwas. Meine Ängste jedoch blieben! Auch das Listen führen, das planen von Ausgaben und das akribische sparen blieb. Irgendwann habe ich da auch gar nicht mehr wirklich drüber nachgedacht. Es war wie ein (schlechter) Bestandteil meines Lebens den ich nicht mehr wirklich hinterfragt habe.

In den letzten sechs Monaten seit Beginn meiner Erkrankung gab es dann plötzlich gleich mehrere Impulse, die meine Sichtweise dazu änderten bzw. die mich erkennen ließe warum ich zum Thema Geld ein ja fast zwanghaftes zwiegespaltenes Verhältnis hatte. Einerseits leistete ich mir für mich nichts bzw. total wenig, mir bedeute Geld auch nichts und anderseits hatte ich immer Angst zu wenig zu haben und versucht so viel wie möglich zu sparen.

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Den ersten Impuls hatte ich ganz genau am 23.12.2019. An diesem Tag besuchte mich mein großer Bruder. Wir kamen irgendwie auf mein Sofa zu sprechen und ich beschwerte mich wie doof, hässlich und unbequem es doch sei. Außerdem erinnerte es mich total an meinen Ex Freund, der das Sofa so toll fand und es damals als wir zusammen in die Wohnung zogen unbedingt (auch aus Bequemlichkeit) von unserem Vormieter abkaufen wollte. Mein Bruder fragte mich warum ich mir denn nicht einfach ein neues Sofa kaufen würde. „Das kostet ja Geld und wenn ich dann irgendwann mal umziehe dann passt es vielleicht nicht in die neue Wohnung“ war meine Antwort. „Aber dir gefällt das alte Sofa doch nicht. Kauf dir doch jetzt eins das dir gefällt und wenn du dann irgendwann mal umziehst, dann wird das schon passen.“ So ungefähr lautete seine Antwort. Sollte ich mir also tatsächlich ein Sofa kaufen was MIR gefällt? Geld ausgeben für etwas das für MICH war? Es klingt wirklich verrückt, aber auf diese Möglichkeit war ich gar nicht gekommen. Für mich gab es immer nur Gründe es nicht zu tun. Am Montag den 30.12.2019 standen meine Tochter und ich dann im Möbelhaus und suchten gemeinsam die für UNS tollste Couch der Welt aus! UND ich leistete mir an diesem Tag sogar noch ein neues Bett! Wahnsinn, ich war total begeistert. Und auch jetzt noch sage ich ganz oft zu meiner Tochter wenn ich mich auf unser Sofa fallen lassen „Wir haben so eine tolle Couch!“ 🙂

Einen anderen Impuls bekam ich durch meine Tochter. Wir waren irgendwann mal wieder ganz normal einkaufen. Lebensmittel und was man sonst noch braucht. Mein Töchterlein wolle sich noch etwas Makeup bei der Drogerie kaufen und meinte dann im Geschäft zu mir „Mama warum kaufst du dir eigentlich für dich so wenig?“ Und ich meinte, „Ach ich hab doch meine Tagescreme, die tut´s doch!“ Ihr Gesicht hättet ihr sehen sollen! 🙂 Okay, und dann landeten allerhand Pflegeprodukte in meinem Einkaufskorb. Tagescreme, getönte Tagescreme, Nachtcreme, verschiedene Körperöle, Gesichtstinkturen und Gesichtswässerchen, alle möglichen Badezusätze und Gesichtsmasken, Körperpeelings und was weiß ich noch alles… Es war der Wahnsinn! Das dachte ich mir dann allerdings auch als ich an der Kasse stand! 😉 Aber die nächsten Tage und Wochen (und auch jetzt noch) waren echt toll. Also ich war ja nie schmuddelig unterwegs oder so, aber ich fand es immer unnötig dafür (für mich) Geld auszugeben. Und jetzt? Es ist sooooo toll sag ich euch! 😉 Jetzt genieße ich es total mich zu pflegen, Baden zu gehen, einzucremen, ganz besonders mag ich Hautöle! Und ich freu mich dann jedes Mal total und bin total zufrieden in diesen Momenten. Ich tue etwas für mich und es fühlt sich großartig an!

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Ein letztendliches Verständnis zu dem Thema bekam ich dann wieder durch meinen Therapeuten, dem ich natürlich von allem was ich so erlebte und gemacht habe in meinen Sitzungen Bericht erstattete. Er fragte nach früheren Erlebnissen oder Ereignissen die damit irgendwie in Zusammenhang stehen könnten. Schließlich hatte ich ja ihm schon erzählt, dass ich seitdem ich 15 Jahre alt war alleine zurecht kommen musste. Also musste ich auch schon sehr früh alle finanziellen Dinge alleine regeln.

Als ich meine zweite Berufsausbildung machte, war es tatsächlich so, dass mein Lehrlingsgeld nicht einmal ausreichte um meine Miete zu bezahlen. Ich machte eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten, verdiente gerade einmal 550 DM und hatte aber schon eine Miete von 600 DM. Ich hatte einen alten roten VW Polo in den ich alle paar Kilometer das Öl nur so reinschütten musste. Hinzu kamen Geld für die Versicherung und Benzin und Geld für Lebensmittel. Es hatte hinten und vorne nicht gereicht. Ich ging sehr oft an den Wochenenden in einer Diskothek arbeiten. Das war eine mobile Disco die zumeist in Dörfern in irgendwelchen Hallen freitags und/oder samstags stattgefunden hatte. Freitags ab ca. 18 Uhr aufbauen. Dann arbeiten bis ca. 5 Uhr am Samstagmorgen. Anschließend heim um ein paar Stunden zu schlafen. Am späteren Nachmittag dann wieder zur nächsten Location fahren, wieder aufbauen helfen und bis in den Sonntagmorgen ca. 5 Uhr wieder arbeiten. Pro Abend gab es, wenn ich beim aufbauen und saubermachen half, 100 DM. Wenn ich also Glück hatte, dann konnte ich 200 DM an einem Wochenende verdienen. Von Erholung war dann natürlich keine Spur. Aber ich brauchte das Geld. Es war aber nicht an jedem Wochenende irgendwo eine Disco und manchmal konnte ich auch nur für einen Abend dort arbeiten. Ich bekam weder Unterhalt von meinem Vater oder von meiner Mutter und noch nicht einmal das Kindergeld. Das steckte sich nämlich mein Vater in seine Tasche. Es war eine verdammt schwierige Zeit für mich. Und wieder traue ich mich kaum das hier zu schreiben….. Ich hatte manchmal kaum etwas zu essen. Ich habe wirklich Hunger gelitten! Seit ihr schon mal wach geworden, weil euch der Magen vor lauter Hunger so richtig doll weh getan hat? Das ist grauenvoll! Das sind richtige Schmerzen. Ich habe über Wochen nur Hühnerbrühwürfel mit ein paar Suppennudeln drin gegessen. Ab und an hab ich da mal noch ein Ei rein gemacht, dann wurde es etwas dickflüssiger. Butterbrote gab es auch ab und an. Aber tendenziell hatte ich nur die Lebensmittel an denen ich sparen konnte. Irgendwann bekamen das meine damaligen Arbeitskollegen mit. Ich glaube ich sah damals auch nicht sonderlich gesund aus. Und als ich ihnen dann erzählte was los ist, brachten sie mir abwechseln Obst und Gemüse mit und kochten abends abwechselnd für mich mit so dass ich am darauffolgenden Tag etwas warmes essen konnte. Das war eine beschissene Zeit!

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Und ich glaube das erklärt auch warum ich in punkto Geld immer sehr ängstlich und vorsichtig war. Auch das hatte sich ganz tief in mir eingebrannt. Mein Therapeut sagte mir dann, dass ich versuchen muss mir jetzt immer bewusst zu machen, dass ich JETZT genügend Geld habe. Das ich JETZT keine Angst mehr haben brauche Hunger leiden zu müssen. Das diese Zeiten vorbei sind und ganz sicher auch nie wieder kommen werden.

Und obwohl ich es zunächst für unmöglich hielt, habe ich diese Sätze sehr schnell für mich verinnerlicht und versuche sie auch in anderen Situationen anzuwenden. Und das klappt sehr gut. Ich sage mir immer wieder, dass ich jetzt keine Angst mehr haben muss, dass ich erwachsen bin und selbst bestimmt handeln kann und das niemand mehr Macht über mich hat. Das ist ein Prozess, ein insgesamt langer Weg, bei dem man sehr viel Vergangenheit bewältigen muss und bei dem es immer wieder Rückschläge gibt. Und es ist richtig anstrengende Arbeit! Aber ich bin trotzdem unglaublich froh, dass ich diesen Weg jetzt gehe, weil ich jetzt schon an dieser Stelle weiß, dass es sich gelohnt hat und es sich noch immer weiter lohnen wird!

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Think positiv!

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Mein letzter Beitrag hat mich sehr aufgewühlt. Normalerweise schreibe ich bei meinen Beiträgen einfach drauf los und schreibe sie auch in einem „Rutsch“ runter. Ich lese zwar schon noch mal drüber, aber wirklich viel mache ich nicht mehr an ihnen wenn mir die Gedanken dazu erst einmal aus dem Hirn gesprudelt sind. Bei dem letzten Beitrag war das anders. Er war gar nicht so beabsichtigt wie er dann letztendlich geworden ist. Tatsächlich sah er erst ganz anders aus, war total allgemein gehalten und stellte meine allgemeinen Ansichten zu dem Thema „Beziehungen“ dar. Und irgendwann „verselbständigte“ es sich dann. Und da er sonst noch länger geworden wäre (ja das geht 😉 ) hab ich den allgemeinen Teil wieder gelöscht. Sicherlich werde ich noch einmal etwas zu dem Thema schreiben. Es ist an sich ja auch ein interessantes Thema, aber jetzt hab ich erst einmal genug davon 😉

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In meinem vorletzten Beitrag habe ich ja schon von zwei für mich großen Fortschritten für mich geschrieben, die ich im Mai 2020 hatte. Tatsächlich war der Monat Mai für mich wirklich sehr aufschlussreich. Gleich Anfang Mai habe ich für mich in meinem Tagebuch mal alles aufgeschrieben was ich schon alles positives seit dem ich krank geworden bin erreicht bzw. gemacht habe. Viele kleine schöne Dinge, mitunter nichts weltbewegendes, aber mir tat es sehr gut, mal alles das zu benennen was bisher auch an positiven Sachen im letzten halben Jahr passiert war.

 

Mein schönes neues Schlafzimmer

Natürlich hatte ich bisher auch schon ein Schlafzimmer, aber das war nicht besonders gemütlich und eher zweckmäßig. Seit Jahren wünschte ich mir schon einen richtig große Fototapete mit einem schönen Waldmotiv. Diesen Traum erfüllte ich mir mit Hilfe von meinem lieben „Brüderchen“ gleich Anfang des Jahres. Im März wurde mein neues Bett geliefert. Ich habe mir ein großes Boxspringbett für mich gegönnt. Ohne Quatsch, das war das erste Mal das ich mir für mich wirklich ein richtiges gemütliches Bett gegönnt habe! Es folgten richtig schöne schwere graue Übergardienen und jede Menge Lichterketten und ein schöner Teppich.

Neue Essgewohnheiten

Dank meiner Tochter habe ich meine Ernährung zu Beginn des Jahres umgestellt. Sie ernährte sich schon seit ein paar Monaten überwiegend vegetarisch (ab und an gab und gibt es Fisch – aber selten) und ab Januar tat ich es ihr gleich. Die Umstellung fiel mir auch nicht wirklich schwer. Wir aßen sowie so schon immer so gut wie nie Wurst und auch Fleisch gab es es bis auf Huhn und Pute kaum. Klar, an manchen Tagen vermisste ich schon etwas, aber im großen und ganzen fiel es mir leicht. Außerdem tat es meinem Gewissen auch gut.

Yoga und Mediation

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Ich bin mir sicher, dass viele die mich privat kennen, niemals damit rechnen würden, dass ich diese zwei Sachen für mich entdeckt habe. In Kombination mit meinem doch eher zumeist lauten Musikgeschmack 😉 gebe ich zu, dass es schon ein gewisser Kontrast ist 🙂 Tatsächlich schließen sich (wunderschöne laute) Metal- oder Rockmusik und Yoga und Meditation jedoch nicht aus. Man muss allerdings eine gewisse, ich würde es mal, spirituelle Ader dafür haben. In einer doch eher kopflastigen Gesellschaft, sicherlich doch eine Herausforderung.

Freundschaften

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Es heißt ja, dass man die Menschen erst dann richtig kennenlernt, wenn man mal nicht funktioniert. Und dem kann ich nur zustimmen! Auch in dieser Hinsicht habe ich neue Erkenntnisse gesammelt. Menschen die ich für Freunde hielt, waren „nur“ noch Bekannte. Das klingt im ersten Moment schlimm, aber das ist es nicht! Ich bin auch niemandem böse! Man braucht auch einen Bekanntenkreis! Ich habe halt nur erkannt, dass wir eher Bekannte als Freunde sind. Langjährige Freundschaften, wie die zu meiner lieben Freundin Karin oder meinem „Brüderchen“ Ron haben auch diesen „Sturm“ überstanden. Und ich habe auch drei neue Menschen in mein Leben „bekommen“. Sarina, Manuela und die Andrea. 🙂

Geld unter die Leute gebracht

An Geld habe ich im ersten halben Jahr wirklich viel ausgegeben! Aber das war auch so gewollt (mehr dazu im nächsten Blog) Neben einem neuen Bett habe ich mir auch ein neues Sofa für das Wohnzimmer gegönnt. Aber nicht irgendein Sofa, sondern eine richtig große Lümmelcouch. 🙂 Ein sogenanntes Big-Sofa. Das alte Sofa, war ein riesiges braunes Kunstledermonster. Furchtbar hässlich und altmodisch und erinnerte mich zu dem auch immer an meinen Ex, weil der es beim Einzug unbedingt vom Vormieter abkaufen wollte. Außerdem gab es gleich mehrere neue Regale eines schwedischen Möbelhauses 😉 und meine DVD Sammlung (von ca. 500 Filmen) fand endlich ein schönes „Zuhause“. Ich habe eine ganze Kofferraumladung Pflanzen geshoppt und seitdem ist es wunderbar grün in meiner Wohnung. Außerdem gab es neue Lampen, einen neuen Teppich für das Wohnzimmer, jede Menge Lichterketten und schönes Gedöns zum hinstellen und angucken 🙂

Jede Menge frische Luft

 

Die habe ich unter anderem bekommen, als ich meinen Garten „bearbeitet“ habe. Da sind einige Stunden Arbeit reingeflossen. Und obwohl es doch auch sehr anstrengend war, tat es mir gut. Und wenn dann etwas wächst was man selber angepflanzt hat, dann ist das schon schön. Und selbst angebautes Obst und Gemüse schmeckt gleich doppelt so lecker. Ich denke aber, dass ich es in dem Maße nicht beibehalten werde. Es kostet wirklich sehr viel Zeit und ich werde mich im nächsten Jahr auf ein paar wenige Dinge beschränken. Und auch sonst war ich oft spazieren oder bin mit dem Rad unterwegs gewesen.

Und zu guter Letzt waren dann auch noch die Dinge die ich schon erwähnt hatte: alleine in ein Café zu gehen, meine Begeisterung für Bücher, die Reparatur meines Fahrrads und das ich gelernt habe auch mal Dinge liegen zu lassen.

Im ganzen Monat Mai hatte ich nur zwei schlechte Phasen, die immer ca. drei bis vier Tage anhielten. Ich war jedes Mal sehr wütend! Aber nicht auf mich, sondern eher auf diese Krankheit. Am 11.05.2020 schrieb ich in mein Tagebuch:

„Heute bin ich seit halb fünf wach. Innerlich fühle ich mich als würde ich kämpfen. Es ist wie als wäre ich in mir gefangen und schlage und trete mit Händen und Füßen gegen meinen Körper. Ein total beklemmendes Gefühl, aufgewühlt, fahrig. Ich habe das Gefühl als würde mein Brustkorb zerquetscht und das atmen fällt mir schwer. Ich möchte am liebsten schreien oder auf irgendetwas einschlagen, aber selbst dazu fühle ich mich gerade viel zu schlapp.“

Ende Mai (29.05.2020) war es noch ein wenig krasser:

„Ich fühle mich schon seit mehreren Tagen nicht gut. Ich bin nur noch müde, möchte am liebsten nur noch schlafen und kann mich kaum aufraffen etwas zu tun. Nach Rücksprache mit Frau Dr. B. habe ich daher heute auch die Dosis meiner Antidepressiva noch mal erhöht. Gestern war ich Fahrradfahren, 21 km. Ich habe es gemacht, aber ich verspürte keine Freude dabei. Es war mir egal. Heute war ich gleich morgens spazieren und es ist mir einfach nur schwer gefallen. Ich habe die Vögel gehört, die Sonne und den Wind gespürt, aber es hat rein gar nichts in mir ausgelöst. Jetzt ist es kurz nach 12 und ich fühle mich schon wieder müde. Ich hab Angst das das nie aufhört, das es immer so sein wird. Das schlimme an dieser Krankheit ist, dass sie so unerwartet jedes Mal kommt, es für die einzelnen schlechten Phasen keinen erkennbaren Auslöser gibt. Und die Gedanken kreisen dann im Kopf und diese Gefühle in einem sind so viel und so durcheinander. Man ist nur mit sich und mit fühlen beschäftigt. Man sitzt da, starrt ins Leere, fühlt sich körperlich so angespannt. Man kann nichts machen auch bzw. obwohl man es möchte. Und genau das macht einen dann noch fertiger. Man fühlt sich noch schlechter. Ist noch enttäuschter von sich selbst. Hoffnungslos, traurig und auch gleichgültig. Keine Erfolge zählen in solchen Momenten. Alles schein sinnlos und aussichtslos. Man ist wie im Nebel durch den nichts hindurchgeht.“

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Aber insgesamt war der Mai ein guter Monat! In meiner Therapiesitzung am 14.05.2020 stellte mir mein Therapeut erneut eine Frage, auf die ich zu erst keine Antwort wusste und die mich auch wieder sehr zum nachdenken gebracht hat. „Was für Ziele und Wünsche haben Sie noch im Leben?“ In der Sitzung ist mir dazu nichts eingefallen. Aber ungefähr eine Woche später fiel mir plötzlich eine Liste ein, die ich 2013 einmal erstellt hatte. Vielleicht sagt dem einen oder anderen von euch der Begriff „Bucket-List“ oder „Löffelliste“ etwas.

Löffelliste – Liste mit Dingen die man machen möchte bevor man den Löffel abgibt

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Ich nahm die 2013er Liste zum Anlass und habe für mich eine „Aktualisierung“ geschrieben. Schließlich war die Liste schon sieben Jahre alt und manche Dinge waren veraltet und waren jetzt nicht mehr wirklich wichtig für mich. Das hat schon ein paar Tage Zeit gebraucht, aber es tat wirklich gut sich mal damit zu beschäftigen. Da wir ja hier unter uns sind 😉 möchte ich euch meine neue Löffelliste nicht vorenthalten, die ich im Mai 2020 schrieb bzw. umschrieb:

  • den Eifelturm in Paris sehen und mich trauen rauf zu gehen
  • in den Bergen einen Sonnenauf- oder Sonnenuntergang zu sehen (eingekuschelt in einer Decke und am besten mit jemandem zusammen den ich sehr mag)
  • ein kleines Häuschen mit Garten und schönen alten Holzfensterläden
  • ein Buch schreiben
  • mich noch mehr tätowieren lassen
  • barfuß im Regen tanzen
  • Ein Picknick in der Natur oder im Garten
  • lustige Fotos mit jemandem zusammen in einer Fotobox machen
  • einmal nach Wacken!
  • in London das Harry Potter Museum besuchen
  • mit einem VW-Bus (oder umgebauten Auto oder ähnliches) einfach drauf los in den Urlaub fahren
  • Die Nord- und Ostsee noch mal wiedersehen, im weichen Sand sitzen und auf´s Meer schauen
  • eine Wattwanderung machen
  • Gitarre spielen lernen und bei Lagerfeuer spielen können
  • Nur so viel arbeiten müssen, dass es zum Leben reicht
  • Urlaub in Irland und/oder Schweden
  • im Sommerregen tanzen
  • einen Selbstverteidigungskurs machen
  • einen Sushi Kurs machen
  • Thai Chi / Qi Gong lernen

…. Erweiterung jederzeit möglich…

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In meinem nächsten Therapietermin haben wir über diese Liste gesprochen. Mein Therapeut fand sie total toll! Er meinte, dass es so schöne normale Dinge sind, die mir aber wiederum sehr viel bedeuten und das ließe wiederum Rückschlüsse zu was ich für ein Mensch bin. Er meinte sogar ich hätte eine gewisse spirituelle Ader 😉 Seiner Meinung nach sind alle diese Wünsche realisierbar. Er meinte auch, manchmal kämen ja dann so Wünsche wie ins All reisen etc. (Klar, für Mr. Amazon und Co. ist das sicher kein Ding.) Er freute sich darüber, dass es schöne normale Dinge sind. Er wollte wissen, warum ich davon noch nichts (bis auf das Gitarre spielen anfangen) bisher gemacht habe. Ich wusste darauf allerdings zunächst erst einmal wieder keine Antwort. Doch mittlerweile wusste ich – erst kommt die Reflektion – dann kommt die Reaktion oder Aktion!

Ich glaube man schiebt so etwas immer vor sich hin, weil man denkt, man hat noch so unendlich viel Zeit dafür im Leben. „Irgendwann“ wird man schon dazu kommen. Dabei ist doch eigentlich nur wichtig was „jetzt“ ist, weil wir heute leben. Ich glaube der Grund warum wir als Erwachsene immer meinen, dass das Leben im zunehmenden Alter schneller vorbei geht, hat genau darin seine Ursache. Als Kind entdecken wir fast täglich neue Sachen. Alles ist spannend, vieles ganz neu. Neue Menschen, neue Situationen in die wir uns einfinden müssen, so viel Neues was wir lernen und erleben. Spannung pur! Beinahe jeder Tag ein Abenteuer. Wenn wir dann erwachsen werden, vielleicht sogar Kinder haben, dann wird das Leben in gewisser Weise zur Gewohnheit. Alltagstrott, immer die gleichen sich ähnelnden Routinen. Jeder Tag kommt einem vor wie der Tag zuvor. Und weil uns alles so endlos gleich vorkommt, uns die „Abenteuer“ im Alltag fehlen, jeder Tag gleich zu seien scheint, haben wir das Gefühl die Zeit würde als Erwachsener schneller vergehen. Dabei hat jeder Tag auch weiterhin 24 Stunden und es liegt nur an uns was wir aus ihnen machen. Wie ging der Spruch:

„Wer will findet Möglichkeiten, wer nicht will findet Ausreden!“

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Es gibt Menschen die hangeln sich förmlich von Wochenende zu Wochenende. Jammern über ihr langweiliges Leben, dass sie ja gar keine Zeit mehr für sich haben, immer nur arbeiten müssen, niemals genügend Geld zum Leben haben und so weiter. Im besten Fall fährt man zwei oder drei Mal pro Jahr in den Urlaub um dort neue spannende Dinge zu erleben. Man fiebert förmlich auf die Urlaube hin und vergisst das eigentliche Leben, das so ganz nebenbei an den vielen anderen Wochen im Jahr stattfindet. Ich glaube so Manchem ist das mitunter gar nicht so bewusst. Das Jammern ist klarer Lebensbestandteil geworden. Trotzdem glaube ich das man da auch wieder rauskommen kann. Es kostet allerdings Mut. Mut sich und sein Leben zu reflektieren, Routinen und Denkweisen zu analysieren und letztendlich zu ändern. Aber man gewinnt nicht weniger als sein Leben zurück.

Natürlich gibt es auch die andere Sorte Mensch, die sich mit Freizeitaktivitäten geradezu nur so zu bombardieren. Wenn es förmlich in „Freizeitstress“ ausartet, und man wohlmöglich noch jedem Hinz und Kunz unter die Nase hält, was man alles so tolles erlebt…. Ich glaube dann ist auch irgendetwas im Argen. Es trifft natürlich nicht für alle diese Menschen zu und stellt nur meine persönliche Meinung dar, allerdings glaube ich, dass sich solche Menschen dann von irgendetwas ablenken wollen. Wenn die Zeit zum nachdenken und reflektieren fehlt, kann und muss man sich auch nicht mit sich und seinem Leben auseinander setzen und kann somit auch nichts für sich erkennen. Ich würde es allerdings eher als „weglaufen“ bezeichnen.

Ach ja, auch eine eigene Spezies: „Wenn ich mal in Rente bin, dann mach ich alles was ich will!“ Derzeit liegt das Alter bei dem man abschlagsfrei in Deutschland in Rente gehen kann bei 67. Mal von einem normalen Durchschnittsverdienst ausgehend und weiterhin davon ausgehend, dass nur die aller wenigsten von uns die reiche Großtante in der Verwandtschaft haben, die man eines Tages beerben wird, ist glaube ich sowohl ein früherer Rentenbeginn, als auch eine großzügige Rente mit der man sich dann alles leisten kann „was man will“ kaum möglich. Viele Menschen erleben ihren Rentenbeginn auch gar nicht, oder sind dann schon mit allerlei Zipperlein „beschäftigt“. Gut, dann blieben natürlich noch das lesen der „Apothekenumschau“ und diverse Gespräche im Wartezimmer des Hausarztes mit den man sich beschäftigen kann. Das klang jetzt böse… ich mein es gar nicht so. Aber ich frage diese Menschen ernsthaft, was sie denken im Rentenalter noch alles erleben zu können? Wenn man mal ganz ehrlich zu sich ist, dann kennen wir alle doch wohl mehr Rentner die über gesundheitliche Probleme klagen, Politik- und/oder Gesellschaftsverdrossen sind, die alleine und eher unzufrieden sind, als die wohlmöglich golfspielenden, mit Yachten segelnden Weltenbummler oder? Okay, letztere Beispiele waren schon sehr hochgegriffen, aber ich denke ihr wisst was ich damit meine.

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Das Leben findet jetzt statt! Jetzt gerade in diesem Moment. Den Tag heute wird es niemals mehr geben! Du allein bestimmst über dein Leben und was du damit machst. Andere Menschen oder Situationen nehmen Einfluss darauf, Aber

DU ALLEIN ENTSCHEIDEST WAS DU DARAUS MACHST UND WIE DU DAMIT UMGEHST!

Wenn Du dich nicht in Ausreden flüchtest und etwas Mut aufbringst, dann kannst du heute schon damit anfangen dein Leben zu ändern! Man muss nur anfangen! Wie wäre es mit einer sogenannten „Löffelliste“ für dich selbst? Vielleicht sagst du dir „Das ist doch alles Quatsch!“ Aber fang doch einfach mal an! Was möchtest du noch alles machen? Wofür schlägt dein Herz? Kein „aber das geht doch nicht“ Kein „das klappt sowieso nicht“ oder „Dafür hab ich kein Geld“ Schreib einfach drauf los! Sei noch mal ein Kind und schreibe ein paar Abenteuer! Deine Abenteuer!

Schreib mir gerne Deine Meinung dazu!

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