Ich mach dann mal einen Blog…

Die Idee für einen Blog kam mir beim lesen eines Buches. Das Buch hieß „Depression und Burnout überwinden“ von dem Autor Klaus Bernhardt. In einem der Kapitel ging es darum, etwas beruflich im Leben zu tun was einem wirklich Spaß bringt. Sich zu verändern. Besser noch – sein Hobby zum Beruf zu machen. Ich gebe zu, der Gedanke mit dem Schreiben eines Blogs Geld zu verdienen war schon auch verlockend. Später habe ich dann aber für mich erkannt, dass es für mich wie eine Art Selbsttherapie oder Tagebuch sein könnte.

Ich möchte in diesem Blog meine Gedanken zu bestimmten Themen niederschreiben. Themen die mich bewegen, Themen die ich irgendwo aufschnappe und die mich nachdenklich machen. Aber auch Dinge und Ereignisse die mich zum lachen gebracht haben und die dem einen oder anderen beim lesen vielleicht ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern. Ich möchte aber auch immer mal wieder ganz private Dinge von mir erzählen. Einen Teil meiner Geschichte und wie ich zu dem Menschen geworden bin, der ich heute bin.

Ich hatte vor einigen Jahren angefangen ein Buch zu schreiben. Für viele mag das lächerlich oder übertrieben klingen. Warum sollte man schon ein Buch über sein Leben schreiben. Wer bin ich denn schon? Was habe ich denn schon großartiges geleistet? Ich habe nichts neu Erfunden, bin weder hochbegabt oder besonders einfallsreich. Bei den Worten „Was habe ich schon großartiges geleistet“ fällt mir ein Spruch ein, den ich schon des Öfteren gelesen habe:

„Was haben Sie denn in Ihrem Leben schon groß auf die Beine gestellt?“

„MICH. IMMER WIEDER!“

Ich weiß heute nicht mehr wirklich aus welcher Intention heraus ich damals meine Lebensgeschichte angefangen habe zusammenzuschreiben. Aber ich habe irgendwann damit wieder aufgehört, und besagtes Buch wurde nie „fertig“. Irgendetwas in mir weigerte sich auch immer wieder daran weiterzuarbeiten. Irgendetwas in mir sagte mir, dass es mir nicht gut tun würde immer wieder das Geschriebene durchzulesen, darüber nachzudenken, es auszubessern, wieder drüber zu lesen, es noch einmal umzuformulieren um dann wieder drüber zu lesen und so weiter. Heute weiß ich warum! Für mich, in meiner eigenen persönlichen Wahrnehmung und in meinem eigenen persönlichem Empfinden, ist meine Lebensgeschichte einfach nur traurig und grausam gewesen. Natürlich ist das eine rein persönliche Wahrnehmung und ein rein persönliches Empfinden. Wahrscheinlich würden manche Menschen beim lesen denken „Was stellt sie sich so an? MEIN Leben war vieeeeel schlimmer!“ Mit Sicherheit gäbe es diese Menschen. Und mit Sicherheit haben die meisten Menschen, wenn nicht sogar jeder, eine Vergangenheit die einen das (weitere) Leben schwer machen. Zumindest hat jeder eine Vergangenheit die einen in irgendeiner Art und Weise geprägt hat. Positiv wie negativ. Es kann daher NATÜRLICH nur MEINE eigene persönliche Wahrnehmung sein und MEIN eigenes persönliches Empfinden, aber deswegen ist es nicht weniger schlimm oder schlimmer als das von manch anderen. Es ist NUR meine Geschichte.

Ich glaube das schreiben eines Buches mit seiner Lebensgeschichte kann aber bestenfalls nur eine Momentaufnahme sein. Etwas, das bis zu dem Zeitpunkt an dem man sie aufschreibt alles so passiert ist. Punkt. Und danach? Wie ging es weiter? Was ist noch passiert? Schreibe ich dann eine Fortsetzung? Das Leben hat doch nach dem Schreiben des Buches nicht einfach aufgehört! Okay, es sei denn ich würde sie zu einem Zeitpunkt final aufschreiben, an dem ich ungefähr 80 Jahre alt wäre und denken würde „Jetzt hat bald dein letztes Stündlein geschlagen. JETZT musst du noch schnell alles aufschreiben“. Ist doch auch Bullshit. Soll ich sie dann im Altenheim in der wöchentlichen Leserunde vortragen? 🙂

Beim aufschreiben dieser Zeilen hier habe ich gerade noch einmal „vorbeigeschaut“ in „meinem Buch“. Eigentlich wollte ich nur schnell nachschauen wie viele Seiten es schon waren. Es waren ungefähr 80 Seiten. Den Anfang den ich damals geschrieben habe finde ich auch heute noch irgendwie gut. Er lautete so:

Wenn ich ein Lied höre, dessen Klang mich verzaubert. Wenn ich durch ein Lied eintauchen kann in eine Welt von Träumen, Sehnsüchten, Ängsten und Schmerzen. Wenn ein Lied es schafft, das auszudrücken wozu ich mit Worten nicht im Stande bin und doch jede einzelne Zeile fühle oder sogar lebe. Wenn ich mich in einem Lied wiederfinde, und mir vorstelle mit all meinen Gedanken und Erinnerungen nicht alleine zu sein. Dann möge es so mit diesem Buch sein, und für den einen oder anderen ein Halt sein. Ein Halt das alles nicht alleine zu erleben, das Wissen zu haben, dass es da draußen Menschen gibt die einem Nachempfinden können wie es einem geht.

„Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen, der erste Eindruck täuscht viele. Und nur die Klugheit einiger weniger nimmt wahr, was so gründlich verborgen schien. (Phaedrus)“

Ich muss kurz schlucken wenn ich das lese und mein Blick wandert kurz ins Nichts. Nicht weil es besonders gut oder einfallsreich ist. Aber beim lesen dieser Sätze wird mir eines klar: Mir ging es zu diesem Zeitpunkt richtig schlecht!

Das erwähnte Buch am Anfang dieses Beitrags lässt sicherlich schon so Manchen erahnen welches Thema mich dieser Tage umtreibt. „Depression und Burnout loswerden“ – Das ist aktuell mein Thema und das soll auch ein Teil dieses Blogs werden. Es ist mir natürlich klar, dass ein Burnout nicht so etwas wie ein Beginn Datum hat. Genauso gibt es kein Datum an dem man plötzlich aufwacht und feststellt „Ich habe eine Depression“. Aber wenn ICH es an einem Datum ausmachen müsste, dann wäre das der 24. Oktober 2019. Doch dazu ein anderes Mal mehr.

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2 Gedanken zu „Ich mach dann mal einen Blog…“

  1. Willkommen in der Welt des Bloggens liebe Alex!!
    Ich freue mich sehr, dass Du hier bist und ich bin jetzt schon sehr gespannt!
    Danke, dass Du Deine Gedanken und Gefühle mit uns teilst!
    Ich mag Deine Art zu schreiben sehr ! 😊😍
    Liebe Grüße
    von Ela

    Gefällt 1 Person

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